Vorst-Nord ret­tet Haus­halts­ent­wurf

Rheinische Post Krefeld Kempen - - KEMPEN / GREFRATH - VON HERIBERT BRINKMANN

Ges­tern wur­de der Haus­halts­ent­wurf 2018 vor­ge­stellt. Er weist ei­nen Um­fang von 65 Mil­lio­nen Eu­ro auf und hat ei­ne De­ckungs­lü­cke von 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

TÖ­NIS­VORST Kei­ne Er­hö­hung von Grund- und Ge­wer­be­steu­ern, kei­ne Schlie­ßung von Ein­ri­chun­gen, kei­ne gra­vie­ren­den Ein­spa­run­gen bei den Leis­tun­gen. Das Zah­len­werk, das Bei­ge­ord­ne­te und Käm­me­rin Ni­co­le Wa­ßen ges­tern Vor­mit­tag den Me­di­en vor­stell­te und abends in den Stadt­rat ein­brach­te, kommt oh­ne bö­se Über­ra­schun­gen aus – ist aber auf­grund des frü­hen Da­tums im­mer noch „ei­ne Glei­chung mit zwei Un­be­kann­ten“(Bür­ger­meis­ter Thomas Go­ßen). Der Haus­halts­ent­wurf für das Jahr 2018 geht von Auf­wen­dun­gen in Hö­he von 65.052.551 Eu­ro aus, de­nen Er­trä­ge von 63.516.336 Eu­ro ge­gen­über ste­hen. Die De­ckungs­lü­cke von 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro wird aus den all­ge­mei­nen Rück­la­gen ent­nom­men, das ent­spricht 1,53 Pro­zent und ist (weil sie un­ter 5 Pro­zent bleibt, wie vom Ge­setz vor­ge­schrie­ben) ge­neh­mi­gungs­fä­hig.

Zum Er­geb­nis, das die Stadt­spit­ze ges­tern re­la­tiv ent­spannt prä­sen­tier­te, trägt in ers­ter Li­nie das Neu­bau­ge­biet Vorst-Nord bei. An Grund­stücks­ver­käu­fen nicht nur dort sol­len 2018 ins­ge­samt 5,6 Mil­lio­nen Eu­ro in die Stadt­kas­se flie­ßen. Der zwei­te Glücks­fall für den Haus­halt sind die Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Lan­des. Nach 2,5 Mil­lio­nen in 2016 und nur 1,6 Mil­lio­nen in 2017 hat das Land für 2018 Zu­wen­dun­gen von 4,3 Mil­lio­nen in Aus­sicht ge­stellt (das ließ Käm­me­rin Wa­ßen zum Te­le­fon­hö­rer grei­fen, um in Düs­sel­dorf nach­zu­fra­gen, ob die Sum­me stimmt). Bis­her hat die neu­ge­wähl­te Lan­des­re­gie­rung aber nur Ab­sichts­er­klä­run­gen ab­ge­ge­ben, die Sum­men sind noch nicht end­gül­tig fest­ge­setzt. Auf­grund der gu­ten Kon­junk­tur­la­ge stei­gen auch jahr für Jahr die kom- mu­na­len An­tei­le an Ein­kom­mens­und Um­satz­steu­er. In Tö­nis­vorst sind für 2018 17 Mil­lio­nen bei der Ein­kom­mens­steu­er und 1,6 Mil­lio­nen bei der Um­satz­steu­er auf der Ein­nah­men­sei­te ver­an­schlagt. Die Hun­de­steu­er macht üb­ri­gens nur 200.000 Eu­ro aus, die Ver­gnü­gungs­steu­er fällt mit 780.000 Eu­ro schon weit hö­her aus. An Ge­wer­be­steu­er will Tö­nis­vorst im kom­men­den Jahr 9,5 Mil­lio­nen Eu­ro ein­neh­men, die Grund­steu­er B be­läuft sich auf 4,6 Mil­lio­nen Eu­ro. Die ho­hen Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen und die po­si­ti­ven Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Lan­des las­sen Ni­co­le Wa­ßen die Pro­gno­se wa­gen, dass der Tö­nis­vors­ter Haus­halt 2020 ei­ne schwar­ze Null schreibt und 2022 mit ei­nem klei­nen Plus ab­schließt.

In Schu­len und Sport­an­la­gen wer­den rund 3,48 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert – von Brand­schutz­maß­nah­men bis zur Er­neue­rung von Hal­len­dä­chern. Der 2014 auf­ge­nom­me­ne Kre­dit von 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro, mit dem der Grund­er­werb und die Er­schlie­ßung des Bau­ge­bie­tes Vorst-Nord fi­nan­ziert wer­den, soll 2019 mit den Ein­zah­lun­gen aus Grund­stücks­ver­käu­fen ge­tilgt wer­den. Für die Fol­ge­jah­re sind kei­ne Kre­di­te für In­ves­ti­tio­nen geplant. Nicht ein­ge­rech­net sind al­ler­dings die Plä­ne für ein Ver­wal­tungs­neu­bau, weil hier zu­erst das Wirt­schaft­lich­keits­gut­ach­ten ab­ge­war­tet wer­den soll. Die ge­plan­te neue Rut­sche für das Schwimm­bad H2Oh! ist mit 395.000 Eu­ro erst für den Haus­halt 2020 ein­ge­plant. Für die Ge­bäu­de­er­hal­tung sind 2,06 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­rech­net, da­von 1,4 Mil­lio­nen für Sa­nie­run­gen und 635.000 Eu­ro für Brand­schutz­maß­nah­men.

Auf der Aus­ga­ben­sei­te sind 65 Pro­zent der Sum­men fest­ge­schrie­ben. 40 Pro­zent der Aus­ga­ben sind Trans­fer­leis­tun­gen, al­so Kreis­um­la­ge und Kos­ten für Ju­gen­der­zie­hung. Wei­te­re 25 Pro­zent be­tref­fen das Per­so­nal (Ta­rif­er­hö­hun­gen mit 1 Pro­zent kal­ku­liert). Für Flücht­lings­un­ter­künf­te wer­den 100.000 Eu­ro ver­an­schlagt, für 2019 dann 700.000 Eu­ro (Am Sport­platz in Vorst).

Für das Jahr 2022 kün­digt Käm­me­rin Ni­co­le Wa­ßen für Tö­nis­vorst wie­der ei­nen aus­ge­gli­che­nen

Haus­halt an

RP-FO­TO: WOLF­GANG KAI­SER

Käm­me­rin Ni­co­le Wa­ßen mit Wern­her Blo­men­kamp, Lei­ter der Käm­me­rei (links), und Bür­ger­meis­ter Thomas Go­ßen ges­tern im Rat­haus.

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