„Ver­pflich­tung“

Rheinische Post Goch - - ZUHAUSE IN KALKAR - Wilfried van Haag

Pfr Alois van Do­or­nick, Ku­ra­to­ri­ums­mit­glied der Hag’schen Stif­tung, schrieb in der RP: Zi­tat aus dem Tes­ta­ment von Bernd van Ha­gen vom 29.5.1617 muss lau­ten: „… or­di­ni­re Und ge­be ick zur er­hal­tung Vie­rer Stu­den­ten, so geist­lich be­geh­ren zu wer­den, post ab­so­lut­am syn­ta­xim an­zu­neh­men die Zeit von sie­ben Jah­ren in stu­di­js zu ge­nie­ten, dar­zu zwey von den Freun­den Und zwey ar­me Stu­den­ten ge­nom­men wer­den sol­len, …“Syn­tax, heu­te nach Klas­se 7, 14 J, in der sie auch noch nicht ent­schie­den sind („be­geh­ren“), wo sie hin­ge­hen wol­len. Zu den 4 Pries­ter­wol­len­den kom­men dann noch die vier wei­te­ren „dar­zu“. Es war al­so ei­ne wirt­schaft­li­che För­de­rung von Ju­gend­li­chen, Fa­mi­li­en, Ar­men und Ver- wand­ten. Man ver­glei­che heut­zu­ta­ge: Mt 25, 29. Es wer­den nur noch Pries­ter ge­för­dert, ei­ne Miss­ach­tung des Stif­ter­wil­lens. Es wer­den auch häu­fig mehr als 4 Stu­den­ten ge­för­dert: 1996=9, 2007=8! Aber nur Pries­ter! „Ei­gen­mäch­tig­kei­ten des Pro­vi­sors hat­ten am Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts da­zu ge­führt, ei­ne ei­ge­ne Sat­zung zu er­stel­len und die bei­den Pfar­rer von Kal­kar und Grieth mit ins Boot zu ho­len.“Be­reits im 16. Jh tau­chen Pries­ter, die der Stif­ter nicht be­voll­mäch­tigt hat­te, in der Stif­tung auf. Die Bür­ger­meis­ter von Kal­kar und Grieth soll­ten die Rech­nun­gen über­prü­fen. Grieth spielt heu­te welt­lich als auch kirch­lich in der Stif­tung kei­ne Rol­le mehr – auch das ge­gen den Stif­ter­wil­len, aber nor­ma­tiv. Muss nicht sein! Da­für ha­ben wir aber ne­ben dem Orts­pfar­rer noch den Em­me­ri­cher Dechan­ten Bernd de Ba­ey und Bru­der-Pfar­rer Theo­dor van Do­or­nick aus Hüt­hum – El­ten. Wo ist der Be­zug zum Tes­ta­ment? „Dick soll ein zeit­li­cher Pro­vi­sor schul­dich Und ge­hal­ten sein jähr­lich vor ein zeit­li­chen Bür­ger­meis­ter der Stadt Cal­car Und Grieth zu­gleich, Und das auff Kos­ten die­ser Fun­da­ti­on sei­ner rich­ti­gen Rech­nung zu thun.“„… tra­fen sich sei­ne bluts­ver­wand­ten Nach­fah­ren“: auch falsch: Es ist an­zu­zwei­feln, dass al­le heu­ti­gen Mit­glie­der mit dem Stif­ter „bluts­ver­wandt“sind. „Ei­ne 50-sei­ti­ge Bro­schü­re zur ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung die­ser wohl äl­tes­ten Pries­ter­stif­tung des Nie­der­rheins er­ar­bei­te­ten die Fa­mi­li­en­mit­glie­der Nor­bert Bas­qué und Wilfried van Haag nach Sichtung der Un­ter­la­gen im Stadt- und Bis­tums­ar­chiv.“Rich­tig ist: Die­ser Wilfried van Haag hat - wie Nor­bert Bas­qué auch - in zahl­rei­chen Ar­chi- ven ge­forscht. Er hat bis­lang kein Jo­ta zu der an­ge­kün­dig­ten Schrift bei­ge­tra­gen und hat auch nicht vor, an ei­ner un­kri­ti­schen Schrift mit­zu­wir­ken. Bern­hard van Haag hat das nicht ver­dient, auch, wenn man noch die wei­te­ren Tes­ta­ments­ver­fü­gun­gen, die hier aber nicht the­ma­ti­siert wer­den, be­trach­tet. Ich ha­be gro­ße Ach­tung vor ihm. Das ist mir Ver­pflich­tung.

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