Kar­di­nal Wo­el­ki pre­digt über das Ja-Wort

Rheinische Post Kevelaer - - AUS DEM GELDERLAND -

An­läss­lich des Ge­denk­ta­ges „Ma­riä Na­men“kam der Köl­ner Erz­bi­schof nach Kevelaer.

KEVELAER (RP) Vor dem fei­er­li­chen Got­tes­dienst nutz­te Kar­di­nal Rai­ner Ma­ria Wo­el­ki die Ge­le­gen­heit, in al­ler Stil­le am Gna­den­bild der Mut­ter­got­tes auf dem Ka­pel­len­platz zu be­ten. Zum Ge­denk­tag „Ma­riä Na­men“war der Köl­ner Erz­bi­schof an den Nie­der­rhein ge­reist, um mit zahl­rei­chen Pil­gern ei­ne Mes­se in der Ma­ri­en­ba­si­li­ka zu fei­ern.

In sei­ner Pre­digt sprach er über den Mo­ment, in dem Ma­ria durch ei­nen En­gel er­fährt, dass sie den Sohn Got­tes zur Welt brin­gen soll. Die­se Sze­ne aus dem Lu­kas-Evan­ge­li­um (Lu­kas 1, 26-38) sei den meis­ten Chris­ten si­cher­lich seit ih­rer Kind­heit ver­traut, sag­te der Kar­di­nal, aber wo­mög­lich im Her­zen und im Ver­stand nicht mehr so prä­sent. „Was hier ge­schieht, be­inhal­tet Un­vor­stell­ba­res: Das ist die al­les ent­schei­den­de Bot­schaft Got­tes, es ist die Bot­schaft schlecht­hin, die al­le an­de­ren Bot­schaf­ten in die Ecke stellt“, sag­te Wo­el­ki. „Got­tes Sohn will in un­se­re Welt kom­men, der Schöp­fer will ge­schöpft wer­den, ei­ner von uns sein.“

Dass Ma­ria nach der Bot­schaft sag­te „Mir ge­sche­he nach Dei­nem Wil­len“sei gleich­sam ein „Ja-Wort“an Gott ge­we­sen. Sie ha­be eben nicht nur mit ei­nem Wort, son­dern mit ih­rer gan­zen Per­son ge­ant­wor- tet, sag­te der Kar­di­nal und zog ei­nen Ver­gleich zur Ehe­schlie­ßung: „Es ist wie bei Menschen, die ein­an­der lie­ben, die sich ver­trau­en und ei­ne christ­li­che Ehe ein­ge­hen wol­len. Hin­ter dem Wort ,Ja‘ muss dann mehr ste­hen als zwei Buch­sta­ben, da­hin­ter muss man sel­ber mit sei- nem Le­ben und sei­ner Per­son ste­hen.“

Das „Ja-Wort“von Ma­ria ha­be zu­dem noch ei­ne viel grö­ße­re Di­men­si­on ge­habt: Sie ha­be die Ant­wort stell­ver­tre­tend für al­le Menschen ge­ge­ben. Doch je­der müs­se sich die­ses „Ja“zu ei­gen ma­chen und es nach­spre­chen. Gott ha­be sein „Ja“zu je­dem Menschen be­reits ge­spro­chen in der Gestalt Je­su, der „das ,Ja‘ Got­tes in Per­son“sei, sag­te der Kar­di­nal.

Doch Gott zwän­ge sich den Menschen nicht auf, „er zwingt uns sein Heil nicht auf. Er er­war­tet un­se­re freie Ant­wort, un­ser frei­es ,Ja‘“, er­klär­te Wo­el­ki. „Jetzt sind wir dran, wir müs­sen uns öff­nen, da­mit Gott heu­te aus uns ge­bo­ren wer­den kann.“Und so, wie Gott ge­kom­men und Hand und Fuß an­ge­nom­men ha­be, müs­se je­der Christ je­den Tag dar­auf hö­ren, „was Gott uns heu­te an Her­aus­for­de­run­gen stellt und wo er kon­kret ge­gen­wär­tig sein möch­te“.

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