CDU und SPD wer­fen die Grü­nen aus der Haus­halts-Ko­ali­ti­on

Rheinische Post Krefeld - - UNTERHALTUNG - VON NOR­BERT STIRKEN

Die bei­den gro­ßen Frak­tio­nen sind ih­nen mit ih­rer Ent­schei­dung zu­vor­ge­kom­men, sa­gen die Grü­nen.

Drei er­folg­rei­che Jah­re der Zu­sam­men­ar­beit beim Ver­such, die Fi­nan­zen der Stadt Kre­feld wie­der in Ord­nung zu brin­gen, sind be­en­det: CDU und SPD ha­ben den Grü­nen am Mitt­woch die wei­te­re Ko­ope­ra­ti­on in Sa­chen Kre­fel­der Fi­nanz­po­li­tik schrift­lich auf­ge­kün­digt. Der Weg aus dem Not­haus­halt sei zwar ge­schafft, die An­stren­gun­gen, Ein­nah­men und Aus­ga­ben wie­der ins Lot zu brin­gen, aber nicht be­en­det, sag­te Be­ne­dikt Win­zen, Vor­sit­zen­der der SPD-Rats­frak­ti­on, ges­tern auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on. Mit der Ab­leh­nung der Grü­nen zum Neu­bau­ge­biet Fi­scheln Südwest ver­wei­ger­ten sie sich auch der Kon­so­li­die­rung des Kre­fel­der Haus­halts. Im­mer­hin sei­en be­trächt­li­che Mil­lio­nen-Ein­nah­men aus dem Vor­ha­ben ein­kal­ku­liert, um bis ins Jahr 2020 wie­der schwar­ze Zah­len zu schrei­ben.

Nach ei­ner ge­mein­sa­men Sit- zung mit Ver­tre­tern al­ler drei Rats­frak­tio­nen am Mon­tag stand für CDU und SPD fest, dass es so nicht wei­ter ge­hen kön­ne: „Im Nach­gang zu un­se­rem Ge­spräch möch­ten wir Ih­nen mit­tei­len, dass un­se­re bei­den Frak­tio­nen un­ab­hän­gig von­ein­an­der zu der ge­mein­sa­men Auf­fas­sung ge­langt sind, die dies­jäh­ri­gen Be­ra­tun­gen über den Haus­halt der Stadt Kre­feld nicht mehr in der bis­he­ri­gen Kon­stel­la­ti­on un­se­rer drei Frak­tio­nen füh­ren zu kön­nen. Auch wenn wir dies auf­grund der zu­rück­lie­gen­den ge­mein­sa­men Wegstre­cke seit 2014 be­dau­ern, kommt für uns we­gen grund­sätz­li­cher, un­ter­schied­li­cher Auf­fas­sun­gen bei den haus­halts­re­le­van­ten Bau- und Pla­nungs­the­men so­wie den an­de­ren dis­ku­tier­ten Be­rei­chen des städ­ti­schen Etats kei­ne an­de­re Schluss­fol­ge­rung in Be­tracht“, in­for­mier­ten Win­zen und sein CDU-Kol­le­ge Phi­li­bert Reuters die Grü­nen. De­ren Po­si­tio­nen zu Bau­vor­ha­ben und In­ves­ti­tio­nen sei­en ein­fach zu un­ter- schied­lich zu de­nen der CDU und SPD, er­klär­te Reuters. Auch bei vor­ge­se­he­nen Öf­fent­lich-Pri­va­tenPart­ner­schaf­ten (ÖPP) – Stich­wort Stadt­haus – herr­sche bei den Grü­nen Skep­sis bis Ab­leh­nung vor. „Die Grü­nen fah­ren ei­nen deut­lich an­de­ren Kurs“, kri­ti­sier­te Reuters.

Die Grü­nen hät­ten in der Ver­gan­gen­heit zwar die Haus­hal­te mit ver­ab­schie­det, aber nicht al­le Ein­zel­be­schlüs­se mit­ge­tra­gen, sag­te Win­zen. Wer A sa­ge, müs­se auch B sa­gen, for­der­te er. Da­zu wa­ren die Grü­nen nicht be­reit. Ih­re Hal­tung et­wa zur Flä­chen­ver­sie­ge­lung und zu neu­en Bau­ge­bie­ten bleibt un­ver­än­dert. „Wir sind da­ge­gen“, sag­te Hei­di Mat­thi­as, Vor­sit­zen­de der Rats­frak­ti­on der Grü­nen, ges­tern auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on. Im Grun­de sei­en CDU und SPD den Grü­nen mit ih­rem Brief nur zu­vor­ge­kom­men, ei­ne ge­mein­sa­me Li­nie kaum noch zu ver­fol­gen. „Wir wol­len uns in un­se­ren po­li­ti­schen Über­zeu­gun­gen nicht noch mehr den bei­den gro­ßen Frak­tio­nen an­glei­chen“, sag­te Hei­di Mat­thi­as. „So rich­tig es war, dass wir uns vor drei Jah­ren ent­schie­den ha­ben, die schwie­ri­ge Auf­ga­be der Haus­halts­sa­nie­rung ge­mein­sam mit den bei­den gro­ßen im Rat ver­tre­te­nen Frak­tio­nen an­zu­ge­hen, so deut­lich sind in­zwi­schen die Un­ter­schie­de“, re­sü­miert sie.

In der Tat sei­en bei ei­ner wach­sen­den An­zahl von auch haus­halts­re­le­van­ten The­men deut­li­che Dif­fe­ren­zen of­fen­bar ge­wor­den, die ei­ne wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit nicht mehr zu­lie­ßen. „Wir wer­den die nun an­ste­hen­den Ent­schei­dun­gen der jetzt ver­blie­be­nen gro­ßen Haus­halts­ko­ali­ti­on kon­struk­tiv und kri­tisch aus der Op­po­si­ti­on her­aus be­glei­ten. Wir Grü­nen sind auch wei­ter be­reit, un­se­ren Bei­trag zur Sa­nie­rung des Haus­hal­tes bis zum Jah­re 2020 zu leis­ten und die Stadt zu­kunfts­fä­hig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Wir blei­ben ge­sprächs­be­reit, soll­ten sich hier­für neue Mehr­hei­ten im Rat er­ge­ben“, kün­dig­te Mat­thi­as an.

Phi­li­bert Reuters, Vor­sit­zen­der der CDU-Frak­ti­on: „Wir ha­ben drei Jah­re gut zu­sam­men­ge­ar­bei­tet.“

Be­ne­dikt Win­zen, Vor­sit­zen­der der SPD-Rats­frak­ti­on: „Die Tren­nung er­folg­te sehr un­auf­ge­regt.“

RP-AR­CHIV (3): TL

Hei­di Mat­thi­as, Vor­sit­zen­de der Rats­frak­ti­on Die Grü­nen: „Ich bin nicht son­der­lich be­trübt.“

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