Haft­be­fehl ge­gen Es­se­ner Grap­scher

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

Im Fal­le ei­ner Ver­ur­tei­lung könn­te den Sy­rern die Ab­schie­bung dro­hen.

ES­SEN (emy) Ge­gen die zwei Män­ner, die am Wo­che­n­en­de in ei­nem Es­se­ner Frei­bad ein zwölf und ein 13 Jah­re al­tes Mäd­chen se­xu­ell be­läs­tigt ha­ben sol­len, ist Haft­be­fehl er­las­sen wor­den. Es ge­he um den Ver­dacht des se­xu­el­len Miss­brauchs von Min­der­jäh­ri­gen, teil­te die Po­li­zei ges­tern mit. Bei den 20 und 24 Jah­re al­ten Tat­ver­däch­ti­gen han­de­le es sich um an­er­kann­te Asyl­be­wer­ber aus Sy­ri­en, be­rich­tet die Staats­an­walt­schaft Es­sen.

Laut Staats­an­walt­schaft hat­ten sich die Män­ner und die Mäd­chen ein oder zwei Ta­ge zu­vor im Gru­gaBad ken­nen­ge­lernt und ge­mein­sam Ball ge­spielt. Am Sams­tag sei es in ei­nem Be­cken zu un­er­wünsch­ten se­xu­el­len Hand­lun­gen ge­kom­men, sagt Ober­staats­an­wäl­tin Anet­te Milk. Laut ei­nes Po­li­zei­spre­chers sei­en die Be­schul­dig­ten „hand­greif­lich“ge­wor­den. Es spre­che aber nichts für ei­ne ver­such­te Ver­ge­wal­ti­gung. Ein 13-Jäh­ri­ger ha­be die Män­ner auf Ara­bisch auf­ge­for­dert, ih­re Hand­lun­gen so­fort zu un­ter­las­sen. Der Si­cher­heits­dienst des Frei­bads über­gab sie der Po­li­zei. Der Ver­dacht ge­gen ei­nen wei­te­ren 13 Jah­re al­ten Jun­gen, der zu­nächst eben­falls mit der Tat in Ver­bin­dung ge­bracht wor­den war, be­stä­tig­te sich laut Milk nicht. Ge­gen ei­nen 33Jäh­ri­gen, der am Sonn­tag auch im Gru­ga-Bad, ein Mäd­chen be­läs­tigt ha­ben soll, liegt noch kein An­trag auf Un­ter­su­chungs­haft vor.

Micha­el Berg­mann

Es­sens Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Ku­fen ver­ur­teil­te die Vor­fäl­le und kün­dig­te an, an be­su­cher­star­ken Ta­gen mehr Si­cher­heits­per­so­nal ein­zu­set­zen und prü­fen zu las­sen, „ob schon für die nächs­te Ba­de­sai­son mit­tels Vi­deo­über­wa­chung die Si­cher­heit noch ver­bes­sert wer­den kann“. Bei ge­rings­ten An­läs­sen wür­den Haus­ver­bo­te er­teilt.

Im Fal­le ei­ner Ver­ur­tei­lung lie­ge das Straf­maß für die Sy­rer bei ei­ner Frei­heits­stra­fe von sechs Mo­na­ten bis zehn Jah­ren, sagt Milk. Je nach­dem, wie hoch die Stra­fe aus­fällt, kann sie sich auf den Auf­ent­halts­sta­tus der Män­ner aus­wir­ken. Denn ge­ne­rell kön­nen Men­schen, die nicht die deut­sche Staats­bür­ger­schaft be­sit­zen und in Deutsch­land ver­ur­teilt wer­den, aus­ge­wie­sen wer­den, sagt ein Spre­cher des NRW-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Bis­lang ha­be dies für Stra­fen ab drei Jah­ren ge­gol­ten, im Rah­men der Asyl­pa­ke­te der­zeit schon für Stra­fen ab ei­nem Jahr. Dann kann ei­ne Ab­schie­bung dro­hen. Da­bei ist für die Aus­län­der­be­hör­de et­wa von Be­lang, wel­che Vor­stra­fen die Per­son hat, wie lan­ge sie in Deutsch­land ge­lebt hat, ob sie Fa­mi­lie hier hat und wie si­cher die Si­tua­ti­on in ih­rem Hei­mat­land ist.

Zu­dem könn­ten die Men­schen Rechts­mit­tel ge­gen ih­re Ab­schie­bung ein­le­gen, sagt Micha­el Berg­mann von der Stadt Düs­sel­dorf für die dor­ti­ge Aus­län­der­be­hör­de, und sie da­mit hin­aus­zö­gern. „Das Ver­fah­ren kann Jah­re dau­ern.“Zah­len, wie vie­le Men­schen auf­grund von Straf­ta­ten von ei­ner Aus­wei­sung be­trof­fen sei­en, ge­be es nicht.

„Aus­ge­wie­se­ne kön­nen ih­re Ab­schie­bung

hin­aus­zö­gern“

Stadt Düs­sel­dorf

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