Ka­len­der­blatt 31. Au­gust 1848

Rheinische Post Langenfeld - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: WI­KI­PE­DIA

Der be­rühm­tes­te mi­li­tä­ri­sche Marsch Ös­ter­reichs wur­de schon man­ches Mal zweck­ent­frem­det: Un­ter an­de­rem nutz­te ihn die Fir­ma „Bon­du­el­le“, um für Erb­sen, Möh­ren und Mais aus der Do­se Wer­bung zu ma­chen. Auch bei Fuß­ball­spie­len wird der Ra­detz­ky-Marsch re­gel­mä­ßig ge­spielt, meist vor Spie­len der ös­ter­rei­chi­schen Na­tio­nal­mann­schaft. Ge­ra­de­zu le­bens­ret­tend wird der Marsch ein­ge­setzt, wenn Ös­ter­rei­cher Ers­te-Hil­fe-Kur­se be­su­chen. Der Rhyth­mus ent­spricht näm­lich genau dem Tem­po, in dem die idea­le Herz-Druck-Mas­sa­ge durch­ge­führt wer­den soll­te. Da kaum ein Stück bei un­se­rem süd­li­chen Nach­barn be­kann­ter ist, wird es im Ers­te-Hil­fe-Kur­sus ger­ne als Lern­hil­fe ver­wen­det. Ur­auf­ge­führt wur­de der Marsch zu Eh­ren von Jo­sef Wen­zel Graf Ra­detz­ky von Ra­detz am 31. Au­gust 1848 in Wi­en. Ra­detz­ky war im sel­ben Jahr sieg­reich aus dem ita­lie­ni­schen Un­ab­hän­gig­keits­krieg heim­ge­kehrt, wo er ins­be­son­de­re in der Schlacht von Custoz­za tri­um­phiert hat­te. Jo­hann Strauss (Va­ter) hat­te ihm ei­nen Mi­li­tär­marsch ge­wid­met und da­bei die Me­lo­die ei­nes al­ten Volks­lie­des ge­nutzt. Bis heu­te wird der Marsch re­gel­mä­ßig in Wi­en auf die Büh­ne ge­bracht. Je­des Neu­jahrs­kon­zert der Wie­ner Phil­har­mo­ni­ker en­det tra­di­tio­nell mit dem Ra­detz­ky-Marsch als Zu­ga­be, al­ler­dings in ei­ner Kon­zert­ver­si­on mit um­fang­rei­che­rer In­stru­men­tie­rung.

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