Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal sucht Stand­ort un­ter Glas­hau­be

Rheinische Post Krefeld - - KULTUR - VON PE­TRA DIE­DE­RICHS

Kre­fel­der Land­schafts­ar­chi­tek­ten pla­nen die Gestal­tung des Mu­se­ums­vor­plat­zes. Dort könn­te künf­tig das Mar­mor-Denk­mal Kai­ser Wil­helms ste­hen – un­ter Glas ge­schützt vor Schmie­re­rei­en.

Der Kai­ser könn­te dem­nächst ei­ne Auf­ga­be des Stadt­mar­ke­tings über­neh­men. Er könn­te als statt­li­ches Aus­hän­ge­schild auf dem neu ge­stal­te­ten Vor­platz des Kai­ser-Wil­hel­mMu­se­ums ste­hen und von der In­nen­stadt als Weg­wei­ser zum frisch sa­nier­ten Kunst­mu­se­um die­nen. Das ist zu­min­dest die Idee von Re­né Rheims. Der Kre­fel­der Land­schafts­ar­chi­tekt hat mit sei­nem Bü­ro „Kraft.Raum“2013 den mit 10 000 Eu­ro do­tier­ten Gestal­tungs­wett­be­werb ge­won­nen und plant das neue Er­schei­nungs­bild des Plat­zes, der dann Jo­seph-Beuys-Platz hei­ßen wird. Zum Kon­zept ge­hört es, das über­le­bens­gro­ße Stand­bild Wil­helms I. in ei­ner Glas­vi­tri­ne an der Ecke Karls­platz/West­wall in der Sicht­ach­se der Markt­stra­ße auf­zu­stel­len. „Ob die­ser Vor­schlag 1:1 rea­li­siert wer­den kann, wird un­ter an­de­rem in Hin­blick auf Ver­sor­gungs­lei­tun­gen am Stand­ort noch ge­prüft. Grund­sätz­lich wird an die- ser Idee nach dem der­zei­ti­gen Pla­nungs­stand fest­ge­hal­ten“, be­stä­tigt Stadt­spre­cher Dirk Sen­ger.

„Uns ist es wich­tig, dass das Denk­mal ei­nen be­son­de­ren Ort auf der Platz­flä­che er­hält“, sagt Ar­chi­tekt Rheims. Und der wer­de un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Bäu­me und der Lei­tungs­füh­run­gen auf dem Platz ge­sucht. Das Denk­mal soll „nicht nur in den Vor­der­grund rü­cken, son­dern auch ei­nen di­rek­ten Be­zug zur Kre­fel­der In­nen­stadt“er­hal­ten, fin­det Rheims. Er plant ei­ne schlich­te Gla­sein­hau­sung, die das Denk­mal vor Wit­te­rung und Be­schmut­zung schützt. „In den Abend­stun­den soll das Denk­mal mit Hil­fe ei­ner in­di­rek­ten Be­leuch­tung in­sze­niert und an­ge­strahlt wer­den“, sagt Rheims. Bäu- me und Lei­tungs­füh­run­gen wer­den in der Pla­nung be­rück­sich­tigt.

Mit dem Kai­ser tun sich die Kre­fel­der nicht im­mer leicht. Wil­helm I. – über­le­bens­groß aus hel­lem Car­ra­ra-Mar­mor gehauen – hat 1899 ei­nen pro­mi­nen­ten Platz im Mu­se­um am Karls­platz ge­habt. Das Stand­bild, von dem Ber­li­ner Bild­hau­er Gus­tav Eber­lein ge­schaf­fen, stand auf ei­nem Ab­satz der gro­ßen Frei­trep­pe. So wirk­te das ge­sam­te rie­si­ge Trep­pen­haus wie ei­ne Eh­ren­hal­le des Kai­sers. Mit dem Um­bau des Trep­pen­hau­ses in den 1960er Jah­ren muss­te der Kai­ser wei­chen. Zu­letzt hat­te er sei­nen Stand­ort an der Nord­sei­te des Mu­se­ums, von vie­len kaum be­ach­tet, und doch war er mehr­fach Ziel­schei­be von Far­bat­ta­cken und Be-

„Mit in­di­rek­ter Be­leuch­tung soll das Denk­mal an­ge­strahlt

wer­den“

Re­né Rheims

Land­schafts­ar­chi­tekt

schmie­run­gen. Da­vor kann das Glas schüt­zen – und es bie­tet gleich­zei­tig auch die Mög­lich­keit ei­ner dis­tan­zier­ten Be­trach­tung ei­nes Ge­schichts­ka­pi­tels. Durch das Glas wird es aus dem di­rek­ten All­tags­ge­sche­hen her­aus­ge­ho­ben.

PL­AN­ZEICH­NUNG: BÜ­RO KRAFT.RAUM

An pro­mi­nen­ter Stel­le soll das Denk­mal Kai­ser Wil­helms I. auf dem neu ge­stal­te­ten Mu­se­ums­vor­platz ste­hen – un­ter ei­ner Glas­hau­be. So soll der wei­ße Mar­mor vor Be­schmie­run­gen ge­schützt wer­den. Der Kai­ser soll Aus­hän­ge­schild fürs KWM wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.