Fi­nanz­amt: Kai­ser will schnel­le Lö­sung

Rheinische Post Kevelaer - - AUS DEM GELDERLAND - VON DIRK MÖWIUS

Nach dem Kauf des leer­ste­hen­den Ge­bäu­des such­te Gel­derns Bür­ger­meis­ter so­fort das Ge­spräch mit den mög­li­chen In­ves­to­ren für Ho­tel und Haus­arzt­zen­trum. Sie be­stä­ti­gen ihr In­ter­es­se, wenn die Wirt­schaft­lich­keit ge­ge­ben ist.

GEL­DERN Kaum ist Sven Kai­ser als Gel­derns Stadt­ober­haupt Haus­herr im al­ten Fi­nanz­amt am Müh­len­turm, gibt er sich viel Mü­he, das Ge­bäu­de schnell wie­der los zu wer­den. Denn die Stadt Gel­dern hat das Haus nicht ge­kauft, um ei­ne Im­mo­bi­lie mehr zu be­sit­zen. Sie will die Stadt­ent­wick­lung vor­an­brin­gen. Der Bür­ger­meis­ter am Don­ners­tag zu un­se­rer Re­dak­ti­on: „Wir wol­len an die­ser zen­tra­len Stel­le, dem Ein­gang zum Zen­trum Gel­derns, die In­nen­stadt stär­ken.“

Da wä­re ein mo­der­nes Ho­tel, das Gäs­te in die Stadt lockt, an die­ser Stel­le gut auf­ge­ho­ben. Marc Janssen, Ge­schäfts­füh­rer der Am See Park Janssen Gm­bH, be­stä­tig­te auf Nach­fra­ge das In­ter­es­se an ei­nem zwei­ten Haus mit an­de­ren Kon­zept an die­ser Stel­le.

Tem­po mahnt Dr. Arne Klein­stäu­ber in der An­ge­le­gen­heit an. Es ist mitt­ler­wei­le fünf Jah­re her, dass der Haus­arzt der Stadt­ver­wal­tung erst­mals sei­ne Idee von ei­nem Haus­arzt­zen­trum vor­stell­te und um Un­ter­stüt­zung für die Su­che nach ei­nem ge­eig­ne­ten Stand­ort warb. „Wenn das Pro­jekt noch ver­wirk­licht wer­den soll, will ich bau­en, be­vor ich 60 bin. Schließ­lich soll es nicht erst fer­tig wer­den, wenn ich schon Rent­ner bin“, sag­te er un­se­rer Re­dak­ti­on. Sein In­ter­es­se be­ste­he wei­ter­hin, aber es ge­be noch vie­le Fra­ge­zei­chen. Denn am En­de müs­se die Wirt­schaft­lich­keit stim­men. Und der Kauf­preis sei nun hö­her als zu­nächst ge­dacht, zu­dem

Sven Kai­ser sei­en auch die Bau­prei­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ge­stie­gen. Auch die Fi­nan­zie­rung sei teu­rer ge­wor­den.

Dass die­se Fak­to­ren be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen, weiß auch Sven Kai­ser. Er hofft dar­auf, dass ein Teil des Ge­län­des ne­ben den Pro­jek­ten Ho­tel und Haus­arzt­zen­trum noch für Woh­nungs­bau ge­nutzt wer­den kann. Denn es füh­re kein Weg dar­an vor­bei, dass die Stadt ihr jetzt ein­ge­setz­tes Geld zu­rück­be­kom­men möch­te.

Zum Kauf­preis macht Kai­ser kei­ne An­ga­ben. Das An­ge­bot von Pe­ter Wer­le soll nach un­se­ren In­for­ma­tio­nen bei 850.000 Eu­ro ge­le­gen ha­ben. In die­ser Grö­ßen­ord­nung dürf­te auch der Be­trag lie­gen, den die Stadt nun zah­len muss, um ihr Vor­kaufs­recht wahr­zu­neh­men.

Sven Kai­ser be­rich­tet, mit dem Al­pe­n­er In­ves­tor Pe­ter Wer­le ha­be man sich dar­auf ge­ei­nigt, dass er sich zu­rück­zieht und die Stadt kau­fen kann. Er ha­be auch den „Ver­zicht auf Ein­re­de“er­klärt, da­mit die Stadt nicht durch ei­ne mög­li­che War­te­frist noch mehr Zeit ver­liert. Zu­ge­ständ­nis­se der Stadt an Wer­le ha­be es nicht ge­ge­ben.

Sven Kai­ser will jetzt wei­ter Tem­po ma­chen. In der Stadt­ver­wal­tung ge­be es durch­aus auch schon Über­le­gun­gen, nicht nur das Ge­bäu­de auf­zu­wer­ten, son­dern auch den ge­sam­ten Be­reich der Am­pel­kreu­zung Ost-, Süd­wall und Gel­der­tor at­trak­ti­ver zu ma­chen. Dort kön­ne man sich auch ei­nen Kreis­ver­kehr vor­stel­len.

Ei­ne gu­te Nach­richt gibt es für Gel­derns Au­to­fah­rer: Sven Kai­ser geht da­von aus, dass man den Bau­zaun kurz­fris­tig an­ders set­zen kann, so dass die Park­plät­ze des al­ten Fi­nanz­am­tes wie­der nutz­bar wä­ren. Zu­min­dest, bis der gro­ße Um­bau be­ginnt.

„Wir wol­len an die­ser Stel­le, dem Ein­gang zum Zen­trum Gel­derns, die

In­nen­stadt stär­ken“

Bür­ger­meis­ter „Wenn das Pro­jekt noch ver­wirk­licht wer­den soll, will ich bau­en, be

vor ich 60 bin“

Dr. Arne Klein­stäu­ber

Haus­arzt

FO­TO: MÖWIUS

Sven Kai­ser denkt auch über den Um­bau der Kreu­zung nach.

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