Ru­mä­ne zu vier Jah­ren Haft ver­ur­teilt

Rheinische Post Kevelaer - - AUS DEM GELDERLAND - VON LAU­RA HARLOS

Stra­fen we­gen Men­schen­han­dels, Frei­heits­be­rau­bung und Kör­per­ver­let­zung.

GOCH/KLE­VE Im Straf­pro­zess ge­gen ei­nen 30-Jäh­ri­gen aus Gel­sen­kir­chen ver­häng­te das Land­ge­richt Kle­ve ges­tern ei­ne Frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und neun Mo­na­ten we­gen Men­schen­han­dels zum Zweck der se­xu­el­len Aus­beu­tung. Zu­dem er­hielt der ge­bür­ti­ge Ru­mä­ne zwei Jah­re und sechs Mo­na­te we­gen Frei­heits­be­rau­bung mit schwe­rer Kör­per­ver­let­zung in zwei Fäl­len. „Die Kam­mer ist da­von über­zeugt, dass die Aus­sa­gen der Ge­schä­dig­ten bei der Po­li­zei­ver­neh­mung rich­tig sind“, sag­te Rich­ter Frank Jan­ßen. Auch am zwei­ten Ver­hand­lungs­tag war die Ge­schä­dig­te und da­mit Haupt­zeu­gin nicht vor dem Land­ge­richt Kle­ve er­schie­nen. Der Kon­takt zu ihr nach Ru­mä­ni­en sei ab­ge­bro­chen. Da­bei hät­te ih­re Aus­sa­ge im Pro­zess ge­gen ih­ren Ex-Freund die Wahr­heits­fin­dung leich­ter ge­macht.

Im Som­mer 2016 leb­ten bei­de in Deutsch­land, sie lern­ten sich über Face­book ken­nen. Die da­mals 19Jäh­ri­ge ar­bei­te­te in ei­ner Bar, doch das dort ver­dien­te Geld soll dem An­ge­klag­ten nicht für ei­ne „ge­mein­sa­me Zu­kunft“ge­reicht ha­ben. Des­we­gen soll er sie zu­nächst zur Pro­sti­tu­ti­on in Duis­burg ge­drängt ha­ben, spä­ter soll sie zu­sätz­lich ei­nen Job in ei­nem Sau­na­club in Goch auf­ge­nom­men ha­ben. Als der An­ge­klag­te 2017 zwi­schen­zeit­lich ei­ne an­de­re Haft­stra­fe ab­saß, soll die Ge­schä­dig­te her­aus­ge­fun­den ha­ben, dass der An­ge­klag­te ei­ne Ehe­frau und zwei Kin­der be­sit­ze und die­se auch schon nach Deutsch­land ge­bracht ha­be. Dar­auf­hin woll­te sie sich von ihm tren­nen. Am 14. No­vem­ber 2017 soll der An­ge­klag­te der Frau vor ei­ner Go­cher Ede­ka-Fi­lia­le auf­ge­lau­ert, sie in den Na­cken ge­schla­gen, in ein Au­to ge­sto­ßen und in die Woh­nung ei­nes Cou­sins ge­fah­ren ha­ben. Dort soll sie meh­re­re Ta­ge fest­ge­hal­ten und da­bei mit Schlä­gen und ei­ner Stich­wun­de miss­han­delt wor­den sein.

Zwei Po­li­zei­be­am­te schil­der­ten am zwei­ten Ver­hand­lungs­tag des Pro­zes­ses als Zeu­gen, was die Ge­schä­dig­te in den Ver­neh­mun­gen nach der Fest­nah­me des An­ge­klag­ten aus­sag­te. Ein Gut­ach­ter gab an, dass der An­ge­klag­te zwar Dro­gen, dar­un­ter Ma­ri­hua­na und Ko­ka­in kon­su­mie­re, aber kein Such­ver­hal­ten vor­lie­ge. So sah es auch Rich­ter Jan­ßen. „Der An­ge­klag­te ist in sei­ner Schuld­fä­hig­keit nicht ein­ge­schränkt.“

RP-FO­TO: HEINZ SPÜTZ

Die „Woh­nun­gen“für die In­sek­ten, die von den Wee­zer Kin­dern ge­baut wur­den, be­ste­hen aus vie­len klei­nen Röhr­chen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.