VANDERLANDE (18/20) Die Lo­gis­ti­ker für Ama­zon

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT - VON OLI­VER BURWIG

Vanderlande hat fast je­den Flug­ha­fen der Welt mit In­tra­lo­gis­tik aus­ge­stat­tet und hoch­au­to­ma­ti­sier­te La­ger für Ama­zon und Za­lan­do in Deutsch­land ge­plant und rea­li­siert. Die nie­der­län­di­sche Fir­ma ist auch in Mön­chen­glad­bach an­säs­sig.

MÖN­CHEN­GLAD­BACH „Man kann nicht über­all der Bes­te sein“, sagt Mat­thi­as Kramm, Ge­schäfts­füh­rer bei Vanderlande In­dus­tries in Mön­chen­glad­bach. Dass sich aber der Kon­zern, zu dem sei­ne Fir­ma ge­hört, an die Welt­markt­spit­ze ka­ta­pul­tiert hat, ist das Er­geb­nis ge­nau die­ser Be­stre­bung. Die Spe­zia­li­sie­rung des nie­der­län­di­schen All­zweck-Un­ter­neh­mens auf die Pla­nung und Rea­li­sie­rung au­to­ma­ti­scher La­ger und die In­stal­la­ti­on von Ro­bo­tern, die Pa­let­ten be­stü­cken kön­nen, sorgt bei Vanderlande für ein jähr­li­ches Um­satz­wachs­tum von bis zu zwölf Pro­zent. Der Fla­schen­hals des boo­men­den Un­ter­neh­mens ist der Fach­kräf­te­man­gel. Der lässt aber auch den Wunsch nach au­to­ma­ti­schen La­gern wach­sen – und da­mit die Zahl po­ten­zi­el­ler Auf­trä­ge für Vanderlande.

„Die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung kommt uns ent­ge­gen“, sagt Kramm. Sein Un­ter­neh­men, das von der In­nen­aus­stat­tung hoch­au­to­ma­ti­sier­ter La­ger und Lo­gis­tik­zen­tren lebt, ha­be zwar Pro­ble­me, Elek­tro­tech­nik- und Ma­schi­nen­bau-In­ge­nieu­re zu fin­den. Der Man­gel an jun­gen Lo­gis­tik-Fach­kräf­ten füh­re aber auch da­zu, dass On­li­ne-Händ­ler wie Ama­zon und Za­lan­do ih­re La­ger von vorn­her­ein so per­so­nal­spa­rend wie mög­lich ha­ben woll­ten. Und an die­ser Stel­le kam schon im Jahr 2000 Vanderlande ins Spiel, das die Eu­ro­pa-Lo­gis­tik­zen­tren der bei­den On­li­ne-Rie­sen in Mön­chen­glad­bach und Rhein­berg aus­tat­te­te. „Da­mals war Ama­zon noch so klein und un­be­kannt, dass wir uns ei­ne Bürg- schaft für den Auf­trag ge­ben lie­ßen“, er­zählt Kramm. Aus dem klei­nen On­li­ne-Buch­händ­ler wur­de der größ­te Ebay-Kon­kur­rent, und Vanderlande pro­fi­tier­te. Heu­te ge­winnt es fast je­den Auf­trag in der Bran­che.

In der Tech­nik hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel ge­än­dert, sagt Kramm. Nutz­ten Lo­gis­ti­ker frü­her ton­nen­schwe­re, ga­bel­stap­ler­ar­ti­ge „Re­gal­be­dien­ge­rä­te“, die Pa­ke­te und Pa­let­ten aus turm­ho­hen Re­gal­rei­hen hiev­ten, ver­kauft Vanderlande heu­te vor al­lem 20 bis 30 Ki­lo­gramm schwe­ren „Amei­sen“, wie Kramm die oran­ge­far­be­nen Shut­tles des Sys­tems „Ad­ap­to“nennt. Die fah­ren ho­ri­zon­tal und ver­ti­kal an den Re­gal­sei­ten ent­lang, zie­hen sich ein­zel­ne Pa­ke­te her­aus und lie­fern sie ra­sant da ab, wo sie hin sol­len. Dort könn­te ein Ro­bo­ter-Arm sie in Emp­fang neh­men und auf ei­ner Pa­let­te zu ei­ner lo­gis­tik­freund­li­chen Qua­der­form puz­zeln.

Et­wa die Hälf­te sei­ner Ge­rä­te baut Vanderlande selbst, die an­de­re be­zieht das Un­ter­neh­men über Zu­lie­fe­rer. Ei­ne 200-köp­fi­ge Ent­wick­lungs­ab­tei­lung in den Nie­der­lan­den lie­fert Ide­en, die an Stand­or­ten auf der gan­zen Welt 4000 Tech­ni­ker und In­ge­nieu­re um­set­zen. Seit Kramm 2007 zum Un­ter­neh­men nach Glad­bach kam, hat sich die dor­ti­ge Mit­ar­bei­ter­zahl auf 290 ver­dop­pelt. Für den 48-Jäh­ri­gen ist das noch zu we­nig: „Wir bau­en gera­de für zu­sätz­li­che 150 Ar­beits­plät­ze an.“

Zu den Kun­den, die dem Kon­zern zu­letzt 1,4 Mil­li­ar­den Eu­ro Jah­res­um­satz be­scher­ten (Mön­chen­glad­bach: 200 Mil­lio­nen), ge­hö­ren ne­ben Pa­ket­diens­ten wie DHL, DPD und UPS auch Dis­coun­ter und Flug-

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