Sän­ger pro­ben fürs Brahms-Re­qui­em

Rheinische Post Krefeld Kempen - - KEMPEN / GREFRATH - VON SILVIA RUF-ST­AN­LEY

Der noch jun­ge Kem­pe­ner Chor „Li­be­ra Vo­ce“wagt sich an ein schwie­ri­ges Werk. Bis zur Auf­füh­rung am Frei­tag, 20. Ok­to­ber, in der Pa­ters­kir­che muss al­les sit­zen fürs „Deut­sche Re­qui­em“von Jo­han­nes Brahms. Ein Pro­ben­be­such.

KEM­PEN Es ist rich­tig har­te Ar­beit, die der Di­ri­gent Da­vid Neil Ne­then sei­nem Chor „Li­be­ra Vo­ce” an die­sem Abend in der Au­la des Tho­ma­e­ums ab­ver­langt. Aber die Auf­füh­rung des „Deut­schen Re­qui­em” von Jo­han­nes Brahms am 20. Ok­to­ber rückt nun ein­mal un­auf­halt­sam nä­her. Da ist der Di­ri­gent un­er­bitt­lich. Auch wenn fast al­le sei­ne Sän­ge­rin­nen und Sän­ger be­reits ei­nen ar­beits­rei­chen Tag hin­ter sich ha­ben, ver­langt er bei der Pro­be Kon­zen­tra­ti­on. Zu­mal nun auch die bei­den Pia­nis­ten Andre­as Ca­ve­li­us und Rei­ma­ra Maa­sen mit von der Par­tie sind.

Es sind 27 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, die an die­sem Abend auf der Büh­ne ste­hen. Ein Teil fehlt krank­heits­be­dingt, da müs­sen die an­de­ren um­so kon­zen­trier­ter ar­bei­ten. Und auch das Zu­sam­men­spiel mit den Pia­nis­ten hakt noch an man­cher Stel­le. Im­mer wie­der mahnt Ne­then al­le Be­tei­lig­ten, bei der Sa­che zu blei­ben. Die Sän­ger sol­len doch die klei­nen Pau­sen, wenn er mit den Mu­si­kern spricht, nicht nut­zen, um zu tu­scheln. „Tsch!”, for­dert er auf, da­mit auf­zu­hö­ren. Und schon geht es wei­ter.

Man­che Stel­le des Brahms-Re­qui­ems muss mehr­fach wie­der­holt wer­den. Das Re­qui­em ist ein an­spruchs­vol­les Stück. Brahms wich ganz un­ge­wöhn­lich für sei­ne Zeit von den üb­li­chen Tex­ten für ein Re­qui­em ab. Sei­ne Mu­sik gilt we­ni­ger dem Ge­den­ken an ei­nen To­ten, son- dern eher dem Trost für die Hin­ter­blie­be­nen. So gibt es ne­ben den lei­sen Tö­nen eben auch kraft­vol­le Tei­le. Die sol­len aber auch so dem Pu­bli­kum na­he ge­bracht wer­den. „Je­des Lied ist ei­ne Chan­ce, neu an zu fan­gen”, for­dert Ne­then den Chor auf. „Ihr müsst von mir spü­ren, dass ich mehr will!”

Aber nicht nur der Lei­ter gibt hier in dem noch re­la­tiv jun­gen Kam­mer­chor, der erst im Au­gust 2016 teils aus Sän­gern der Cho­r­aka­de­mie Kem­pen so­wie wei­te­ren San­ges­be- geis­ter­ten ent­stan­den ist, den Ton an. Auch die Sän­ger gei­zen nicht mit Ein­wür­fen. Dies ist zu schnell, bei je­nem fehlt ih­nen das Zei­chen zum Ein­satz. „Ja, rich­tig”, gibt Ne­then un­um­wun­den zu. Es stimmt wirk­lich, wenn Ne­then im­mer wie­der ein­fügt, dass sie sich noch mit­ten im Ar­beits­pro­zess be­fin­den.

So sol­len sie nicht auf das Pia­no hö­ren. „ Igno­riert die Tas­ten. Das ist ei­ne an­de­re Bau­stel­le.” Leich­ter ge­sagt als ge­tan. Noch scheint die Zu­sam­men­ar­beit zu un­ge­wohnt. Und auch das lan­ge Ste­hen er­mü­det zu­se­hends. Bei all dem zeigt Ne­then selbst un­ge­bro­che­nen Kör­per­ein­satz. Da­bei hat er selbst als Leh­rer am Tho­ma­e­um genau­so wie sei­ne Sän­ger schon ei­nen lan­gen Tag hin­ter sich. Ihm ent­geht nichts. Da ist auf ein­mal zu viel aus dem Alt zu hö­ren oder zu we­nig aus dem So­pran und dem Te­nor. Er feilt mit den Sän­gern und den Pia­nis­ten. Trotz­dem murrt kei­ner, dass die üb­li­che Pro­ben­zeit be­reits über­schrit­ten ist. Al­le wis­sen genau, wie wich­tig es ist, dass am Kon­zert­abend al­les gut läuft. Ne­ben dem Chor wer­den Con­rad Lo­renz (Ba­ri­ton) und Ma­rie An­go­na (So­pran) als So­lis­ten zu hö­ren sein.

FO­TO: NOR­BERT PRÜMEN

Pro­be für die Auf­füh­rung des Brahms-Re­qui­ems im Kem­pe­ner Gym­na­si­um Tho­ma­e­um: Der Chor „Li­bra Vo­ce“unter der Lei­tung von Da­vid Ne­then (rechts) wird am Flü­gel be­glei­tet von Rei­ma­ra Maa­sen und Andre­as Ca­ve­li­us.

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