Der Ver­dacht scha­det

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON HENNING RA­SCHE

Wer den Ver­fas­sungs­schutz im In­ter­net be­sucht, wird vom Prä­si­den­ten Hans-Ge­org Maa­ßen mit dem Satz „Wir sind ein Di­enst­leis­ter für De­mo­kra­tie“be­grüßt. Ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, soll­te man mei­nen. Der Ge­heim­dienst soll die Grund­ord­nung die­ses Lan­des ver­tei­di­gen. Das kann aber nur ge­lin­gen, wenn die In­te­gri­tät der Be­hör­de au­ßer Fra­ge steht. Der Ruf des Ver­fas­sungs­schut­zes ist nach den NSU-Mor­den be­schä­digt. Ihn zu ver­bes­sern, muss in Maa­ßens ur­ei­ge­nem In­ter­es­se lie­gen. Er soll­te sich schnell dar­an er­in­nern.

Ge­wiss, es ist nicht be­wie­sen, dass er der AfD half, ei­ner Be­ob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz zu ent­ge­hen. Aber der Fall ist der­art hei­kel, dass schon der nicht aus­ge­räum­te Ver­dacht scha­det. Dem viel­fach pos­tu­lier­ten Vor­wurf, die Be­hör­de sei auf dem rech­ten Au­ge blind, muss der Bo­den ent­zo­gen wer­den. Es ist tö­richt, dass Maa­ßen dies nicht tut und sich hin­ter Ver­trau­lich­keit ver­steckt. Er könn­te aus­schlie­ßen, dass er je ei­ner Par­tei der­ar­ti­ge Tipps ge­ge­ben hat. War­um Maa­ßen das nicht tut? Das soll­te er schleu­nigst er­klä­ren.

BE­RICHT

HALF DER VER­FAS­SUNGS­SCHUTZ DER AFD?, TI­TEL­SEI­TE

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