Lau­ra Het­zel ver­tritt Deutsch­land bei der EM in der Slo­wa­kei

Rheinische Post Goch - - SPORT LOKAL -

(RP) Für die jun­ge Springreiterin Lau­ra Het­zel aus Goch steht in die­ser Wo­che ei­ner der wich­tigs­ten Auf­trit­te ih­rer bis­he­ri­gen Lauf­bahn an: Sie star­tet mit ih­rer Stu­te Qua­ni­ta bei der U18-Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten in Sa­mo­rin (Slo­wa­kei) – das ers­te Mal in der Al­ters­klas­se der Ju­nio­ren. „Ri­ta und ich sind seit vier Jah­ren ein Team. Wir nen­nen sie zu­hau­se ein­fach kurz Ri­ta“, sagt Lau­ra Het­zel.

In die­sem Jahr hat Bun­des­trai­ner Pe­ter Tee­uwen die bei­den nach ih­ren Er­fol­gen bei den ver­schie­de­nen Sich­tun­gen für die U18-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in der Slo­wa­kei no­mi­niert. „Für mich ist das die drit­te EM, trotz­dem ha­be ich mich bei der No­mi­nie­rung ge­freut, als wä­re es das ers­te Mal“, gibt die Nach­wuchs­rei­te­rin aus Goch zu. 2014 hat­ten Lau­ra und Qua­ni­ta be­reits die Bron­ze-Me­dail­le mit der Mann­schaft ge­won­nen, da­mals in der Al­ters­klas­se U14. Ne­ben Lau­ra Het­zel kom­plet­tie­ren Bee­ke Cars­ten­sen (Soll­witt) mit Ve­netzia, Kath­rin Stol­mei­jer (Ems­bü­ren) mit Lil­ly-Fee, Max Haun­horst (Ha­gen) mit Crü­ger und Han­nes Ahl­mann (Re­her) mit Sun­sal­ve die deut­sche Ju­nio­ren-Equi­pe. „Wir ver­ste­hen uns gut und ken­nen uns schon lan­ge. Mit Bee­ke und Max bin ich schon bei den Child­ren zu­sam­men ge­rit­ten, und auch mit Ka- thrin ha­be ich schon ei­ne EM be­strit­ten“, sagt Het­zel.

Nach Sa­mo­rin be­glei­tet wird sie von ih­ren El­tern und ih­rer Oma. „Mein Pa­pa ist mein Trai­ner, Ma­ma und Oma drü­cken die Dau­men“, ver­rät die Nach­wuchs­rei­te­rin. Ih­re Be­geis­te­rung für Pfer­de ha­be sie aber schon in die Wie­ge ge­legt be­kom­men. Die fa­mi­li­en­ei­ge­ne Reit­an­la­ge ha­be sie früh in den Stall und zu den Pfer­den ge­zo­gen. „Pa­pa hat mich ir­gend­wann ein­fach aufs Pferd ge­setzt“, er­in­nert sie sich. „Als ich klein war, ha­be ich vol­ti­giert. Da­nach ha­be ich mich für das Spring­rei­ten ent­schie­den“, sagt sie. Dres­sur sei nie ein The­ma ge­we­sen. „Mei­ne Dis­zi­plin ist im­mer schon das Sprin­gen ge­we­sen, das ist in ei­nem Springs­tall wohl auch kein Wun­der“, lacht sie.

Als ei­nen der Hö­he­punk­te ih­rer Kar­rie­re nennt Lau­ra Het­zel ne­ben ih­ren Starts bei Nach­wuchs-Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten ei­nen Er­folg aus dem ver­gan­ge­nen Jahr in Salzburg: „Ich ha­be un­er­war­tet beim Eu­ro­pean-Youngs­ter-Cup U25 den fünf­ten Platz be­legt. Wir woll­ten ei­gent­lich ein paar Er­fah­run­gen sam­meln – und dann lief es so gut. Das war Wahn­sinn“, er­in­nert sich die 17Jäh­ri­ge. Als Ju­nio­rin und ei­ne der jüngs­ten Star­te­rin­nen sei sie dort bei den „Gro­ßen“, Rei­ter bis ein­schließ­lich 25 Jah­re, mit­ge­rit­ten. Auch die Par­cours über 150 und 155 Zen­ti­me­ter sei­en für Qua­ni­ta und sie ei­ne Pre­mie­re ge­we­sen.

Im Spit­zen­sport an­ge­kom­men er­in­nert sich Het­zel ger­ne an ih­re vier- bei­ni­gen Weg­be­glei­ter zu­rück, vor al­lem an den Wal­lach Ti­ta­ni­um. „Ti­ta­ni­um war mein ers­tes Groß­pferd, von A- bis S-Ni­veau bin ich al­les mit ihm ge­rit­ten. Er hat mich in den Spit­zen­sport ge­bracht“, schwärmt Het­zel von ih­rem Wal­lach. Er sei ein sehr ru­hi­ges und ent­spann­tes Pferd ge­we­sen, der aber ge­nau wuss­te, wann es ernst wur­de und al­les ge­ge­ben hat.

Bis heu­te dreht sich auch in ih­rer Frei­zeit al­les um die Pfer­de. Als Schü­le­rin am Jan-Joest-Gym­na­si­um in Kal­kar ist sie nach­mit­tags ge­gen 16 Uhr zu Hau­se. Von dort aus geht es in den Stall. „Ich rei­te je­den Tag zwei- bis drei Pfer­de. An­schlie­ßend set­ze ich mich an mei­ne Haus­auf­ga­ben und ler­ne“, er­klärt Het­zel. Zum Glück fin­den die Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten in die­sem Jahr in den Som­mer­fe­ri­en statt, und Het­zel kann sich auf das Cham­pio­nat in der Slo­wa­kei kon­zen­trie­ren. „Wir ge­ben un­ser Bes­tes“, freut sie sich. Nach den Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten ste­he die Deut­sche Ju­gend­meis­ter­schaft im Sep­tem­ber in der Aa­che­ner So­ers im Fo­kus.

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