Neu­er An­lauf für ein Ho­tel in Kempen

Rheinische Post Krefeld Kempen - - UNTERHALTUNG - VON ANDRE­AS REINERS

Seit Jah­ren wird in der Tho­mas­stadt dar­über dis­ku­tiert, ein neu­es Ho­tel zu bau­en. Ide­en da­zu gab es vie­le. Die An­sied­lung ist durch­aus er­wünscht. Was fehlt, sind po­ten­zi­el­le In­ves­to­ren und ein pas­sen­des Grund­stück.

KEMPEN Wenn es nach den Kem­pe­ner Christ­de­mo­kra­ten ge­hen wür­de, dann hät­te die Tho­mas­stadt längst ein Ho­tel mit Ta­gungs­räu­men am Kö­nigs­hüt­te-See zwi­schen Kempen und St. Hu­bert. Und das Are­al am ehe­ma­li­gen Bag­ger­loch wä­re zu ei­nem Frei­zeit- und Er­ho­lungs­ge­län­de aus­ge­baut. Ei­ne sol­che Idee hat die CDU-Stadt­rats­frak­ti­on be­reits vor ei­ni­gen Jah­ren in die po­li­ti­sche Dis­kus­si­on ein­ge­bracht. Rea­li­siert wor­den ist der Vor­schlag in­des bis heu­te nicht, was wohl auch am pri­va­ten Ei­gen­tü­mer des Ge­län­des an der Kö­nigs­hüt­te liegt.

Gleich­wohl treibt die Kem­pe­ner Kom­mu­nal­po­li­ti­ker seit Jah­ren der Wunsch um, in der Stadt ein neu­es Ho­tel zu eta­blie­ren. Denn an at­trak­ti­ven Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten herrscht Man­gel­wa­re. Die Stadt, die bei aus­wär­ti­gen Gäs­ten durch­aus als Rei­se­ziel be­liebt ist, kann kei­ne Her­ber­ge bie­ten, in der auch grö­ße­re Grup­pen mit ent­spre­chen­dem Kom­fort un­ter­ge­bracht wer­den kön­nen.

Die Frei­en Wäh­ler ha­ben das The­ma im Früh­som­mer wie­der auf die Ta­ges­ord­nung ge­bracht, auch nach­dem sich der Vor­sit­zen­de des Kem­pe­ner Wer­be­rings, Ar­min Horst, bei ei­ner Ver­an­stal­tung der Wäh­ler­ver­ei­ni­gung noch­mals aus­drück­lich für den Bau ei­nes neu­en Ho­tels in Alt­stadt­nä­he aus­ge­spro­chen hat­te. Das The­ma wird den zu­stän­di­gen Aus­schuss für Lie­gen­schaf­ten und Wirt­schafts­för­de­rung nun in des­sen nächs­ter Sit­zung am Di­ens­tag, 26. Sep­tem­ber, ab 18 Uhr im Rat­haus am But­ter­markt wie­der be­schäf­ti­gen.

Fest steht: Auch Tou­ris­mus­ex­per­ten be­für­wor­ten die An­sied­lung ei­nes neu­en Ho­tels in Kempen. Seit Jah­ren ver­tritt bei­spiels­wei­se Mar­ti­na Baum­gärt­ner, Ge­schäfts­füh­re­rin der Nie­der­rhein Tou­ris­mus Gm­bH mit Sitz in Vier­sen, die An­sicht, dass Kempen ei­ne at­trak­ti­ve Her­ber­ge braucht. Die soll­te auch grö­ße­ren Rei­se­grup­pen, die et­wa mit dem Bus un­ter­wegs sind, Platz bie­ten und am bes­ten auch noch über Ta­gungs­räu­me ver­fü­gen. An ei­ner sol­chen Un­ter­kunft man­gelt es Kempen. Das Sport­ho­tel ist zu klein und zu­dem arg in die Jah­re ge­kom­men. Auch ein Ho­tel wie das „Pa­pil­lon“an der Tho­mas­stra­ße ist für grö­ße­re Grup­pen zu klein.

Nei­disch schaut so man­cher Po­li­ti­ker in die Nach­bar­schaft, wo sich Ho­tels eta­blie­ren konn­ten, die ge­ra­de den Be­darf für Bus­tou­ris­ten er­fül­len kön­nen. Ein Haus wie das „Ho­tel am See“in Gel­dern wä­re auch in Kempen wün­schens­wert, ist viel­fach zu hö­ren. Im Som­mer­ge­spräch mit der Rhei­ni­schen Post hat­ten die So­zi­al­de­mo­kra­ten kürz­lich den Bau ei­nes neu­en Ho­tels im ge­plan­ten Bau­ge­biet im Kem­pe­ner Wes­ten ins Ge­spräch ge­bracht. Dort könn­te die Stadt ei­nem po­ten­zi­el­len In­ves­to­ren ein ge­eig­ne­tes Grund­stück zur Ver­fü­gung stel­len, meint die SPD. Nicht nur sie be­fürch­tet, dass – soll­te sich in Kempen nicht bald ei­ne Per­spek­ti­ve für die Ho­tel- plä­ne auf­tun – In­ves­to­ren mit an­de­ren Kom­mu­nen im Kreis Vier­sen ins Ge­schäft kom­men.

In Tei­len der Politik hat­te sich zu­letzt der Ein­druck breit ge­macht, im Kem­pe­ner Rat­haus tue man sich bei die­sem The­ma schwer. Bür­ger­meis­ter Vol­ker Rübo weist ei­nen sol­chen Vor­wurf zu­rück. „Die Ver­wal­tung steht im per­man­ten Aus­tausch mit Ver­tre­tern der Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft Kreis Vier­sen und der Nie­der­rhein Tou­ris­mus Gm­bH“, so Rübo in der Vor­la­ge für den Fach­aus­schuss. Man sei auch im „ste­ti­gen Aus­tausch über die Wei­ter­ent­wick­lung der Ho­tel­land­schaft in Kempen“. Wich­tig sei, ne­ben ei­nem In­ves­tor auch ei­nen Be­trei­ber für ein Ho­tel in Kempen zu fin­den. Grö­ße­re Ho­tel­ket­ten hat­ten zu­letzt im Rah­men der Mark­ter­kun­dung für die künf­ti­ge Nut­zung der Kem­pe­ner Burg be­reits ab­ge­wun­ken. Kempen kommt für sie als Ho­tel­stand­ort nicht in Fra­ge, die Burg als Ho­tel erst recht nicht, sie ist da­für zu klein.

RP-FO­TO: HEI­NER DECKERS

Der Kö­nigs­hüt­te-See zwi­schen Kempen und St. Hu­bert in ei­ner Luft­auf­nah­me: Plä­ne, dort ein neu­es Ho­tel mit An­bin­dung an ein Ge­län­de für Frei­zeit und Nah­er­ho­lung zu bau­en, lie­ßen sich bis­lang nicht rea­li­sie­ren.

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