Chi­ne­si­sche Mau­er

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON HORST THOREN

Beim Ver­kauf von Un­ter­neh­men geht es zu wie bei Ebay. In der Re­gel be­kommt der Höchst­bie­ten­de den Zu­schlag. Und wie beim On­li­ne-Han­del in­ter­es­sier­te es bis­lang we­nig, wer der Käu­fer ist. Haupt­sa­che, die Kas­se stimmt. Jetzt aber gibt es für den Ver­kauf von Un­ter­neh­men neue Re­geln. Die Bun­des­re­gie­rung hat ihr Ve­to­recht aus­ge­wei­tet. Sie kann da­mit ver­hin­dern, dass wich­ti­ges Know-how ins Aus­land geht. Be­son­ders die Chi­ne­sen, seit Jah­ren schon auf Ein­kaufs­tour in NRW, sol­len of­fen­sicht­lich stär­ker kon­trol­liert wer­den. Weil aber Chi­nas fi­nanz­star­ke In­ves­to­ren nicht sel­ten Höchst­prei­se zah­len, fürch­ten ver­kaufs­wil­li­ge Un­ter­neh­men, at­trak­ti­ve Kauf­in­ter­es­sen­ten zu ver­lie­ren. Sie wol­len sich das gu­te Ge­schäft nicht neh­men las­sen und üben Kri­tik am Ve­to­recht. Ihr Ar­gu­ment: Ver­trags­frei­heit und Ei­gen­tums­schutz wür­den aus­ge­höhlt.

Da­bei ver­ges­sen sie ei­ne Kern­aus­sa­ge des Grund­ge­set­zes: Ei­gen­tum ver­pflich­tet. Da­zu zählt auch, wich­ti­ges Wis­sen und grund­le­gen­de Fä­hig­kei­ten für Deutsch­land zu si­chern. Al­ler­dings darf das Ver­bot ei­nes Ver­kaufs nur das letz­te, nach sorg­fäl­ti­ger Prü­fung ein­zu­set­zen­de Mit­tel sein. An­sons­ten wür­de die Bun­des­re­gie­rung sich dem Vor­wurf aus­set­zen, ei­ne „chi­ne­si­sche Mau­er“zu er­rich­ten. BE­RICHT

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