Mehr Rad­fah­rer un­ter­wegs als er­war­tet

Rheinische Post Krefeld - - STADTPOST - VON JO­CHEN LEN­ZEN

Bei der Mo­bi­li­täts­be­fra­gung zum werk­täg­li­chen Ver­kehrs­ver­hal­ten 2017 über­rasch­te die Ex­per­ten der ho­he, näm­lich 21pro­zen­ti­ge An­teil der Rad­fah­rer. 15 Pro­zent sind Fuß­gän­ger, 13 Pro­zent nut­zen den ÖPNV. Der Kfz-An­teil liegt bei 51 Pro­zent.

Mit 21 Pro­zent ist der An­teil an Rad­fah­rern, die werk­tags in Kre­feld un­ter­wegs sind, grö­ßer als ge­dacht. Der An­teil der Fuß­gän­ger liegt da­ge­gen nur bei 15 Pro­zent. „Im Jahr 2000 war das noch genau um­ge­kehrt“, sag­te Klaus Hill­mer, Ko­or­di­na­tor der Mo­bi­li­täts­be­fra­gung im Stadt­pla­nungs­amt, als er die re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge ges­tern mit Fach­be­reichs­lei­ter Nor­bert Hud­de und Mo­bi­li­täts­ma­na­ge­rin Mar­ti­na Fol­tys-Ban­ning vor­stell­te. „Das weist dar­auf hin, dass wir als fahr­rad­freund­li­che Stadt mit un­se­ren Maß­nah­men auf dem rich­ti­gen Weg sind“, so Hud­de. Auf dem Wunsch­zet­tel der Rad­ler ste­hen aber auch mehr Rad­weg­ver­bin­dun­gen und bes­se­re Qua­li­tä­ten der Rad­we­ge.

Bei der zu 75 Pro­zent vom Land fi­nan­zier­ten Be­fra­gung zum werk­täg­li­chen Ver­kehrs­ver­hal­ten er­reich­te das In­ge­nieur­bü­ro Hel­mert (Aa­chen) 2254 auf dem Stadt­ge­biet gut ver­teil­te Kre­fel­der. Die Be­fra­gung dient als Grund­la­ge wei­te­rer Ver­kehrs­pla­nung und hat zum Ziel, den Um­welt­ver­bund aus ÖPNV-Nut­zern, Rad­lern und Fuß­gän­gern zu för­dern. Die­se Grup­pen er­ge­ben nach der Um­fra­ge zu­sam­men ei­nen An­teil von 49 Pro­zent. Ne­ben den ge­nann­ten An­tei­len an Rad­lern und Fuß­gän­gern nut­zen 13 Pro­zent Busse und Bah­nen. 51 Pro­zent fuh­ren dem­zu­fol­ge für ih­re all­täg­li­chen We­ge Kraft­fahr­zeu­ge vom Mo­fa bis zum Au­to (in­klu­si­ve Mit­fah­rer).

Mit dem Rad­fah­rer-An­teil von 21 Pro­zent liegt Kre­feld um fünf Pro­zent­punk­te hö­her als Duis­burg und so­gar neun Pro­zent­punk­te über Düs­sel­dorf. Im Fahr­rad-af­fi­nen Müns­ter liegt der Wert bei 39 Pro­zent.

Mit 15 Pro­zent Fuß­gän­gern liegt Kre­feld im Ver­gleich zu Duis­burg um vier Pro­zent­punk­te hö­her; Düs­sel­dorf weist mit 29 Pro­zent da­ge­gen aber fast ei­nen dop­pelt so ho­hen Fuß­gän­ge­r­an­teil aus; Müns­ter liegt mit Kre­feld gleich­auf. „Un­ser Fuß­gän­ge­r­an­teil ist noch zu ge­ring“, sag­te Hud­de und nennt Auf­ent­halts­qua­li­tät, Nah­ver­sor­gung und Ar­beits­plät­ze als ver­bes­se­rungs­fä­hi­ge Fak­to­ren.

Den ÖPNV nut­zen in Kre­feld im nor­ma­len All­tag 13 Pro­zent, fast die Hälf­te da­von Stra­ßen­bah­nen in­klu­si­ve U 76 (K-Bahn). Knapp vier Pro­zent ent­fal­len auf Busse und 2,7 Pro­zent auf die Ei­sen­bahn. Am meis­ten nut­zen die 18- bis 29-Jäh­ri­gen den ÖPNV, näm­lich 29 Pro­zent, ge­folgt von den bis zu 17-Jäh­ri­gen mit 14 Pro­zent. Die äl­te­ren Kre­fel­der fah­ren nur zu acht bis elf Pro­zent mit Bus­sen und Bah­nen. Die jun­gen Leu­te ab 18 sei­en nicht mehr so sehr auf das Au­to fi­xiert wie frü­her, mei­nen die Ex­per­ten vom Pla­nungs­amt und wol­len die Al­ters­grup­pe bis 29 Jah­re idea­ler­wei­se beim ÖPNV hal­ten, bei­spiels­wei­se mit Bus­sen auf An­for­de­rung. So könn­ten even­tu­ell auch die äl­te­ren Kre­fel­der zum Um­stei­gen auf den ÖPNV in­ter­es­siert wer­den. Die über 30-Jäh­ri­gen er­le­di­gen ihr All­tags­fahr­ten näm­lich zu 60 Pro­zent per Kfz. Die­ser An­teil sinkt bis zu den über 80-Jäh­ri­gen auf 43 Pro­zent.

In­ter­es­sant sind auch die Zwe­cke der Fahr­ten: Im­mer­hin fast zwei Drit­tel neh­men das Au­to zu Brin­gund Ab­hol­fahr­ten bei­spiels­wei­se von Kin­dern. Hö­her lie­gen bei den Zwe­cken nur ge­schäfts­be­ding­te (87 Pro­zent) und Fahr­ten zur und von der Ar­beit (57 Pro­zent). Ein­kaufs­fahr­ten lie­gen bei 47, Frei­zeit­fahr­ten bei gut 48 Pro­zent.

Noch ei­ne sta­tis­ti­sche Fest­stel­lung zu den – laut Be­fra­gungs­er­geb­nis – über­durch­schnitt­lich vie­len We­gen, die pro Tag in Kre­feld un­ter­nom­men wer­den: Hill­mer nennt die er­staun­li­che Zahl von 700.000, da­von rund 500.000 in­ner­halb der Stadt­gren­zen. Bei ei­ner mitt­le­ren We­glän­ge von 8,4 Ki­lo­me­tern be­läuft sich die Ge­samt­stre­cke auf täg­lich knapp sechs Mil­lio­nen Ki­lo­me­ter – auf 800 Ki­lo­me­ter Kre­fel­der Stra­ßen.

Ei­ne aus­führ­li­che Darstel­lung der Be­fra­gungs­er­geb­nis­se bie­tet die Home­page „www.kre­feld.de/stadt­pla­nung“un­ter „Ak­tu­el­les“.

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