Ge­den­ken zum Jah­res­tag der Reichs­po­grom­nacht

Die Ge­denk­stun­den wa­ren we­gen des Be­ginns der Sab­bat-Fei­er­lich­kei­ten vor­ver­legt wor­den.

Rheinische Post Krefeld Kempen - - Stadtpost -

(vo) Mit ei­ner zen­tra­len Ge­denk­fei­er der Stadt, ei­ner And­acht der Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen (ACK) und ei­nem Glo­cken­läu­ten der Kir­chen Kre­felds hat die Stadt ges­tern an die Reichs­po­grom­nacht am 9. No­vem­ber 1938, al­so auf den Tag vor 80 Jah­ren, er­in­nert. Die Fei­er mit der Jü­di­schen Ge­mein­de hat mit Rück­sicht auf den Be­ginn das Sab­bat am Frei­tag be­reits am Vor­abend statt­ge­fun­den. Auch die zen­tra­le Fei­er am Mahn­mal für die zer­stör­te Sy­nago­ge an der Pe­ters­stra­ße ist des­we­gen vom Abend auf den Frei­tag­nach­mit­tag vor­ver­legt wor­den.

Ober­bür­ger­meis­ter Frank Mey­er ging in sei­ner An­spra­che am Mahn­mal dar­auf ein, dass es im­mer we­ni- ger Zeit­zeu­gen ge­be: „Es wird bald nie­man­den mehr ge­ben, der sei­nen Kin­dern, En­keln und Uren­keln von den dunk­len Jah­ren des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­zäh­len kann.“

Es ge­be heu­te gar Kräf­te, die das Er­in­nern als Bür­de am liebs­ten ab­le­gen wol­len. Mey­er hielt da­ge­gen: Er­in­ne­rung sei kei­ne Bür­de, son­dern ei­ne Chan­ce, auch: zu­rVer­söh­nung. An die Adres­se de­s­Vor­sit­zen­den der jü­di­schen Ge­mein­de Kre­felds, Micha­el Gi­l­ad, sag­te Mey­er, er emp­fin­de es als his­to­ri­schen Glücks­fall und als gro­ße Eh­re, sich Jahr für Jahr ge­mein­sam an den 9. No­vem­ber 1938 zu er­in­nern. Man müs­se wei­ter We­ge fin­den, jün­ge­re Leu­te für die­se Er­in­ne­rung zu er­rei­chen.

RP-FO­TO: THO­MAS LAMMERTZ

And­acht der ACK mit ei­ner Hand­glo­cke, die wie die Kir­chen­glo­cken um 15 Uhr läu­te­te.

RP-FO­TO: T.L.

Ge­denk­fei­er am Mahn­mal für die al­te, am 9. No­vem­ber 1938 zer­stör­te Sy­nago­ge an der Pe­ters­stra­ße.

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