UN­SE­RE SEELSORGER (48) Auf Got­tes We­gen nach Ja­pan und zu­rück

Rheinische Post Goch - - GOTT UND DIE WELT -

hin­ter der Gren­ze durf­ten wir al­le rau­chen!“

Der nie­der­län­di­sche Or­dens­mann wur­de am 30. Ju­li 1905 in West­woud (Nord-Hol­land) ge­bo­ren. Am 1. Fe­bru­ar 1931 emp­fing er die Pries­ter­wei­he. 21 Jah­re wirk­te er als Mis­sio­nar und For­scher in Ja­pan. Ab 1955 war er drei Jah­re als Ka­plan in der Pfarr­ge­mein­de Chris­tus-Kö­nig in Kle­ve.

Im Ok­to­ber 1958 bat Pfarr­rek­tor Wil­helm Brück aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den um Ent­he­bung von sei­nem Amt. Zu sei­nem Nach­fol­ger be­rief der Bi­schof den nie­der­län­di­schen Wis­sen­schaft­ler und lang­jäh­ri­gen Stey­ler Ja­pan-Mis­sio­nar Pa­ter Dr. Ger­hard Groot zum Rek­tor der Kir­che in Ue­de­mer­bruch.

Die fei­er­li­che Ein­füh­rung durch Dechant Huy­eng, Goch, und Pfar­rer Wis­sing, Ue­dem, ge­schah we­ni­ge Wo­chen nach dem Tod Pi­us XII. Der neue Seelsorger ging mit Elan an sei­ne Auf­ga­be her­an: Das Pfarr­haus und der Gar­ten wur­den in Ord­nung ge­bracht, die Re­no­vie­rung des Miets­hau­ses mit der Bü­che­rei wur­de ge­plant.

Dr. Groot und sein Ren­dant Kuhl von der Ue­de­mer Bank be­an­trag­ten da­zu die not­wen­di­gen Mit­tel. Der Pa­ter un­ter­teil­te die Ge­mein­de in sie­ben Seel­sorgs­be­zir­ke, um die Ar­beit der Mit­ar­bei­ter zu er­leich­tern. Aber auch hier setz­te die Na­tur frü­he Gren­zen: Dr. Groot muss­te sich nach nur acht Wo­chen Tä­tig­keit we­gen ei­nes ein­ge­klemm­ten Bru­ches En­de De­zem­ber 1958 ins Ue­de­mer Kran­ken­haus be­ge­ben. Am 9. Ja­nu­ar 1959 kam ei­ne le­bens­be­dro­hen­de Lun­gen­em­bo­lie hin­zu. Zwei Ta­ge spä­ter hat­te sich sein Zu­stand so ver­schlech­tert, dass er die Kran­ken­sal­bung emp­fing.

Am 27. Ja­nu­ar konn­te er aber das Ho­s­pi­tal für ei­nen län­ge­ren Er­ho­lungs­auf­ent­halt am Chiem­see ver­las­sen. Von dort brach­te er ne­ben ei­ner ge­stärk­ten Ge­sund­heit auch 170 Thu­jas mit, die er zwi­schen Kir­che und Pfarr­gar­ten pflanz­te. „Über­haupt wa­ren Gar­ten, Ra­sen und He­cken sei­ne Lei­den­schaft. Dann zog sich der Pas­tor den blau­en hol­län­di­schen Over­all und die ‚Klom­pen’ an und war in sei­nem Ele­ment“, er­zählt Lam­bert Troos, der in der St.-Chris­to­phe­rus-Schu­le in Ue­de­mer­bruch Re­li­gi­ons­un­ter­richt, Ka­te­chis­mus und Kom­mu­ni- on­vor­be­rei­tung Groot hat­te.

Auch sei­ne Mut­ter, Ma­ria Troos (92 Jah­re alt), die 1948 auf den Na­bers­hof ein­hei­ra­te­te und de­ren ver­stor­be­ner Mann Jo­han­nes un­ter dem Geist­li­chen aus Hol­land im Kir­chen­vor­stand war, er­in­nert sich an ei­nen Aus­flug des Müt­ter­ver­eins mit dem Rek­tor über ei­nen gro­ßen Damm zu den Tul­pen­fel­dern in den Nie­der­lan­den.

Wäh­rend der Zeit in Ue­de­mer­bruch war Fräu­lein Moch die ge­schätz­te Haus­häl­te­rin des Geist­li­chen, der nach sei­ner Ge­ne­sung sei­ne Auf­ga­ben so­fort wie­der mit Ei­fer auf­nahm.

In den Jah­ren 1959 bis 1962 ver­merkt die Kir­chen­chro­nik ei­ne gro­ße An­zahl von Bau- und Gestal­tungs­tä­tig­kei­ten. „Manch­mal stan­den vier Trak­to­ren in der Kir­che“, be­rich­tet Dr. Groot spä­ter, der 1969 in den Ru­he­stand nach Sch­nep­pen­baum ging. Am 24. Mai 1970 starb er in Bed­burg-Hau, wo er auch sei­ne letz­te Ru­he­stät­te fand.

bei

Pfarr­rek­tor

FO­TO: PRI­VAT

Pfar­rer Ger­hard Groot bei der Ein­seg­nung ei­nes Feu­er­wehr­fahr­zeugs An­fang der 60er Jah­re in Ue­de­mer­bruch.

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