Pfar­rer Prie­ßen nimmt Ab­schied

Rheinische Post Kevelaer - - GOTT UND DIE WELT - VON BI­AN­CA MOKWA

In ei­nem Brief for­dert er die Mit­glie­der der Ge­mein­de St. Dio­ny­si­us Kerken auf, sich wei­ter­hin zu en­ga­gie­ren.

NI­EU­KERK Es sind kei­ne leich­ten Wo­chen, die hin­ter Pfar­rer Theo­dor Prie­ßen lie­gen. Er geht bald nach St. Wil­li­brord Kle­ve. Er muss Ab­schied neh­men. Lan­ge hat­ten vie­le Ker­ke­ner für ein Blei­ben ge­kämpft. Das Bis­tum blieb aber bei sei­ner Ent­schei­dung und da­mit für den Wech­sel des be­lieb­ten Ker­ke­ner Pfar­rers nach Kle­ve. In ei­nem Brief wen­det der sich nun an sei­ne Ge­mein­de. Es ist ei­ne Art Nach­lass, Ge­dan­ken, die in die Zu­kunft rei­chen und die Hoff­nung ma­chen sol­len, ge­ra­de de­nen, die ihn ger­ne be­hal­ten hät­ten und nun ent­täuscht sind. „Mei­ne gro­ße Bit­te: Lasst Euch nicht ent­mu­ti­gen! En­ga­giert Euch wei­ter­hin für die

„Wenn Ihr auf Grä­ben stoßt, die Ihr nicht zu­schüt­ten könnt, dann baut ein­fach ei­ne Brü­cke dar­über. Das Wort Got­tes ist die Brü­cke“

Theo­dor Prie­ßen gu­te Sa­che!“, schreibt Prie­ßen.

Im Ge­spräch macht er deut­lich: „Ein Aus­tritt aus der Kir­che ist kei­ne Lö­sung, auch wenn man sich ohn­mäch­tig fühlt.“Mit dem Aus­tritt be­rau­be man sich der ei­ge­nen Hei­mat für die See­le. An dem Abend, als das Bis­tum sei­ne Per­so­nal­ent­schei­dung vor vie­len Zu­hö­rern im Ad­ler­saal be­stä­tig­te, war im­mer wie­der von tie­fen Grä­ben zwi­schen Ni­eu­ker­kern und Al­de­ker­kern die Re­de ge­we­sen. „Wenn Ihr auf Grä­ben stoßt, die Ihr nicht zu­schüt­ten könnt, dann baut ein­fach ei­ne Brü­cke dar­über. Das Wort Got­tes ist die Brü­cke“, schreibt Prie­ßen in sei­nem Brief. „Das Reich Got­tes wächst nicht durch Zank und Streit, Über­heb­lich­keit und Ab­schot­tung, es wächst durch Groß­her­zig­keit und Ver­trau­en. Habt Ver­trau­en, ich ha­be es auch“, lau­ten die Wor­te des Geist­li­chen für ei­nen Kir­chen­frie­den. In sei­ner Be­grün­dung sag­te Weih­bi­schof Rolf Loh­mann, dass ein Neu­an­fang in der Ker­ke­ner Kir­chen­ge­mein­de dran ist. Leich­ter soll es mit ei­nem neu­en Mann für die Kir­che in Kerken fal­len. Der steht fest. Es ist Chris­ti­an Resch.

Auch wenn er ihn nicht per­sön­lich ken­ne, er ha­be den Ein­druck, Resch sei ein Glücks­fall für die Ge­mein­de, sagt Prie­ßen. In sei­nem Brief bit­tet er die Ge­mein­de­mit­glie­der, das neue Seel­sor­ge­team zu un­ter­stüt­zen, „auch in der Auf­ga­be, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen“. Er sei sehr froh, dass es mit der Be­nen­nung ei­nes Nach­fol­gers so schnell ge­gan­gen sei. „Das Bis­tum hat sein Ver­spre­chen wahr ge­macht“, sagt Prie­ßen. Zu den Ver­spre­chen ge­hört auch, dass es noch ei­nen zu­sätz­li­chen Geist­li­chen für die Ge­mein­de ge­ben wird, mehr al­so als zu­vor. Mit dem bis­he­ri­gen Per­so­nal­schlüs­sel sei die Ar­beit nicht zu schaf­fen ge­we­sen. „Das hat mich ge­schafft.“

Von An­fang April bis An­fang Ju­ni war er krank­ge­schrie­ben, zwi­schen- durch muss er noch ein­mal für drei Wo­chen in ei­ne Kli­nik we­gen sei­nes Tin­ni­tus. Mo­men­tan ha­be man die Gottesdienste in St. Dio­ny­si­us re­du­ziert. „Und im Bü­ro ist auch im­mer was zu tun“, sagt Prie­ßen, der sich be­wusst als Seel­sor­ger und nicht als Ver­wal­tungs­mensch sieht. Als nicht lei­ten­der Pfar­rer in St. Wil­li­brord Kle­ve wird er wie­der mehr Seel­sor­ger sein kön­nen. „Aber ich bin nicht der ein­zi­ge, der Stress hat“, re­flek­tiert er. Da sind die vie­len Eh­ren- amt­li­chen in der Kir­chen­ge­mein­de, bei de­nen er sich recht herz­lich be­dankt. Für die und für sich wünscht er sich, dass Kir­che wie­der das wird, was sie sein soll. „Ei­ne Tank­stel­le für die See­le“, nennt es Prie­ßen. „Hal­tet fest am Glau­ben, ich hal­te es auch.“

RP-ARCHIVFOTO: SEYBERT

Pfar­rer Theo­dor Prie­ßen geht bald nach St. Wil­li­brord Kle­ve. Am Sonn­tag, 26. Au­gust, fin­det um 14 Uhr in St. Dio­ny­si­us der Ab­schieds­got­tes­dienst für ihn statt. Im An­schluss be­steht im Ad­ler­saal die Mög­lich­keit, sich von dem Seel­sor­ger zu ver­ab­schie­den.

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