Bil­der mit ei­ner Ah­nung von er­in­ner­ten Land­schaf­ten

Rheinische Post Krefeld Kempen - - LOKALE KULTUR - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Na­tur als Idee ist be­herr­schen­des The­ma der Künst­le­rin Pe­tra Frö­ning. Im Schloss Neersen zeigt sie ei­nen klei­nen Über­blick aus zehn Jah­ren ih­res Schaf­fens. Die Aus­stel­lung wird am Sonn­tag er­öff­net.

NEERSEN Wind und Licht ha­ben ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen im Werk der Pe­tra Frö­ning. In den wie vom Licht durch­wirk­ten Ra­die­run­gen ist dies of­fen­sicht­lich. Denn hier scheint es oft, als ha­be die Son­ne mit glei­ßen­der Strahl­kraft Struk­tu­ren zur fi­li­gra­nen Li­ne­a­tur zu­rück­ge­nom­men. „Die Son­ne re­flek­tiert. Sie nimmt Din­ge zu­rück“, sagt die Künst­le­rin, die im Som­mer oft in der süd­fran­zö­si­schen Land­schaft ar­bei­tet. In den groß­for­ma­ti­gen Ge­mäl­den klingt die­ser Ein­druck eher de­zent an, und doch sind sie zum gu­ten Teil ge­speist aus den Zeich­nun­gen, die den Ra­die­run­gen vor­aus­ge­hen. Die Ra­die­run­gen sind selb­stän­di­ge Ar­bei­ten, aber auch Sam­mel­be­cken für Ide­en von Na­tur.

Frö­ning be­spielt die Mot­te mit groß­for­ma­ti­gen Wer­ken, die den Ge­samt­ein­druck ein­drucks­voll do­mi­nie­ren. Ih­nen be­hut­sam zur Sei­te ge­stellt sind Ra­die­run­gen, zum Block ge­reih­te „Stu­di­en“so­wie bei­na­he mi­nia­tur­haf­te Vo­gel­bil­der. Das Spek­trum ist groß. Vie­le Ar­bei­ten ent­stan­den in der Na­tur, die we­sent­li­che In­spi­ra­ti­ons­quel­le und doch nie im ei­gent­li­chen Sin­ne ab­ge­bil­det ist.

Ei­ni­ge Land­schafts­räu­me sind im dif­fu­sen Licht von at­mo­sphä­ri­scher Stim­mung. Sie wir­ken traum­gleich, wie ei­ne Ah­nung von Land­schaft. Sie Künst­le­rin sagt da­zu: „Sie sind aus der Er­in­ne­rung ge­malt, die Ein­drü­cke ver­blas­sen lässt. Wä­ren die­se Bil­der schär­fer aus­ge­stal­tet, wä­ren sie für mich nicht echt“. Bei­na­he über­ra­schend ge­gen­ständ­lich und klein­tei­lig in der Gestal­tung mu­tet hin­ge­gen zu­nächst das groß­for­ma­ti­ge Öl­bild „Sil­ber­bach“an. Doch beim zwei­ten Blick las­sen sich be­wusst kal­ku­lier­te, ge­stal­te­ri­sche Brü­che er­ken­nen. Es zeigt sich, dass die Struk­tu­ren viel­fach in die Abs- trak­ti­on über­ge­hen. Kla­rer und stren­ger sind die Schat­ten­bil­der mit Rück­grif­fen auf flo­ra­le Mo­ti­ve. Die­se La­ck­ar­bei­ten las­sen sich un­ter­schei­den in die schwarz/ grau­en Nacht­schat­ten und die in hel­le­ren Grau­tö­nen ab­ge­stuf­ten Tag­schat­ten. Über den ver­hal­ten aus­ge­lo­te­ten Farb­kon­tras­ten liegt ein mat­ter Schim­mer, der im ver­än­der­ten Licht oder über den Stand­ort­wech­sel des Be­trach­ters fei­ne Be­we­gung as­so­zi­iert.

Die gro­ßen Tu­sche­ar­bei­ten at­men wie­der die Plein-Air-At­mo­sphä­re. Was­ser ist prä­sent als The­ma und we­sent­li­ches Gestal­tungs­mit­tel. Hier schüt­tet die Künst­le­rin oft Was­ser über die Bild­flä­che. „Ich muss aus­wa­schen, vie­les wie­der raus­schwem­men“, sagt sie über den dy­na­mi­schen Ar­beits­pro­zess, bei dem sie zu­wei­len, ge­blen­det von der Son­ne, bei­na­he blind malt.

An ei­nem Wand­stück hat Frö­ning Stu­di­en ge­reiht. Auch die­se Ar­bei­ten mu­ten be­wegt an. Hier er­gibt sich die As­so­zia­ti­on an ei­nen Ho­ri­zont, dort an Sträu­cher oder Was­ser. Ge­mein­sam wer­den die Din­ge zum Kon­zen­trat ge­sam­mel­ter Er­fah­run­gen von Land­schaft. „Ich ma­le nie, was mir ge­gen­über ist, son­dern das, was um mich her­um ist. Ich grei­fe auf die Struk­tu­ren und die Far­big­keit von Or­ten zu­rück. Es ist ei­ne Sum­me“, sagt sie vor die­ser Se­rie und de­fi­niert da­mit ih­re Aus­ein­an­der­set­zung mit „ar­ti­fi­ci­al na­tu­re“, dem dies­jäh­ri­gen The­ma der Aus­stel­lungs­rei­he in der Ga­le­rie Schloss Neersen.

RP-FO­TO: WOLF­GANG KAI­SER

Die 45-jäh­ri­ge, in Düs­sel­dorf le­ben­de Künst­le­rin Pe­tra Frö­ning stellt zum Jah­res­the­ma „ar­ti­fi­ci­al na­tu­re“ih­re klein- wie groß­for­ma­ti­gen Bil­der in der Ga­le­rie Schloss Neersen vor.

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