Ver­stö­ße ge­gen Min­dest­lohn — 22 Ver­fah­ren fol­gen

Rheinische Post Krefeld Kempen - - KREIS VIERSEN REGIONALES -

KREIS VIER­SEN (mrö) Das Haupt­zoll­amt Kre­feld, das auch für den Kreis Vier­sen zu­stän­dig ist, hat 2017 22 Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen Ar­beit­ge­ber ein­ge­lei­tet, die ge­gen das Min­dest­l­ohn­ge­setz ver­sto­ßen ha­ben sol­len. Das geht aus ei­ner Aus­wer­tung des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums für die grü­ne Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Bea­te Mül­ler-Gem­me­ke her­vor. Dem­nach prüf­te die Kre­fel­der Be­hör­de ins­ge­samt 836 Ar­beit­ge­ber auf Schwarz­ar­beit, Lohn-Prel­le­rei und Steu­er­hin­ter­zie­hung. Für die­se Ver­stö­ße ver­häng­ten die Kon­trol­leu­re Buß­gel­der von rund 123.000 Eu­ro. „Es kann nicht sein, dass im drit­ten Jahr nach sei­ner Ein­füh­rung vie­le Men­schen un­ter­halb des ge­setz­li­chen Mi­ni­mums ver­dient ha­ben“, kri­ti­siert Man­ja Wies­ner, Re­gio­nal­che­fin der Ge­werk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG). Die vor­ge­leg­ten Zah­len sei­en le­dig­lich die „Spit­ze ei­nes Eis­bergs“, die Dun­kel­zif­fer lie­ge deut­lich hö­her. „2017 wur­den im ge­sam­ten Be­reich des Kre­fel­der Zolls 156 Be­trie­be der Bran­che ge­prüft.“Wies­ner be­klagt „ei­ne man­geln­de Kon­troll­dich­te beim Zoll“.

Zwar gel­te in der Bran­che in NRW ein ta­rif­li­cher Min­dest­lohn von 9,25 Eu­ro pro St­un­de. Den­noch müs­se der Zoll Prä­senz zei­gen, um „trick­sen­den Ar­beit­ge­bern ei­nen Strich durch die Rech­nung zu ma­chen“, so die Ge­werk­schaf­te­rin.

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