Kre­ta: Spu­ren­su­che im Abra­ham-Haus

Ab so­fort kön­nen Kin­der und Ju­gend­li­che im Abra­ham-Haus auf Spu­ren­su­che ge­hen. Das Kre­ta-Pro­jekt an der Fel­bel­stra­ße rich­tet sich an Kin­der von der drit­ten bis zur sieb­ten Klas­se.

Rheinische Post Krefeld Kempen - - Stadtpost - VON BÄR­BEL KLEINELSEN An­mel­dun­gen un­ter Te­le­fon 02151 858521 oder an­mel­dung@kre­ta-krefeld. de. In­fos gibt es un­ter www.kre­ta-krefeld.de

Da­vid, Ro­bin und Ben ste­hen in ei­nem Kin­der­zim­mer. Es sieht an­ders aus als die Zim­mer, in de­nen sie woh­nen. „Hier ist gar kein Bett“, stel­len die Elf­jäh­ri­gen fest und be­merk­ten zahl­rei­che re­li­giö­se Ge­gen­stän­de, die sich in die­sem Zim­mer be­fin­den. „Das sind mehr als bei mir“, sagt Da­vid. Er ist Sechst­kläss­ler an der Montes­so­ri-Ge­samt­schu­le und be­sucht an die­sem Tag das Mit­mach-Pro­jekt „Spu­ren­su­che — Abra­ham-Haus“von Kre­ta, der Krea­tiv-Eta­ge an der Fel­bel­stra­ße.

Die Montes­so­ri-Schü­ler sind die ers­ten, die in den neun un­ter­schied­lich ge­stal­te­ten Räu­men auf Spu­ren­su­che ge­hen. Ab so­fort sind Kin­der von der drit­ten bis zur sieb­ten Klas­se ein­ge­la­den, sich an der re­li­giö­sen De­tek­tiv­ar­beit zu be­tei­li­gen. In je­dem Raum su­chen sie in Grup­pen von zwei oder drei Kin­dern nach Hin­wei­sen und In­for­ma­tio­nen zu 13 un­ter­schied­li­chen The­men, die al­le eins ge­mein­sam ha­ben — die Fra­ge nach den Ge­mein­sam­kei­ten der drei gro­ßen mo­no­the­is­ti­schen Re­li­gio­nen. An ei­ner wei­ßen Wand wer­den die Er­geb­nis­se zu­sam­men­ge­fasst und auf­ge­hängt. Die The­men um­fas­sen re­li­giö­se Fes­te, die Hei­li­gen Schrif­ten, aber auch die Be­deu­tung des Was­sers.

„Das Pro­jekt Abra­ham-Haus gibt es schon seit vie­len Jah­ren. Es geht dar­um, über die Fi­gur Abra­ham, die in al­len drei Hei­li­gen Schrif­ten Be­deu­tung hat, ver­bin­den­de Ele­ment in die­sen Re­li­gio­nen her­aus­zu­ar­bei­ten. In Krefeld ha­ben wir vor fünf Jah­ren mit dem Pro­jekt pau­siert und es jetzt, neu auf­ge­stellt, wie­der auf­le­ben las­sen“, er­klärt Lu­kasz Ra­ta­jcz­ak, Lei­ter von Kre­ta.

Die Spu­ren­su­che ist an­ge­lehnt an po­li­zei­li­che Er­mitt­lungs­ar­beit. Auf ver­schie­de­nen We­gen müs­sen die Schü­ler die Hin­wei­se ent­schlüs­seln. Pau­la und So­phie su­chen mit ei­ner Ta­schen­lam­pe ei­ne Wand ab. Dort ste­hen Bot­schaf­ten, die nur bei Schwarz­licht zu er­ken­nen sind. Die pas­sen­de Nach­richt zu fin­den, ist gar nicht so leicht. „Das ist ganz schön kniff­lig. Aber wir ha­ben den Hin­weis ge­fun­den“, sa­gen die Zwölf­jäh­ri­gen stolz. Auf­re­gend ist es auch für Mar­got Kis­ters, Mit­ar­bei­te­rin der Kre­ta, die die Schü­ler bei ih­rer Spu­ren­su­che be­glei­tet. „Es ist die ers­te Schu­le, die in den Räu­men ist, und ich fin­de es na­tür­lich span­nend zu se­hen, wie un­se­re Ak­ti­on bei den Kin­dern an­kommt.“

Acht Mi­nu­ten ha­ben die Schü­ler Zeit, ei­nen Raum zu un­ter­su­chen. Selbst, wenn sie den Hin­weis längst ent­deckt ha­ben, gibt es noch zahl­rei­che in­ter­es­san­te Klei­nig­kei­ten. Denn vie­les ist den Kin­dern neu, was sie an die­sem Tag über die drei Re­li­gio­nen er­fah­ren. Nach ei­ner Pau­se hö­ren sie die Ge­schich­te von Abra­ham und sei­nen Söh­nen und wel­che Be­deu­tung sie in den ein­zel­nen Re­li­gio­nen ha­ben. „Im Grund sind wir al­le Ge­schwis­ter. Halb­ge­schwis­ter ken­nen vie­le Kin­der heu­te ja aus der ei­ge­nen Fa­mi­lie. Und wie bei den ei­ge­nen Ge­schwis­tern auch gibt es schon mal Streit“, be­schreibt Lu­kasz Ra­ta­jcz­ak das re­li- giö­se Mit­ein­an­der.

Miss­ver­ständ­nis­se aus­räu­men, Ge­mein­sam­kei­ten her­vor­he­ben und Ver­ständ­nis für die je­weils an­de­re Re­li­gi­on we­cken, das sind die Zie­le des Pro­jek­tes „Abra­ham-Haus“. Da­bei wird die Spu­ren­su­che nur ei­ner von drei Tei­len sein, die sich mit die­ser The­ma­tik be­schäf­ti­gen. Das zwei­te Pro­jekt „Was glaubst du?“rich­tet sich an Her­an­wach­sen­de ab 15 Jah­ren und kann auch gut in den Schu­len be­spro­chen wer­den. Eben­falls in die Schu­le kann auch Teil drei kom­men, der sich mit dem Jah­res­zy­klus be­schäf­ti­gen wird. „Al­le drei Tei­len kön­ne ne­ben­ein­an­der lau­fen. Sie sind nicht zeit­lich von­ein­an­der ab­hän­gig. Wich­tig ist uns, dass über das The­ma Re­li­gi­on ge­spro­chen wird. Denn nur wenn man sich ver­steht, kann der Frie­de ge­wahrt wer­den. Und Frie­den ist ja das höchs­te Gut in al­len die­sen Re­li­gio­nen“, sagt Hil­de­gard Ro­ther-Hauser, Vor­sit­zen­de des Trä­ger­werks für kirch­li­che Ju­gend­ar­beit.

Da­vid, Ro­bin, Ben und ih­re Mit­schü­ler ha­ben an die­sem Tag ver­stan­den: Auch wenn vie­les un­ter­schied­lich ist, der Glau­be an ei­nen Gott und der Wunsch nach Frie­den eint al­le drei Re­li­gio­nen.

RP-FO­TOS (3): THO­MAS LAMMERTZ

Ame­lie, Ed­gar und Mo­ritz (v.l.) von der Montes­so­ri-Ge­samt­schu­le su­chen im Abra­ham Haus an der Fel­bel­stra­ße nach Spu­ren.

Im Schreib­tisch ver­ste­cken sich Hin­wei­se. Wel­che, wird nicht ver­ra­ten.

Die drei Sechst­kläss­ler müs­sen in die­sem Raum puz­zeln.

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