Rei­che sol­len zah­len

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESSLER

Der rot-rot-grü­ne Se­nat in Ber­lin wird die Ab­schaf­fung der Ki­ta-Ge­büh­ren si­cher als so­zia­le Groß­tat fei­ern. Denn es passt zu lin­ker Rhe­to­rik, den Be­such al­ler Bil­dungs­ein­rich­tun­gen von der Krip­pe bis zum Uni­ver­si­täts­ex­amen ge­büh­ren­frei zu hal­ten. Mag man für Schu­le und Hoch­schu­le noch gu­te Grün­de fin­den – den Be­such der Ki­ta grund­sätz­lich um­sonst zu ge­wäh­ren, ist für Land und Kom­mu­nen teu­er, un­ge­recht und öko­no­misch we­nig ef­fi­zi­ent.

Ge­ra­de wenn bei­de El­tern­tei­le gut ver­die­nen, sind Ki­tas wert­voll. Muss ei­ner der Part­ner we­gen feh­len­der Be­treu­ung zu Hau­se blei­ben, fällt der Ver­dienst­aus­fall hö­her aus als bei Durch­schnitts­ver­die­nern. Da ist es fair, dass Rei­che mehr für die Ki­ta zah­len. Zu­gleich müs­sen vie­le Kom­mu­nen tie­fer in die Ta­sche grei­fen. Das Geld für die Ki­ta-Kin­der der Rei­chen müs­sen sie sich auch bei är­me­ren Bür­gern be­sor­gen.

Zu­dem sind Ki­ta-Ge­büh­ren für Kom­mu­nen ein An­reiz, mehr in die früh­kind­li­che Aus­bil­dung zu in­ves­tie­ren. Ge­ra­de Gut­ver­die­ner dürf­ten eher auf die Ki­ta-Qua­li­tät ach­ten als auf ein ge­büh­ren­frei­es An­ge­bot. Da­von pro­fi­tie­ren auch die üb­ri­gen Kin­der.

BE­RICHT

BER­LIN SCHAFFT KI­TA-GE­BÜH­REN AB, PO­LI­TIK

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