SPD be­straft Bür­ger-En­ga­ge­ment

Rheinische Post Kleve - - UNTERHALTUNG -

len“, sag­te er. Auch die SPD-Frak­ti­ons­che­fin Pe­tra Te­kath un­ter­strich, dass „je­der wäh­rend der Of­fen­la­ge wie­der An­re­gun­gen ein­brin­gen kann“.

Kei­ne Mehr­heit hat die Wind­kraft in Kle­ve: Deut­lich mach­ten al­le Frak­tio­nen, dass sie ei­ne im Re­gio­nal­plan vor­ge­se­he­ne Vor­rangs­zo­ne bei Niers­wal­de ab­leh­nen. Die Grü­nen woll­ten im­mer­hin noch den Satz „Die räum­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Aus­bau der Wind­ener­gie sol­len auf ge­eig­ne­ten Stand­or­ten ge­schaf­fen wer­den“er­hal­ten. Da­ge­gen wand­te sich nicht nur die CDU-Frak­ti­on: Es ge­be in Kle­ve kei­ne ge­eig­ne­ten Flä­chen für Wind­kraft, sag­te Wolf­gang Ge­bing. Schon gar nicht im Wald oder in Wald­nä­he. Sei­ne Frak­ti­on be­an­trag­te, den kom­plet­ten Pas­sus zur Wind­ener­gie aus der Stel­lung­nah­me Kle­ves zum Re­gio­nal­plan zu neh­men. Da­mit sei auch die Vor­rang­zo­ne zwi­schen Niers- und Reichs­wal­de vom Tisch, sag­te Hed­wig Mey­er-Wil­mes (Grü­ne), de­ren Frak­ti­on ge­gen die­se kom­plet­te Strei­chung stimm­te. Al­so wird die Stadt kei­ne Stel­lung­nah­me zur Wind­ener­gie ab­ge­ben. Im Ge­gen­satz zum Kreis Kle­ve, der nicht nur den Pas­sus strich, son­dern de­zi­diert ins Feld führ­te, kei­ne Wind­kraft im Wald oder am Wald ha­ben zu wol­len. Auf An­trag von Joseph Gie­te­mann (SPD) wird die Qu­er­span­ge als Ver­bin­dung über die Ei­chen­al­lee kom­plett aus dem Ent­wurf zum her­aus­ge­nom­men. Die Be­den­ken ge­gen Fracking blei­ben.

Die An­trä­ge der Frak­tio­nen zum Sport­ent­wick­lungs­plan (CDU), zum Bei­tritt ins Zu­kunfts­netz Mo­bi­li­tät (SPD) und zum Freun­des­kreis des Mu­se­ums (SPD) wur­den in die Fach­aus­schüs­se ver­wie­sen. Die SPD möch­te, dass die Mit­glie­der des Freun­des­krei­ses, die sich mit eh­ren­amt­li­cher Ar­beit und mit ho­hen Sum­men für das Mu­se­um ein­set­zen, künf­tig Ein­tritts­geld be­zah­len sol­len.

Vor der Sit­zung wur­de in ei­ner Ge­denk­mi­nu­te des an die­sem Tag bei­ge­setz­ten Rats­her­ren Aloys Her­manns ge­dacht, der mit 56 Jah­ren nach lan­ger schwe­rer Krank­heit ver­stor­ben war.

Seit 30 Jah­ren un­ter­stüt­zen die Freun­de des Kle­ver Mu­se­ums die städ­ti­sche Ein­rich­tung. Sie ga­ben al­lein für die Er­wei­te­rung des Hau­ses 400.000 Eu­ro, sie er­mög­lich­ten das Denk­mal des Ei­ser­nen Man­nes im Park, un­ter­stütz­ten An­käu­fe, die die Samm­lung rei­cher mach­te, hol­ten Dritt­mit­tel in Mil­lio­nen­hö­he in die Stadt – zu den sie­ben­stel­li­gen Be­trä­gen, die sie für das Mu­se­um sam­mel­ten. Die Freun­de des Mu­se­ums hel­fen der Stadt in Zei­ten knap­per Kas­sen, dass das Kle­ver Mu­se­um ein über­re­gio­na­les Aus­hän­ge­schild bleibt. Der­zeit sam­meln sie für die Ret­tung spät­mit­tel­al­ter­li­chen Kul­tur­gu­tes für die Re­gi­on ei­nen ho­hen fünf­stel­li­gen Be­trag, um die Mü­hen von Lan­des­stif­tun­gen und der Ernst von Sie­mens-Stif­tung zu un­ter­stüt­zen. Mit­glie­der des Freun­des­krei­ses hel­fen eh­ren­amt­lich bei der Aus­rich­tung von Hoch­zei­ten, im Buch­la­den, in der Tech­nik. Und der Dank? Sie müs­sen sich von der Kle­ver SPD als „über­pri­vi­le­giert“be­schimp­fen las­sen. War­um? Weil die Stadt­vä­ter und -müt­ter einst so wei­se wa­ren, den Freun­den für ih­re Mü­hen frei­en Ein­tritt zu ge­wäh­ren. Das sei nicht hin­nehm­bar, so die SPD. Sie möch­te die Eh­ren­amt­li­chen aus der Mit­te der Bür­ger­schaft, die ver­läss­lich das Mu­se­um mit ih­rer Ar­beit und mit ho­hen Sum­men un­ter­stüt­zen, ab­kas­sie­ren. Weil Schü­ler, Stu­den­ten und So­zi­al­hil­fe­emp­fän­ger fünf Eu­ro Ein­tritt zah­len müs­sen, sol­len sie es auch. Stün­de es So­zi­al­de­mo­kra­ten nicht bes­ser zu Ge­sicht, rich­ti­ger­wei­se zu for­dern, dass end­lich Schü­ler, Stu­den­ten und So­zi­al­hil­fe­emp­fän­ger frei­en Ein­tritt ha­ben soll­ten, an­statt das En­ga­ge­ment der Bür­ger auch noch zu be­stra­fen? Ih­re Mei­nung zum The­ma? Schrei­ben Sie un­se­rem Au­tor un­ter Mat­thi­as.Grass@Rhei­ni­sche-Post.de

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Nach über 40 Jah­ren wie­der ein Stückchen wei­ter: Ges­tern ver­ab­schie­de­te der Rat der Stadt Kle­ve die Of­fen­la­ge ei­nes neu­en Be­bau­ungs­pla­nes für den Mi­no­ri­ten­platz.

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