Haus­halt 2018: Es ist wie­der Geld da

Rheinische Post Krefeld-Land - - UNTERHALTUNG - VON MARC SCHÜTZ RP-FO­TO: MARC SCHÜTZ

Ges­tern hat Wil­lichs Käm­me­rer Wil­ly Ker­busch den Haus­halts­ent­wurf 2018 vor­ge­stellt. Die­ser sieht ein Plus von 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro vor – und das, ob­wohl in vie­len Be­reich wie­der mehr Geld aus­ge­ge­ben wer­den soll.

WIL­LICH Es gibt wie­der ein biss­chen was zu ver­tei­len in Wil­lich: Die Grund­rei­ni­gung in Schu­len und Ki­tas soll wie­der ein­ge­führt, das Bud­get für die Grün­pfle­ge er­höht wer­den, eben­so das für Fried­hof­pfle­ge, Stra­ßen­rei­ni­gung und Ge­bäu­de­un­ter­hal­tung, die Grund­schu­len sol­len bes­ser aus­ge­stat­tet wer­den, und es soll mehr städ­ti­sches Per­so­nal ein­ge­stellt wer­den. Und trotz­dem soll der Haus­halt im kom­men­den Jahr noch ein Plus von gut 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro ab­wer­fen. Ges­tern Abend stell­te Wil­lichs Käm­me­rer Wil­ly Ker­busch den Po­li­ti­kern im Stadt­rat den Etat­ent­wurf 2018 vor. Die­se nah­men ihn zur Kennt­nis und wer­den ihn jetzt be­ra­ten und ver­mut­lich wei­te­re Wün­sche äu­ßern, be­vor der Haus­halt – ver­mut­lich im De­zem­ber – ver­ab­schie­det wird.

Vie­les hat Käm­me­rer Ker­busch schon vor­weg­ge­nom­men, was mög­li­cher­wei­se an Wün­schen aus der Po­li­tik kommt. Denn die ver­gan­ge­nen Jah­re wa­ren hart. Seit 2013, als Wil­lich fi­nan­zi­ell we­gen der Fi­nanz­kri­se am stärks­ten in Schief­la­ge war, griff ein har­tes Kon­so­li­die­rungs­kon­zept, das drin­gend not­wen­di­ge Ein­schnit­te an al­len Ecken und En­den vor­sah. „An man­chen Stel­len ha­ben wir durch­aus über­steu­ert und Scha­den an­ge­rich­tet. Hier müs­sen wir jetzt mit Au­gen­maß nach­steu­ern“, sag­te Ker­busch – und nann­te bei­spiels­wei­se die städ­ti­schen Grün­flä­chen: „De­ren Qua­li­tät be­kom­men wir tag­täg­lich von den Bür­gern um die Ohren ge­hau­en.“Auch die Grund­schu­len sei­en jetzt an der Rei­he, was Mo­der­ni­sie­run­gen be­trifft, mehr Mit­ar­bei­ter soll es unter an­de- rem ge­ben, da­mit Bau­ge­neh­mi­gun­gen schnel­ler von­stat­ten­ge­hen. Ins­ge­samt sei­en die Stan­dards in Wil­lich aber nach wie vor sehr hoch, sag­te Ker­busch und ap­pel­lier­te an die Po­li­tik, nun, da sich die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der Stadt ver­bes­sert hat, nicht gleich wie­der ein Wunsch­kon­zert an­zu­stim­men. Der Käm­me­rer möch­te mit dem Plus von 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr 2018 und den zu er­war­ten­den po­si­ti­ven Er­geb­nis­sen der Fol­ge­jah­re näm­lich gern die Aus­gleichs­rück­la­ge der Stadt wie­der auf­fül­len.

Denn die­se Kas­se, mit der es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­lun­gen war, den Haus­halt zu­min­dest fik­tiv aus­zu­glei­chen, ist so gut wie leer. Ge­ra­de mal 638.000 Eu­ro lie­gen drin, da das Jahr 2016 am En­de wirt­schaft­lich doch noch bes­ser lief als er­war­tet. Der Haus­halt 2015 hat­te noch mit ei­nem sat­ten Mi­nus von fast 4,4 Mil­lio­nen Eu­ro ab­ge­schlos­sen, da die Ein­nah­men aus der Ge­wer­be­steu­er er­heb­lich ein­ge­bro­chen wa­ren. Ker­buschs Pla­nung sieht vor, dass die Aus­gleichs­rück­la­ge bis 2021 wie­der auf knapp 8 Mil- lio­nen Eu­ro steigt. Und das, ob­wohl er vor­sichts­hal­ber wei­ter von re­la­tiv nied­ri­gen Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men aus­geht.

Aber nicht nur die Rück­la­ge möch­te der Käm­me­rer auf­fül­len. Eben­so wich­tig ist ihm, die Kas­sen­kre­di­te, die ver­gleich­bar sind mit dem teu­ren Di­s­po ei­nes Pri­vat­haus­halts, zu­rück­zu­schrau­ben. Der­zeit lie­gen sie bei 22 Mil­lio­nen Eu­ro, 2021 sol­len sie auf knapp 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro ge­sun­ken sein. Zwar sind die Zin­sen für ge­lie­he­nes Geld der­zeit noch nied­rig, aber wenn sich das wie­der än­dern soll­te (und das ist ab­zu­se­hen), kann es rich­tig teu­er wer­den.

Fai­rer­wei­se muss man al­ler­dings auch da­zu­sa­gen, dass die nun wie­der gu­te fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on auch auf der schlech­ten La­ge der Ver­gan­gen­heit be­ruht. 2018 gibt es näm­lich ein­ma­lig 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro an Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen vom Land – ei­ne Fol­ge der schlech­ten wirt­schaft­li­chen La­ge in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. „So konn­ten wir die Kehrt­wen­de schon frü­her schaf­fen, als er­war­tet“, so Ker­busch, der auch den Weg­fall des „Kom­mu­nal­so­lis“auf­zählt, der die Stadt noch im ver­gan­ge­nen Jahr fast 800.000 Eu­ro kos­te­te. Bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen 2017 hat­te Ker­busch noch ein­dring­lich ge­for­dert, dass sich die Po­li­tik für 2018 drin­gend Ge­dan­ken über Ein­spar­mög­lich­kei­ten ma­chen sol­le. Dass dies nun doch nicht nö­tig sein wird, kam ei­ni­ger­ma­ßen über­ra­schend und freut nicht nur den Käm­me­rer, son­dern auch Bür­ger­meis­ter Jo­sef Heyes.

Käm­me­rer Wil­ly Ker­busch (von links), Si­mo­ne Küp­pers, Lei­te­rin des Ge­schäfts­be­rei­ches Zen­tra­le Fi­nan­zen, und Bür­ger­meis­ter Jo­sef Heyes zei­gen den Haus­halts­plan-Ent­wurf 2018.

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