Ma­cron mar­schiert Rich­tung Ély­sée

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - POLITIK -

Frank­reichs Wirt­schafts­mi­nis­ter tritt zu­rück und greift nach ei­nem hö­he­ren Amt.

PA­RIS (lon) So­gar zum Ab­gang wähl­te Em­ma­nu­el Ma­cron den un­ge­wöhn­li­chen Weg. Statt mit dem Di­enst­wa­gen fuhr der fran­zö­si­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter mit dem Schiff über die Sei­ne, um Prä­si­dent François Hol­lan­de sein Rück­tritts­schrei­ben zu über­rei­chen. Seit­dem der Jung­star im April sei­ne ei­ge­ne po­li­ti­sche Be­we­gung En Mar­che (In Be­we­gung) ge­grün­det hat­te, wur­de über das Aus­schei­den des Mi­nis­ters spe­ku­liert. „Der Au­gen­blick ist für mich ge­kom­men, in Ru­he die Dy­na­mik der ver­gan­ge­nen Mo­na­te zu ver­stär­ken“, schrieb der 38-jäh­ri­ge eins­ti­ge In­vest­ment­ban­ker in ei­ner Bot­schaft an sei­ne Un­ter­stüt­zer, aus der der Fern­seh­sen­der BFM zi­tier­te.

Nach sei­nem Rück­tritt dürf­te Ma­cron sei­ne ei­ge­ne Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tur vor­be­rei­ten, die 36 Pro­zent der Fran­zo­sen un­ter­stüt­zen. Da­zu soll der Wirt­schafts­li­be­ra­le, der mit sei­ner 20 Jah­re äl­te­ren frü­he­ren Fran­zö­sisch-Leh­re­rin ver­hei­ra­tet ist, be­reits seit die­sem Som­mer an ei­nem Pro­gramm sit­zen. Ei­ne Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tur dürf­te Ma­cron aber erst spä­ter ver­kün­den und da­bei auch Rück­sicht auf Hol­lan­des Plä­ne neh­men. Der Staats­chef will im De­zem­ber be­kannt­ge­ben, ob er ei­ne zwei­te Amts­zeit an­strebt. In die­sem Fall müss­te Hol­lan­de sich den par­tei­in­ter­nen Vor­wah­len der So­zia­lis­ten im Ja­nu­ar stel­len. Ma­cron, der seit 2009 kein Mit­glied der so­zia­lis­ti­schen Par­tei mehr ist, könn­te da­ge­gen als un­ab­hän­gi­ger Kan­di­dat an­tre­ten.

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