At­men­der De­ckel

Rheinische Post Kevelaer - - STIMME DES WESTENS -

Beim At­men han­delt es sich um ei­ne Tä­tig­keit, die für ge­wöhn­lich Le­be­we­sen wie Men­schen oder Bo­no­bo-Af­fen vor­be­hal­ten ist. Sie dient zur Auf­recht­er­hal­tung le­bens­not­wen­di­ger kör­per­li­cher Ak­ti­vi­tä­ten. Die Faust­re­gel be­sagt: Er­lischt der Atem, er­lischt das Le­ben. Auf­grund die­ser Er­fah­rung er­scheint es frag­lich, ob es so et­was wie ei­nen at­men­den De­ckel über­haupt ge­ben kann. Die­ses Kon­strukt ist für die Wahl zum Un­wort des Jah­res vor­ge­schla­gen, das in der kom­men­den Wo­che ge­kürt wird. So ha­ben CDU und CSU einst ih­re als Kompromiss ge­tarn­te Ober­gren­ze für Flücht­lin­ge ge­nannt. Fle­xi­bi­li­tät soll das At­men si­gna­li­sie­ren, Starr­heit der De­ckel. Das ist frei­lich ein Wi­der­spruch. Dass es da­bei um Schick­sa­le geht, spiel­te bei der Na­mens­fin­dung of­fen­bar kei­ne Rol­le. her

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