In­sek­tenster­ben: Tönisvorst bald oh­ne Äp­fel?

Rheinische Post Krefeld-Land - - WILLICH / TÖNISVORST -

TÖNISVORST (RP) Es gibt im­mer we­ni­ger In­sek­ten in der Re­gi­on. Die­se Be­ob­ach­tung vie­ler Gärt­ner wur­de vor Kur­zem durch ei­ne in­ter­na­tio­nal viel­be­ach­te­te Aus­wer­tung des En­to­mo­lo­gi­schen Ver­eins Kre­feld be­stä­tigt. An zwei Stand­or­ten stell­ten die In­sek­ten­for­scher ei­nen Rück­gang von bis zu 80 Pro­zent der In­sek­ten­mas­se fest. Ein wich­ti­ges The­ma al­so: Des­we­gen lädt der Orts­ver­band Tönisvorst von Bünd­nis 90/Die Grü­nen für den 7. De­zem­ber um 19 Uhr zu ei­nem Vor­trag mit an­schlie­ßen­der Dis­kus­si­on ins Haus Vorst, Kuh­stra­ße 4, ein. Der Ein­tritt ist kos­ten­los.

Die Grün­de für den Rück­gang der In­sek­ten sind viel­fäl­tig: So sind pri­va­te Gär­ten und Vor­gär­ten wich­ti- ger Rück­zugs­raum für vie­le In­sek­ten­ar­ten. Der Trend zu „ver­stei­ner­ten“und zu­be­to­nier­ten pri­va­ten Grün­flä­chen führt zu ei­ner Ver­rin­ge­rung des Le­bens­raums. We­sent­li­cher Fak­tor ist auch der Ein­satz von Pes­ti­zi­den zur Schäd­lings­be­kämp­fung, so­wohl in der Land­wirt­schaft als auch im pri­va­ten Be­reich. Die­se tref­fen oft nicht nur die Schäd­lin­ge, son­dern al­le In­sek­ten.

Was be­deu­tet der Rück­gang der In­sek­ten für die Ap­fel­stadt Tönisvorst? Wel­che Aus­wir­kun­gen sind zu er­war­ten? Was kann je­der Ein­zel­ne tun, um die Le­bens­räu­me für In­sek­ten zu ret­ten? Her­mann Died­rich, Vor­sit­zen­der des Im­ker­ver­eins Kem­pen, wird in sei­nem Im­puls­vor­trag Hin­ter­grün­de und Ur- sa­chen zum In­sek­tenster­ben vor­stel­len, die wich­ti­ge Rol­le der Bie­nen als Be­stäu­ber er­läu­tern und Emp­feh­lun­gen ge­ben zum Schutz der hei­mi­schen In­sek­ten­viel­falt.

Rei­mer Mar­tens, Lei­ter der Na­tur­schutz­bund (Nabu) Orts­grup­pe Tönisvorst und Na­tur­schutz­wäch­ter des Krei­ses Viersen, wird über ak­tu­el­le Pro­jek­te des Nabu be­rich­ten, et­wa ei­ne an­ge­dach­te Wild­blu­men­wie­se am Was­ser­turm.

„Der Schutz der In­sek­ten ist ein wich­ti­ges Zu­kunfts­the­ma für die Ap­fel­stadt Tönisvorst“, so Me­ral Thoms, um­welt­po­li­ti­sche Spre­che­rin des Orts­ver­bands von Bünd­nis 90/Die Grü­nen Tönisvorst. Her­mann Died­rich be­tont: „Der Im­ker von heu­te ver­steht sich als An­walt für die Ver­bes­se­rung der Nah­rungs­und Ent­wick­lungs­be­din­gun­gen der viel­fach be­droh­ten Wild­bie­nen, Hum­meln, So­li­tär­wes­pen, Schweb­flie­gen und Schmet­ter­lin­ge. Wer könn­te prä­des­ti­nier­ter sein als der Im­ker, sich der Be­stäu­bungs­ge­sell­schaf­ter an­zu­neh­men?“

AR­CHIV­FO­TO: WOLF­GANG KAI­SER

Rei­mer Mar­tens, Na­tur­schutz­bund Tönisvorst.

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