Die wich­tigs­ten Tipps beim Un­fall im Aus­land

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON MERLIN BARTEL

Pas­siert in den Fe­ri­en im Aus­land ein Ver­kehrs­un­fall, kos­tet das die Be­trof­fe­nen häu­fig viel Geld und Ner­ven.

DÜS­SEL­DORF In den Fe­ri­en fah­ren vie­le Fa­mi­li­en mit dem Au­to in den Ur­laub. So sind vom Rei­se­ziel aus leicht Ta­ges­aus­flü­ge in be­nach­bar­te Städ­te mög­lich und man ist mo­bil. Doch auch in den Fe­ri­en ist man nicht vor Un­fäl­len ge­feit: Un­be­kann­te Stra­ßen oder ein an­de­res Fahr­ver­hal­ten der Ein­hei­mi­schen kön­nen die Wahr­schein­lich­keit so­gar noch er­hö­hen. Kommt es zum Zu­sam­men­stoß, ist die Ur­laubs­stim­mung schnell weg.

Laut ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven For­saUm­fra­ge im Auf­trag von Cos­mos Di­rekt hat­ten 14 Pro­zent der Deut­schen schon ein­mal ei­nen Au­to­un­fall oder ei­ne Pan­ne im Ur­laub. Der ADAC emp­fiehlt des­halb Ur­lau­bern, sich vor der Ab­fahrt über die Ver­kehrs­re­geln im Rei­se­land zu in­for­mie­ren. „Wer vor­ge­sorgt hat und gut ver­si­chert ist, spart sich Är­ger und Kos­ten“, heißt es beim Club.

So exis­tie­ren be­reits in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on gro­ße Un­ter­schie­de bei den Vor­schrif­ten im Stra­ßen­ver­kehr: Warn­wes­ten, Licht­pflicht, Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen und Vor­fahrt im Kreis­ver­kehr sind nicht im­mer ein­heit­lich. Auch Ver­kehrs­ver­stö­ße wer­den un­ter­schied­lich streng ge­ahn­det.

Kommt es zum Un­fall, gilt zu­erst das glei­che Pro­ze­de­re wie in Deutsch­land: Fah­rer soll­ten die Warn­blink­an­la­ge ein­schal­ten, ei­ne Warn­wes­te an­zie­hen und die Un­fall­stel­le ab­si­chern. Bei schwe­ren Un­fäl­len soll­te den Ver­letz­ten ge­hol­fen und der Ret­tungs­dienst un­ter der eu­ro­pa­weit ein­heit­li­chen No­t­ruf­num­mer 112 ge­ru­fen wer­den.

Für ein ein­fa­che Ab­wick­lung des Un­falls rät der ADAC, das Kenn­zei­chen des be­tei­lig­ten Fahr­zeugs, Na­me und Adres­se des Un­fall­geg­ners so­wie des­sen Ver­si­che­rung zu Bul­ga­ri­en Ru­mä­ni­en Lett­land Kroa­ti­en Li­tau­en

Po­len Grie­chen­land Tschech. Rep. Bel­gi­en Un­garn Zy­pern Por­tu­gal Lu­xem­burg Slo­we­ni­en

Ita­li­en Ös­ter­reich Frank­reich

EU Slo­wa­kei

Est­land Finn­land Deutsch­land

Ir­land Spa­ni­en Dä­ne­mark Ver­ei­nig. Kö­ni­gr. Nie­der­lan­de Schwe­den

Mal­ta pro ei­ne Mil­li­on Ein­woh­ner im Jahr 2015 95 95 94 82 82 77 74 70 67 66 66 60 58 58 56 56 54 52 51 50 48 43 36 36 30 29 28 27 26 no­tie­ren. Im Op­ti­mal­fall gibt es Fo­tos und ei­ne Un­fall­skiz­ze, um den Scha­den de­tail­liert zu do­ku­men­tie­ren. Auch die Kon­takt­da­ten von Zeu­gen kön­nen hilf­reich sein.

„Au­to­fah­rer soll­ten den eu­ro­päi­schen Un­fall­be­richt in der je­wei­li­gen Lan­des­spra­che mit­neh­men – am bes­ten in dop­pel­ter Aus­füh­rung für die Ge­gen­par­tei gleich mit“, rät Frank Bärn­hof, Kfz-Ver­si­che­rungs­ex­per­te von Cos­mos Di­rekt. In vie­len Län­dern rückt die Po­li­zei bei Ba­ga- tell­schä­den nicht mehr aus – trotz­dem soll­te sie in ei­ni­gen Fäl­len zur Si­cher­heit ge­ru­fen wer­den: bei ho­hem Scha­den, nach Fah­rer­flucht, hef­ti­gem Streit oder wenn es Ver­letz­te gibt. Dann soll­te zu­dem ein Arzt auf­ge­sucht wer­den – denn nur mit ei­nem At­test kön­nen Schmer­zens­geld­an­sprü­che gel­tend ge­macht wer­den.

„Dar­über hin­aus soll­ten Ver­si­cher­te die Grü­ne Kar­te mit­neh­men“, emp­fiehlt Frank Bärn­hof. „Sie ist zwar in­ner­halb der EU nicht mehr Pflicht, aber als Nach­weis für die Haft­pflicht­ver­si­che­rung ei­nes Au­tos über die Gren­zen hin­weg ei­ne Ab­si­che­rung, die in je­dem Fall die Scha­den­re­gu­lie­rung er­leich­tert.“

Durch das Kenn­zei­chen­ab­kom­men reicht mitt­ler­wei­le das amt­li­che Kenn­zei­chen ei­nes Fahr­zeugs im Aus­land weit­ge­hend als Nach­weis für die Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung aus. Die grü­ne Ver­si­che­rungs­kar­te wird nur noch bei Fahr­ten in ei­ni­ge ost­eu­ro­päi­sche Län­der und die Tür­kei be­nö­tigt. „Dort ist sie al­ler­dings ein un­ver­zicht­ba­res Ein­rei­se­do­ku­ment“, teilt die Arag mit.

Wich­tig ist vor dem Ur­laub au­ßer­dem, den Ver­si­che­rungs­schutz im Aus­land zu über­prü­fen und ab­zu­klä­ren, ob Pan­nen­hil­fe oder ein Heim­trans­port bei Ver­let­zung ein­ge­schlos­sen sind. Der ADAC emp­fiehlt hier un­ter an­de­rem ei­nen Schutz­brief, ei­ne Aus­lands-Kran­ken­ver­si­che­rung und ei­ne Voll­kas­ko-Ver­si­che­rung für das Fahr­zeug.

In den EU-Mit­glieds­län­dern so­wie in Nor­we­gen, Is­land, Liech­ten­stein und der Schweiz hilft bei Schwie­rig­kei­ten in der Scha­den­ab­wick­lung der Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­te des je­wei­li­gen Lan­des wei­ter. Der Vor­teil die­ser An­lauf­stel­len ist, dass der ent­stan­de­ne Scha­den bei ei­nem in Deutsch­land an­säs­si­gen Ver­tre­ter der aus­län­di­schen Ver­si­che­rung an­ge­mel­det wer­den kann. Der zu­stän­di­ge Re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­te lässt sich über den Zen­tral­ruf der Au­to­ver­si­che­rer un­ter der Ruf­num­mer 0800 2502600 (aus dem Aus­land 0049 40300330300) er­fra­gen.

QU­EL­LE: ADAC | FO­TO: DPA | GRA­FIK: ZÖRNER

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.