DLRG An­rath: äl­ter als die Bun­des­re­pu­blik

Rheinische Post Krefeld-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON BI­AN­CA TREF­FER FO­TO: DLRG

Die DLRG Orts­grup­pe An­rath blickt auf ihr 70-jäh­ri­ges Be­ste­hen. Über 800 Mit­glie­der ge­hö­ren dem Ver­ein an. Da­zu zäh­len 50 voll aus­ge­bil­de­te Ret­tungs­schwim­mer. Ne­ben die Ret­tung tritt im­mer mehr der Schwimm­un­ter­richt.

WILLICH In den vier ne­ben­ein­an­der lie­gen­den Bah­nen der rech­ten Sei­te des Sport­be­ckens im Wil­li­cher Schwimm­bad „de Bütt“herrscht re­ge Be­trieb­sam­keit. Je­de Men­ge Kin­der sind im Was­ser un­ter­wegs, auf­merk­sam be­ob­ach­tet von gleich meh­re­ren Ret­tungs­schwim­mern. „Die jun­gen Schwim­mer ha­ben al­le be­reits ihr See­pferd­chen ge­macht und trai­nie­ren jetzt für ihr Ju­gend­schwimm­ab­zei­chen“, in­for­miert Kai Oe­lert. Da­bei muss der Ge­schäfts­füh­rer der DLRG Orts­grup­pe An­rath-Willich ein we­nig schmun­zeln, denn Rie­gen­füh­rer Ro­bin hat ge­ra­de an der äu­ßers­ten Bahn ein Tauch­hin­der­nis ins Was­ser ge­han­gen und das ist noch nicht je­der­manns Sa­che.

Wäh­rend die ei­nen Kids mit sicht­li­chem Ver­gnü­gen un­ter dem Hin­der­nis weg­tau­chen, klet­tern an­de­re am Be­cken­rand raus, um­ge­hen die Ab­sper­rung und las­sen sich wie­der ins Was­ser glei­ten. „Bei uns muss nie­mand et­was ma­chen, dass er oder sie nicht möch­te“, be­tont Oe­lert. Viel­mehr steht der Schwimm­spaß im Mit­tel­punkt, denn oh­ne den macht we­der Schwim­men ler­nen noch ei­ne Per­fek­ti­on in der Was­ser­be­we­gung als auch Ret­tungs­schwim­men Freu­de.

Spaß am Was­ser ver­mit­teln und gleich­zei­tig Men­schen vor dem Er­trin­ken zu be­wah­ren, steht seit nun­mehr 70 Jah­ren auf der Fah­ne der DRLG Orts­grup­pe An­rath-Willich.Da­bei ist Willich nur ein Zu­satz. Auf 70 Jah­re bli­cken die An­ra­ther zu­rück, wäh­rend die Orts­grup­pe Willich in die­sem Jahr ge­ra­de ein­mal ih­ren 50. Ge­burts­tag fei­ert. „Wir sind so­gar zwei Jah­re äl­ter als die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land“, be­merkt Orts­grup­pen- und Aus­bil­dungs­lei­ter Nor­bert Par­ten­hei­mer. Die DLRG an sich wur­de hin­ge­gen schon 1913 ge­grün­det und zwar in Binz auf Rü­gen. Doch egal, wie alt oder um wel­che Orts­grup­pe es sich han­delt, die vor­dring­li­che Auf­ga­be des Ver­eins ist die Ver­hin­de­rung des To­des durch Er­trin­ken. Das be­deu­tet Ret­ten auf der ei­nen Sei­te und auf der an­de­ren Sei­te Schwimm­aus­bil­dung für je­den Men­schen. „Aus Nicht­schwim­mern Ret­tungs­schwim­mer ma­chen, lau­tet un­se­re De­vi­se“, sagt Par­ten­hei­mer.

1947 ging die An­ra­ther Orts­grup­pe mit ei­ner Hand­voll Schwim­mer an den Start. Schon da­mals wur­de ne­ben dem ei­gent­li­chen Ret­tungs­dienst, der un­ter an­de­rem an der Brock­manns Kull in An­rath statt­fand, ein breit ge­fä­cher­tes Aus­bil­dungs­pro­gramm an­ge­bo­ten, dar­un­ter die Ret­tungs­schwimm- und Tauch­aus­bil­dung als auch die Teil­nah­me an Ver­gleichs­wett­kämp­fen. Die Orts­grup­pe wuchs, die Auf­ga­ben blie­ben die Glei­chen.

Heu­te sind es über 800 Mit­glie­der, die dem Orts­ver­ein An­rath an­ge­hö­ren. 450 da­von sind Kin­der und 50 voll aus­ge­bil­de­te Ret­tungs­schwim­mer. Ne­ben dem An­ge­bot der Kur­se für Nicht­schwim­mer und Trai­ning für die Schwimm­ab­zei­chen, die ei­ne Vor­stu­fe für den Ret­tungs­schwim­mer sind so­wie dem Trai­ning von Ju­nior­ret­tern, ju­gend­li- chen Aus­bil­dungs­hel­fern und den Ret­tungs­schwim­mern an sich, ge­hört der Wach­dienst im Wil­li­cher Schwimm­bad mit zu den Auf­ga­ben, die von den Ret­tungs­schwim­mern über­nom­men wer­den.

Da­zu kommt die Tä­tig­keit als Wach­gän­ger an Ost- und Nord­see, wo­bei die Orts­grup­pe An­rath ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit Sch­ar­beutz an der Ost­see un­ter­hält. Im Be­reich des Trai­nings und der Aus­bil­dung herr­schen kei­ne Nach­wuchs­sor­gen, da das In­ter­es­se groß ist, sich selbst schon als Ju­gend­li­cher ein­zu­brin­gen.

An­ders sieht es in der ei­gent­li­chen Vor­stands­ar­beit der DLRG aus. Hier sucht die Orts­grup­pe An­rath drin­gend wei­te­re eh­ren­amt­li­che Mit­strei­ter, die sich ein­brin­gen. „Die ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben wer­den im­mer mehr, und da brau­chen wir ein­fach Un­ter­stüt­zung“, sagt Par­ten­hei­mer.

Bild aus den 1950er-Jah­ren, als die Orts­grup­pe An­rath den Wach­dienst auf dem Rhein bei Lank über­nom­men hat­te. (von links:) Lud­wig Schür­gers, Er­win Le­ven, Fer­die Gehlen.

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