Das gro­ße Kr­ab­beln im Tier­park

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON SE­BAS­TI­AN LAT­ZEL

Wee­ze ist um ei­ne At­trak­ti­on rei­cher: Jetzt gibt es auch ein In­sek­ta­ri­um. 15 ver­schie­de­ne Ar­ten von der As­sel bis zur Wan­deln­den Gei­ge sind dort zu se­hen. Eh­ren­amt­ler be­treu­en den Raum. Zu­sam­men­ar­beit mit Aqua­zoo Düs­sel­dorf.

GOCH/WEE­ZE Len­nard schaut erst ein­mal et­was skep­tisch. Dann streckt der Drei­jäh­ri­ge vor­sich­tig sei­nen Zei­ge­fin­ger zu dem grü­nen Blatt aus. Das wird ganz plötz­lich le­ben­dig, fährt Füh­ler und Bei­ne aus und kit­zelt an Len­nards Hand. Der zieht den Fin­ger erst ein­mal wie­der et­was er­schro­cken zu­rück, wird aber mu­ti­ger und lässt das grü­ne Et­was im­mer nä­her an sich her­an. Tier­park­lei­te­rin Ma­rie-Chris­ti­ne Kuy­pers freut sich. „Es ist toll, zu se­hen wie viel Spaß den Be­su­chern un­se­re neue An­la­ge macht“, sagt die Tier­park­lei­te­rin, die längst kei­ne Be­rüh­rungs­ängs­te mehr mit den Tie­ren im neu­en In­sek­ta­ri­um hat und sich das „Le­ben­de Blatt“so­gar wie ei­ne klei­ne Bro­sche auf den Pull­over setzt.

Auch den Rie­sen­tau­send­füss­ler oder die To­ten­kopf­scha­be lässt sie auf ih­rer Hand spa­zie­ren ge­hen. Dort sind die In­sek­ten gut zu er­ken­nen, wer sie al­ler­dings in den Ter­ra­ri­en sucht, der muss schon ganz ge­nau hin­se­hen. Die „Wan­deln­den Gei­gen“bei­spiels­wei­se sind selbst dann kaum zu ent­de­cken, wenn die Tier­park­lei­te­rin vor­her ge­nau ge­zeigt hat, wo die Tie­re sit­zen. „Auch das macht hier den Reiz aus. Je­der muss erst ein­mal hin­schau­en, um zu se­hen: Was ist ein Blatt, was ist ein Tier?“

Da­mit ha­ben Rü­di­ger Bo­de und Ben­no Ibold kei­ne Pro­ble­me. Die bei­den ken­nen sich mit al­lem aus, was kriecht und krab­belt und ha­ben die gan­ze Sa­che mit dem In­sek­ta­ri­um ans Lau­fen ge­bracht.

Zu den Ar­ten­schutz­ta­gen hat­ten sie zwei Ta­ge lang ei­nen In­sek­ten­raum im Tier­park ein­ge­rich­tet. Der kam so gut an, dass die Idee ent­stand, ein ei­ge­nes In­sek­ta­ri­um auf der An­la­ge ein­zu­rich­ten. Die Sa­che kam ins Rol­len und nahm kon­kre­te For­men an. Auch weil es viel Un­ter­stüt­zung gab. Leu­te spen­de­ten Ter­ra­ri­en, Bo­de und Ibold rich­te­ten mit Hil­fe von Jan­nick Ros­ner und Lu­kas Trä­ger die Schau­käs­ten ein, und vom Aqua­zoo in Düs­sel­dorf gab es die Tie­re für die An­la­gen.

Mit dem Part­ner in der Lan­des­haupt­stadt ist ein lang­fris­ti­ger Aus­tausch ge­plant. So sol­len bei­spiels- wei­se Nach­zuch­ten aus­ge­tauscht wer­den. Der ers­te kün­digt sich in Wee­ze be­reits an: Die Ma­lai­ische Ge­spenst­schre­cke ist kurz vor der Eiab­la­ge.

Rü­di­ger Bo­de nimmt das Tier aus dem Ter­ra­ri­um und dreht es vor­sich­tig um. Un­ter der grü­nen Rie­sen­schre­cke sitzt ein brau­ner Art­ge­nos­se. „Das ist das Männ­chen“, er­läu­tert Bo­de den stau­nen­den Gäs­ten, die schon zur Er­öff­nung in gro­ßer Zahl in das In­sek­ta­ri­um kom­men.

Tier­park­lei­te­rin Ma­rie-Chris­ti­ne Kuy­pers ist zu­ver­sicht­lich, dass der Raum ein Pu­bli­kums­ma­gnet bleibt. Was jetzt noch fehlt, ist ei­ne Hei­zung, denn In­sek­ten und Spin­nen lie­ben es warm. Die Tem­pe­ra­tur in dem Raum darf nicht un­ter 18 Grad sin­ken. Der In­sek­ten­raum ist wie der Rest der An­la­ge kos­ten­los zu er­rei­chen. Grund­sätz­lich ist das In­sek­ta­ri­um täg­lich von 9 bis 18 Uhr

Was krab­belt denn da? Len­nard aus Win­ne­ken­donk be­äugt neu­gie­rig das Wan­deln­de Blatt auf der Hand von Tier­park­lei­te­rin Ma­rie-Chris­ti­ne Kuy­pers. Das Fo­to un­ten zeigt ei­ne To­ten­kopf­scha­be.

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