Hän­ge­par­tie an der al­ten „Sca­la“

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON MAT­THI­AS GRASS

Seit 2014 steht der Su­per­markt im ehe­ma­li­gen 1950er-Jah­re-Kino „Sca­la“leer. Die Hal­le soll ei­nem Neu­bau wei­chen. Für die Ge­schäfts­flä­chen im Erd­ge­schoss gibt es In­ter­es­sen­ten. Als Mie­ter für das Ober­ge­schoss war die Stadt im Ge­spräch.

KLE­VE En­de 2014 ver­kün­de­tet Ede­ka Drun­ke­müh­le für das Ge­schäft in der Kle­ver Ci­ty das Aus. Seit dem Aus­ver­kauf steht der gro­ße La­den im ehe­ma­li­gen Sca­la-Kino leer. Der klei­ne Vor­platz ver­kam, der Durch­gang zwi­schen Mi­no­ri­ten­kir­che und der Bau­stel­le Rat­haus war ge­lin­de ge­sagt un­schön. Und das in der Ci­ty. Jetzt ist das Rat­haus fer­tig, die Plät­ze müss­ten ge­stal­tet wer­den. Das geht aber nur pro­vi­so­risch, weil Mi­no­ri­ten­platz und Sca­la un­ge­löst sind.

Da­bei lie­gen für die Sca­la schon län­ger Plä­ne vor. Der in sich ge­schlos­se­ne Alt­bau soll ei­nem neu­en Ge­bäu­de wei­chen. Der Pla­ner war so­gar op­ti­mis­tisch: „Stadt­bü­che­rei Kle­ve“steht senk­recht auf der Ani­ma­ti­on für das neue, sand­stein­far­be­ne Ge­bäu­de. Es ist ein modern ge­schnit­te­ner, ge­ra­der Ent­wurf mit gro­ßen, fast raum­fül­len­den Fens­tern in den zwei Ober­ge­schos­sen. Der Bau schließt mit der Trau­fe des Nach­bar­ge­bäu­des ab und hat im Erd­ge­schoss ei­ne La­den­zei­le. Ent­wor­fen wur­de der Plan von Repp­co Ar­chi­tek­ten. Ein nüch­tern-mo­der­ner, hel­ler Bau mit den gro­ßen Fens­tern zur Gro­ßen und zur Her­zog­stra­ße und zum künf­ti­gen Mi­no­ri­ten­platz.

„Stadt­bü­che­rei“steht auf dem Ent­wurf. Kä­me die Stadt­bü­che­rei wirk­lich, könn­te man ei­gent­lich so­fort mit dem Bau be­gin­nen oder hät­te be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr an­fan­gen kön­nen, sagt Ste­fa­nie Ham­mer, die Be­sit­ze­rin des Sca­la-Ge­bäu­des. „Ide­al wä­re ne­ben den Ge­schäfts­flä­chen für das Erd­ge­schoss ei­ne städ­ti­sche Nut­zung“, sagt Ste­fa­nie Ham­mer.

Für das Erd­ge­schoss ge­be es be­reits ei­nen erns­ten In­ter­es­sen­ten. Ob das al­ler­dings mit der op­ti­mis­tisch an­ge­deu­te­ten städ­ti­schen Nut­zung der Ober­ge­schos­se klappt, ist mehr als of­fen, auch wenn es Si­gna­le sei­tens der Stadt ge­ge­ben ha­ben soll. „Ich den­ke, dass hier die Stadt ab­war­ten möch­te, wie die Ent­wick­lung auf dem Mi­no­ri­ten­platz wei­ter­geht“, sagt Ham­mer.

Da­mit wird das Gan­ze zur Hän­ge­par­tie. Und die Bau­kos­ten zie­hen auch noch an, sagt die In­ves­to­rin. Da­bei spre­chen die Nä­he zum Rat­haus und die zen­tra­le La­ge zwi­schen Rat­haus, Her­zog­stra­ße und künf­ti­gem Mi­no­ri­ten­platz durch­aus für ei­ne städ­ti­sche Nut­zung für die bis jetzt an der Was­ser­stra­ße eher ab­ge­le­ge­ne Stadt­bü­che­rei. Doch die Stadt hält sich da­bei be­deckt: „Der­zeit gibt es sei­tens der Ver­wal­tung kei­ne Be­stre­bun­gen, die Stadt­bü­che­rei zu ver­la­gern“, sagt Jörg Bol­ters­dorf, Spre­cher der Stadt Kle­ve. Au­ßer­dem ha­be in der Haus­halts­dis­kus­si­on die Po­li­tik sich dem Vor­schlag der Ver­wal­tung an­ge­schlos­sen und die Ver­wal­tung ein­stim­mig be­auf­tragt, zu prü­fen, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne Zu­sam­men­le­gung von VHS und Stadt­bü­che­rei mög­lich sei. Die Prü­fung wer­de aber so­lan­ge zu­rück­ge­stellt, bis die Ka­pa­zi­tä­ten der Ver­wal­tung für ei­ne Prü­fung wie­der zur Ver­fü­gung ste­hen. „Wir ma­chen na­tür­lich Ge­dan­ken­spie­le für ei­ne an­de­re Nut- zung der Ober­ge­schos­se, wol­len mög­li­che Op­tio­nen aus­lo­ten“, sagt Ham­mer. Je nach­dem, wie die obe­ren Ge­schos­se ge­nutzt wer­den kön­nen, könn­te dies auch Ein­fluss auf die Fas­sa­de ha­ben. Von de­ren Nut­zung hän­ge schließ­lich auch ab, was dann, wann zur Aus­füh­rung kom­me, sagt sie. Kon­kret sei die Pla­nung ei­ner hel­len, wer­ti­gen Fas­sa­de, da­mit das neue Haus ge­gen­über dem dunk­len Rat­haus ei­nen ei­ge­nen Ak­zent setz­te, so Ham­mer.

Da­bei ge­hört das Grund­stück der Sca­la zu den wich­tigs­ten im neu­en Rat­haus­vier­tel: Es grenzt mit der Schmal­sei­te zum Platz an der Her­zog­stra­ße und guckt auf die Kor­te­k­aas-Skulp­tur des Mi­no­ri­ten­mön­ches, lehnt sich an „Alex­an­der-Mo­den“an, schaut mit der Längs­sei­te

Blick von der Her­zog­stra­ße auf die ers­ten Plä­ne: Der Neu­bau soll den Durch­gang zum Mi­no­ri­ten­platz und zum neu be­zo­ge­nen Rat­haus at­trak­ti­ver ma­chen. Kä­me die Stadt­bü­che­rei, könn­te zeit­nah mit dem Bau be­gon­nen wer­den.

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