Gut be­ra­ten

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - STIMME DES WESTENS -

Der po­li­ti­sche Dia­log folgt oft selt­sa­men Ri­tua­len. Ein pro­mi­nen­ter Po­li­ti­ker wie SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el wirft ei­nen St­ein ins Was­ser, in­dem er das Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP für kli­nisch tot er­klärt. Hef­ti­ge Re­ak­tio­nen las­sen nicht lan­ge auf sich war­ten. Doch wer in die­sem Streit wie Mar­tin Wans­le­ben, der Ver­tre­ter der IHKs, et­was höf­li­cher aus­drü­cken möch­te, dass der Kon­tra­hent Un­sinn re­det, der be­ginnt mit der Flos­kel: „Der Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter wä­re gut be­ra­ten, sich für die In­ter­es­sen der Wirt­schaft ein­zu­set­zen.“Po­li­ti­ker wol­len im­mer gut be­ra­ten sein. Und wer es nicht ist, macht töl­pel­haf­te Feh­ler. In der sanf­ten Wort­wahl liegt Wucht. Schließ­lich wiegt ei­ne po­li­ti­sche Dumm­heit schwe­rer als ein po­li­ti­scher Fehl­tritt. Das soll­ten sich vor al­lem be­ra­tungs­re­sis­ten­te Po­li­ti­ker gut über­le­gen. kes

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