Gu­te No­ten für die Sport­stadt Gel­dern

Rheinische Post Kevelaer - - SPORT LOKAL - VON VOL­KER HIMMELBERG

Pro­fes­sor Lutz Thie­me von der Hoch­schu­le Ko­blenz prä­sen­tier­te am Mitt­woch­abend die Er­geb­nis­se der groß an­ge­leg­ten Umfrage in Sa­chen Sport. Fa­zit: Die Men­schen sind zu­frie­den; in man­chen Be­rei­chen gibt’s Luft nach oben.

GEL­DERN Die gu­te Nach­richt: Wä­re die Umfrage un­ter der Be­völ­ke­rung, die Pro­fes­sor Lutz Thie­me mit sei­nem Team von der Hoch­schu­le Ko­blenz in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten vor­ge­nom­men hat, ei­ne Prü­fung, so hät­te die Stadt Gel­dern pro­blem­los be­stan­den. Man be­trach­te al­lein den Punkt „All­ge­mei­ne Zuf­rie­den­heit mit dem Sport­an­ge­bot vor Ort“. Die hell­blau­en (eher zu­frie­den) und grü­nen Bal­ken (sehr zu­frie­den) mach­ten sich bei der Po­wer-Po­in­tPrä­sen­ta­ti­on im Bür­ger­fo­rum auf der rech­ten Sei­te breit. Die bräun­li­chen Fel­der der Un­zu­frie­de­nen wa­ren hin­ge­gen auf der lin­ken Sei­te so schmal, dass sie fast schon un­sicht­bar wirk­ten. Ein Schau­bild, das Helmut Hol­la, Lei­ter des Am­tes für Ju­gend, Schu­le und Sport im Gel­der­ner Rat­haus, sicht­lich ge­fiel.

Auch Rein­hard Wink­ler, Vor­sit­zen­der des Stadt­sport­ver­ban­des Gel­dern, zeig­te sich ges­tern sehr er- freut über die Er­geb­nis­se der aus­führ­lich an­ge­leg­ten Stu­die, die die Grund­la­ge der Sport­ent­wick­lungs­pla­nung dar­stellt. „Zu­nächst ein­mal be­stä­ti­gen die Um­fra­ge­wer­te und die Analyse der Wis­sen­schaft­ler, dass der Sport in Gel­dern von gro­ßer Be­deu­tung ist und die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men. Jetzt ha­ben die Ver­ei­ne, Po­li­ti­ker und die Ver­wal­tung ei­nen Leit­fa­den, mit des­sen Hil­fe die rich­ti­gen Wei­chen für die Zu­kunft ge­stellt wer­den kön­nen“, sag­te Wink­ler.

Bei der Prä­sen­ta­ti­on, mit der sich am 5. Ju­li auch der Gel­der­ner Sport­aus­schuss noch ein­mal aus­führ­lich be­schäf­ti­gen wird, wur­de deut­lich, dass es in fol­gen­den Punk­ten noch Luft nach oben gibt:

In­di­vi­du­el­le Sport­an­ge­bo­te: Die Umfrage ist in drei we­sent­li­che Teil­be­rei­che ge­glie­dert. An der Ver­eins­be­fra­gung be­tei­lig­ten sich 19 der ins­ge­samt 42 Ver­ei­ne, die dem Stadt­sport­ver­band an­ge­schlos­sen sind – die­se re­prä­sen­tie­ren rund 7000 Mit­glie­der. Au­ßer­dem führ­ten Pro­fes­sor Thie­me und sei­ne Mit­ar­bei­ter 28 aus­führ­li­che In­ter­views mit Ent­schei­dungs­trä­gern in Sa­chen Sport. Das Gros bil­den je­doch die 601 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die ih­re Mei­nung in der Haus­halts­be­fra­gung oder der öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Be­fra­gung im In­ter­net kund­ge­tan ha­ben. Und die­se Men­schen ha­ben mit dem or­ga­ni­sier­ten Ver­eins­sport oft­mals nichts am Hut. Zwei Zah­len zur Ver­deut­li­chung: Für 509 Men­schen ist bei der Wahl ih­res Wohn­sit­zes wich­tig, dass die nä­he­re Um­ge­bung für Fahr­rad­tou­ren ge­eig­net ist. „Nur“431 ori­en­tie­ren sich an den An­ge­bo­ten der Sport­ver­ei­ne vor Ort.

