IN NRW

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - POLITIK -

Wie hal­ten Sie es mit der Lin­ken, Frau Kraft? Noch ist völ­lig un­klar, wel­che Par­tei­en sich nach der Land­tags­wahl am 14. Mai 2017 zur Re­gie­rungs­bil­dung zu­sam­men­fin­den wer­den. Nicht aus­zu­schlie­ßen ist auch ein ro­trot-grü­nes Bünd­nis.

Je nä­her die Land­tags­wahl in NRW her­an­rückt, des­to in­ter­es­san­ter wer­den die Um­fra­gen. Für die So­zi­al­de­mo­kra­ten sieht es nicht ro­sig aus: Nach jet­zi­gem Stand reicht es nicht mehr für die Fort­set­zung des Bünd­nis­ses mit den Grü­nen. Wenn die Lin­ke im nächs­ten Jahr wie­der in den Land­tag ein­zieht, aus dem sie 2012 ge­flo­gen ist, könn­te sie der Mehr­heits­be­schaf­fer sein. Doch Rot-Rot-Grün in NRW wä­re für et­li­che Ge­nos­sen star­ker To­bak.

Vie­le er­in­nern sich noch dar­an, welch ver­klär­tes Ver­hält­nis man­che Links­po­li­ti­ker zum Un­rechts­staat DDR hat­ten. Doch Kraft schließt ei­ne Links­ko­ali­ti­on nicht aus, auch wenn sie der Lin­ken at­tes­tiert, „we­der re­gie­rungs­fä­hig noch re­gie­rungs­wil­lig“zu sein. 2010 hat­te Kraft ähn­lich ge­ur­teilt und dann doch Son­die­rungs­ge­sprä­che mit der Lin- ken ge­führt und sich so­gar mit ih­ren Stim­men wäh­len las­sen. Dies­mal könn­te am En­de nur zäh­len, ob ei­ne Mehr­heit zu­stan­de kommt.

Die FDP steht je­den­falls nicht als Drit­ter im Bun­de zur Ver­fü­gung. Par­tei­chef Chris­ti­an Lind­ner hat ei­ne rot-gelb-grü­ne Am­pel aus­ge­schlos­sen. Er will die Li­be­ra­len in den Bun­des­tag zu­rück­füh­ren. Das könn­te miss­lin­gen, wenn er nach der Land­tags­wahl in Düs­sel­dorf mit SPD und Grü­nen pak­tiert, die er in den letz­ten Jah­ren im Land­tag so ve­he­ment at­ta­ckiert hat. Das gä­be ein Glaub­wür­dig­keits­pro­blem.

Da es we­nig wahr­schein­lich ist, dass CDU und FDP ei­ne Mehr­heit er­rin­gen, könn­te es zu ei­ner schwar­zen Am­pel („Schwam­pel“) aus CDU, FDP und Grü­nen kom­men. Ei­ne sol­che Kon­stel­la­ti­on hat Lind­ner nicht aus­ge­schlos­sen, doch wür­den die Grü­nen die­se Krö­te schlu­cken? Mög­lich auch, dass es für Schwarz-Grün reicht. La­schet, der einst in Bonn der schwarz-grü­nen „Piz­za-Con­nec­tion“an­ge­hört hat, hät­te da­mit wohl die ge­rings­ten Pro­ble­me. Er be­kä­me da­für wohl auch die Rü­cken­de­ckung von Par­tei­che­fin Mer­kel, die viel­leicht auch die Grü­nen zur Re­gie­rungs­mehr­heit braucht.

Soll­te 2017 die AfD in den Land­tag ein­zie­hen, kä­me es ver­mut­lich zur Bil­dung ei­ner gro­ßen Ko­ali­ti­on. Die Fra­ge ist nur, un­ter wes­sen Füh­rung? CDU oder SPD? Die an­de­re Fra­ge ist: Hät­te die gro­ße Ko­ali­ti­on den Mut, gro­ße Pro­ble­me an­zu­pa­cken? Von de­nen gibt es in NRW – Stich­wort Bil­dung, Fi­nan­zen und In­dus­trie­stand­ort – mehr als ge­nug. Ih­re Mei­nung? Schrei­ben Sie un­se­rem Au­tor: ko­lum­ne@rhei­ni­sche-post.de

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