Wind­rad ver­letzt Ar­bei­ter schwer

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON SE­BAS­TI­AN LATZEL

Ei­nem Mann ist bei War­tungs­ar­bei­ten an ei­ner An­la­ge im Kal­be­cker Forst ein Teil sei­nes Fu­ßes ab­ge­trennt wor­den. Die Ro­tor­blät­ter hat­ten den 38-Jäh­ri­gen er­fasst, als die­ser kurz ab­ge­rutscht war. Kol­le­ge re­agiert schnell und rich­tig.

WEE­ZE Laut Po­li­zei ist es vor al­lem dem gu­ten und schnel­len Ver­hal­ten ei­nes Kol­le­gen zu ver­dan­ken, dass ein schwe­rer Un­fall ge­gen 13 Uhr an ei­nem Wind­rad in Kal­beck nicht noch schlim­mer aus­ging. Der 40Jäh­ri­ge aus Dins­la­ken war mit sei­nem 38-jäh­ri­gen Kol­le­gen aus Duisburg ges­tern zur tur­nus­mä­ßi­gen War­tung der An­la­ge nach Wee­ze ge­kom­men. Hier soll­ten im Kal­be­cker Forst die neu­en Wind­rä­der erst­mals ei­ner gro­ßen War­tung un­ter­zo­gen wer­den.

Die bei­den Män­ner ar­bei­te­ten in mehr als 130 Me­ter Hö­he. Um sich dort ge­fahr­los be­we­gen zu kön­nen, hät­ten sie die Ro­tor­brem­se ak­ti­viert, so die Po­li­zei. Die­se Brem­se soll ver­hin­dern, dass sich die rie­si­gen Flü­gel dre­hen und so die Ar­bei­ter ver­let­zen.

Als die bei­den Män­ner ih­re War­tung be­en­det hat­ten, lös­ten sie die Ro­tor­brem­se wie­der und woll­ten zum Bo­den zu­rück. Laut Po­li­zei sag­te der Duis­bur­ger in die­sem Mo­ment zu sei­nem Kol­le­gen, dass er noch mal et­was nach­schau­en woll­te.

Da­bei rutsch­te er al­ler­dings ab und blieb mit sei­nem Fuß ste­cken. Jetzt dreh­ten sich je­doch die rie­si­gen Ro­tor­blät­ter be­reits wie­der. Eins er­wisch­te den Mann und ver­letz­te ihn schwer. Er ver­lor ei­nen Teil sei­nes Fu­ßes. Sein Kol­le­ge alar­mier­te so­fort die Ret­tungs­kräf­te und küm­mer­te sich in luf­ti­ger Hö­he um den 38-Jäh­ri­gen. Die Feu­er­wehr Wee­ze rück­te mit drei Fahr­zeu­gen an, zu­sätz­li­chen war die Hö­hen­ret­ter-Ein­heit aus Ober­hau­sen alar­miert wor­den. Denn mit der Dreh­lei­ter der Feu­er­wehr wä­re der Mann nicht zu er­rei­chen ge­we­sen.

Al­ler­dings brauch­ten die Hö­hen­ret­ter dann doch nicht zu kom­men. Geis­tes­ge­gen­wär­tig griff der Dins­la­ke­ner sei­nen Kol­le­gen und seil­te sich mit ihm auf der den Ro­to­ren

Die An­la­gen im Kal­be­cker Forst rei­chen 200 Me­ter

in die Hö­he.

ab­ge­wand­ten Sei­te ab. Er ha­be sehr gut und schnell re­agiert, wur­de ge­lobt.

Am Bo­den ver­sorg­ten so­fort die Ret­tungs­kräf­te den ver­letz­ten Mann. Er wur­de mit dem Hub­schrau­ber in ei­ne Spe­zi­al­kli­nik ge­flo­gen. Nach An­ga­ben der Po­li­zei be­stand kei­ne Le­bens­ge­fahr.

Wie be­rich­tet, sind im Kal­be­cker Forst vor ei­ni­ger Zeit vier neue An­la­gen in Be­trieb ge­nom­men wor­den. Die Win­drie­sen dort rei­chen et­wa 200 Me­ter in die Hö­he. Be­trei­ber des Wind­parks ist die Bür­ger­wind Wee­ze Pla­nungs­ge­sell­schaft mit den bei­den Häu­sern Kal­beck und Wis­sen.

FO­TO: SCHULMANN

Der Not­arzt ver­sorg­te den Mann un­ten am Wind­rad. An­schlie­ßend flog ein Ret­tungs­hub­schrau­ber den Ver­letz­ten in ei­ne Spe­zi­al­kli­nik.

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