Ki­ta „Am Sand­t­hof“be­reit für Ein­jäh­ri­ge

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON AN­JA SETTNIK

Wenn das neue Kin­der­gar­ten­jahr be­ginnt, wird die Ein­rich­tung deut­lich ver­jüngt: In Grup­pen­typ 2 kön­nen dann Ein- bis Drei­jäh­ri­ge auf­ge­nom­men wer­den. Ins­ge­samt wer­den es 100 Jun­gen und Mäd­chen sein.

GOCH Mal in­ner­städ­tisch, mal drau­ßen auf dem Land, dies­mal am Rand der Ci­ty: Gochs Se­nio­ren Uni­on (SU) be­such­te die Kin­der­ta­ges­stät­te Am Sand­t­hof. Trä­ger ist die ka­tho­li­sche Mar­tin-Franz-Stif­tung. „Was wir dort er­fuh­ren und be­ob-

„Die El­tern ha­ben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren

die Nach­fra­ge deut­lich for­mu­liert“

Sa­bi­ne Frücht ach­te­ten, hat ge­zeigt, dass je­de Ki­ta ihr Ei­gen­le­ben hat“, er­klär­te an­schlie­ßend Wolf­gang Pitz, der SUVor­sit­zen­de. Über Mo­na­te hin­weg ha­ben er und sei­ne Mit­strei­ter, er­fah­re­ne Män­ner und Frau­en aus Goch, erst Se­nio­ren­ein­rich­tun­gen, dann sol­che für Kin­der be­sucht. Um sich ein Bild von der ak­tu­el­len La­ge zu ma­chen und auch, um Schwach­stel­len auf­zu­tun, wo das sinn­voll er­scheint.

Am Sand­t­hof ist der­zeit be­son­ders ei­nes fest­zu­stel­len: Es wird groß­zü­gig an­ge­baut. Zwei neue Grup­pen be­kom­men Platz in ei­nem An­bau. Je­de der Grup­pen wird ei­nen Raum samt Ne­ben­raum zur Ver­fü­gung ha­ben, auch Wasch- und Wi­ckel­räu­me ge­hö­ren da­zu. Er­wei­tert wird auch der oh­ne­hin weit­läu­fi­ge Au­ßen­be­reich – ein gro­ßes Stück Wie­se kommt hin­zu.

Ge­wi­ckelt wer­den muss künf­tig häu­fi­ger: Dem Grup­pen­typ 2, der jetzt ein­ge­führt wird, ge­hö­ren schon Ein­jäh­ri­ge an. Laut Kin­der­bil­dungs­ge­setz KiBiz kön­nen Kin­der­ta­ges­stät­ten Grup­pen für Ein- bis Drei- jäh­ri­ge ein­rich­ten. Die­se Grup­pen­form 2 ist im Kreis Kle­ve noch recht sel­ten, wie die Kreis-SPD kürz­lich un­zu­frie­den fest­ge­stellt hat­te. In Goch gibt es al­ler­dings meh­re­re Ein­rich­tun­gen, die sich schon der Jüngs­ten an­neh­men.

„Die El­tern ha­ben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Nach­fra­ge deut­lich for­mu­liert und ent­spre­chend hat die Stadt Grup­pen be­an­tragt“, be­rich­tet die Lei­te­rin der Ki­ta Am Sand­t­hof, Sa­bi­ne Frücht. Zehn Kin­der im Al­ter von ei­nem bis drei Jah­re darf sie in die ei­ne Grup­pe auf­neh­men (tat­säch­lich sind vier Ein­jäh­ri­ge da­bei), in der zwei­ten Grup­pe kön­nen bis zu 25 Jun­gen und Mäd­chen von zwei bis fünf Jah­ren un­ter- ge­bracht wer­den; zu­nächst sind es aber nur 20. Von 7 bis 17 Uhr ist der Kin­der­gar­ten ge­öff­net; die Hälf­te der Kin­der bleibt bis nach­mit­tags.

Der An­bau ge­schieht nach dem In­ves­to­ren­mo­dell; ein Pri­va­ter baut und ver­mie­tet an den Trä­ger. Schon in drei Wo­chen kom­men die Klei­nen – sie­ben neue Kol­le­gin­nen wur­den ein­ge­stellt. Vom Ein­satz des Per­so­nals ist Gochs Se­nio­ren Uni­on im­mer be­geis­tert: „Wir er­le­ben in al­len Ki­tas hoch­mo­ti­vier­te Lei­te­rin­nen und Er­zie­he­rin­nen“, sagt Pitz. „Ver­misst ha­ben wir Män­ner un­ter den Päd­ago­gen: Auch in der Ki­ta am Sand­t­hof sind bis­her nur Er­zie­he­rin­nen tä­tig. Scha­de, weil Kin­der schließ­lich auch männ­li­che Vor­bil- der und An­sprech­part­ner ha­ben soll­ten.“Ge­nau da­zu kommt es jetzt: Wie die RP er­fuhr, wird der ers­te männ­li­che Kol­le­ge er­war­tet.

Er­öff­net wur­de die Ki­ta Am Sand­t­hof am 1. Au­gust 2015. Wie auch der Kin­der­gar­ten im ehe­ma­li­gen Ju­gend­heim As­tra an der Pfalz­dor­fer Stra­ße stand die Grün­dung in Zu­sam­men­hang mit dem Feh­len von Ki­ta-Plät­zen, nach­dem die Kom­mu­nen durch die neue Ge­setz­ge­bung ge­zwun­gen wa­ren, ei­ne un­er­war­tet ho­he An­zahl von U3-Plät­zen zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Et­was un­ge­wöhn­li­cher Ort der Ein­rich­tung ist das Ge­wer­be­ge­biet Süd; her­vor­ge­gan­gen ist die Ki­ta aus ei­nem pri­va­ten Wohn­haus, das um- ge­baut wur­de und ge­ra­de sei­nen zwei­ten An­bau be­kommt. Mit die­ser Rand­la­ge ver­bun­den ist die Not­wen­dig­keit für El­tern, die stark be­fah­re­ne Ue­de­mer Stra­ße zu über­win­den. Das ist nicht ide­al. „An­de­rer­seits brin­gen vie­le El­tern, auch vie­le aus Pfalz­dorf, ih­re Kin­der mit dem Au­to, häu­fig auf dem Weg zur Ar­beit“, er­klärt Sa­bi­ne Frücht.

Drin­nen ist al­les wun­der­bar – ein sehr hel­les, freund­li­ches und groß­zü­gi­ges Haus, in dem ge­ra­de noch die Hand­wer­ker den Fein­schliff er­le­di­gen, be­vor der An­bau ein­ge­rich­tet wer­den kann. Sa­bi­ne Frücht und ih­re Kol­le­gin­nen freu­en sich schon eben­so wie die Kin­der auf den Neu­Start im Au­gust.

RP-FO­TO: SETTNIK

Fynn, Mar­ci­el­la, Ben, Li­na, Vik­tor und An­ton wer­den den Neu­en bald er­klä­ren, wie Kin­der­gar­ten funk­tio­niert.

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