Thie­me: „Die Dif­fe­renz ist zwar re­la­tiv ge­ring. Aber wir stel­len auch in Gel­dern fest, dass sich die Men­schen ein noch bes­se­res Rad- und Wan­der­we­ge­netz wün­schen, das sie in ih­rer Frei­zeit in­di­vi­du­ell nut­zen kön­nen.“Die­ser Ent­wick­lung trägt der Kreis­sport­bund Kle­ve, der in Kür­ze sein neu­es Do­mi­zil an der Gel­der­ner Land­wehr be­zieht, be­reits Rech­nung. „Wir wis­sen um die Vor­lie­ben der Be­völ­ke­rung und bie­ten dem­nächst bei­spiels­wei­se ge­führ­te Rad­tou­ren rund um Gel­dern an“, teil­te KSB-Vor­sit­zen­der Lutz Ster­mann mit, der zu den in­ter­es­sier­ten Gäs­ten im Bür­ger­fo­rum ge­hör­te.

Hal­len­ka­pa­zi­tät: Vie­le Sport­ver­ei­ne kla­gen zwar über knapp be­mes­se­ne Zei­ten, zu de­nen sie an den Werk­ta­gen ab 16 Uhr die Hal­len in der Stadt und den Orts­tei­len nut­zen kön­nen. Im Wi­der­spruch da­zu steht je­doch die Tat­sa­che, dass ei­ni­ge Sport­stät­ten nur zu 50 Pro­zent aus­ge­las­tet sind – Ka­pa­zi­tä­ten wä­ren al­so frei. „Die­se Er­fah­rung ha­ben wir auch schon in an­de­ren Städ­ten ge­macht. Wir kön­nen nur an die Sport­ver­ei­ne ap­pel­lie­ren, we­sent­lich stär­ker zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Auf dem Platz ist Ri­va­li­tät in Ord­nung. Doch au­ßer­halb geht’s um ge­mein­sa­me In­ter­es­sen“, mein­te Thie­me. In die­sem Zu­sam­men­hang ver­weist SSV-Vor­sit­zen­der Rein­hard Wink­ler je­doch auf die gro­ße Flä­che der Stadt: „Von Er­wach­se­nen darf man zwar Fle­xi­bi­li­tät er­war­ten. Doch ei­nem Kind in Pont hilft es we­nig, wenn bei­spiels­wei­se in der Hal­le in Ka­pel­len noch Plät­ze frei sind.“Er­geb­nis der Stu­die: Die Lo­gis­tik lässt sich noch ver­bes­sern. Vot al­lem, wenn al­le Be­tei­lig­ten an ei­nem Strang zie­hen.

Kun­st­ra­sen: Der Gel­der­ner an sich be­vor­zugt die tra­di­tio­nel­len Sport­ar­ten; die Re­gent­schaft von „Kö­nig Fuß­ball“zieht nie­mand in Zwei­fel. Heut­zu­ta­ge wünscht sich je­der Ki­cker, der et­was auf sich hält, sein Hob­by auf Kun­st­ra­sen aus­üben zu kön­nen. Den gibt’s bis­lang nur im Gel­der­land­sta­di­on, ein wei­te­rer in Veert ist be­schlos­se­ne Sa­che. Die Umfrage-Er­geb­nis­se aus dem Spar­geldorf ma­chen deut­lich: Auch beim SV Wal­beck steht der „Tep­pich“ganz oben auf der Wun­sch­lis­te. sie­he Ein­wurf Gel­dern (ütz) Bei der 19. Tisch­ten­nisWelt­meis­ter­schaft der Senioren in Las Ve­gas wird der TTC BW Gel­dern-Veert mit drei Da­men ver­tre­ten sein. An­ne­ma­rie Fal­kow­ski, Birgit Ki­cia und San­dra Eh­ren wer­den die Rei­se in die Wüs­te von Ne­va­da be­reits am Wo­che­n­en­de an­tre­ten und sich vom 18. bis 24. Ju­ni in ver­schie­de­nen Al­ters­klas­sen in der Ein­zel- und Dop­pel­kon­kur­renz mit an­de­ren Sport­le­rin­nen aus al­ler Welt mes­sen. Für Fal­kow­ski ist es be­reits die zehn­te WM-Teil­nah­me, für Eh­ren die zwei­te und ein Neu­ling ist Birgit Ki­cia.

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Auf­merk­sam ver­folg­ten Gel­der­ner Sport­funk­tio­nä­re und Po­li­ti­ker die de­tail­rei­chen Aus­füh­run­gen von Pro­fes­sor Lutz Thie­me (nicht im Bild). Der Sport­ent­wick­lungs­plan für die Stadt hat be­reits Gestalt an­ge­nom­men.

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