Die Gol­de­ne Blu­me von Rhe­ydt und das Kin­der­mäd­chen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES -

(oes) Prinz Bern­hard der Nie­der­lan­de, Thor Hey­er­dahl, For­scher und Um­welt­ak­ti­vist, Kanz­ler­gat­tin Han­ne­lo­re („Lo­ki“) Schmidt, Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Klaus Töp­fer, Po­lar­for­scher Ar­ved Fuchs und im Sep­tem­ber 2017 beim 50-Jah­res-Ju­bi­lä­um zum drit­ten Mal ei­ner der Ber­na­dot­tes von der Blu­men­in­sel Main­au: Grä­fin Bettina Ber­na­dot­te af Wis­borg. Graf Lenn­art Ber­na­dot­te, Prä­si­dent der Deut­schen Gar­ten­bau­ge­sell­schaft, war 1967 ers­ter Preisträger. Sie ste­hen in ei­ner Rei­he mit Heinz Siel­mann bei den nun 26 Preis­trä­gern der seit 1967 im zwei- jäh­ri­gen Rhyth­mus ver­lie­he­nen „Gol­de­nen Blu­me von Rhe­ydt“, die als äl­tes­ter deut­scher Um­welt­schutz­preis gilt. Ein Ku­ra­to­ri­um un­ter Vor­sitz Karl Hans Ar­nolds und des Mönchengladbacher Ober­bür­ger­meis­ters wählt die Preisträger aus, die sich für die Er­hal­tung von Um­welt und Na­tur ein­set­zen.

1977 war es Heinz Siel­mann: 1917 in Rhe­ydt ge­bo­ren, aber seit 1924 fast oh­ne Kon­takt zu sei­ner Va­ter­stadt. Sein Va­ter Paul, Chef­che­mi­ker im Ka­bel­werk Rhe­ydt, zog da­mals mit sei­ner Frau und den Söh­nen Heinz und Karl nach Kö­nigs­berg, wo er die Ge­ne­ral­ver­tre­tung des Ka­bel­werks für Ost- und West­preu­ßen über­nahm. „Wenn man mit sie­ben Jah­ren so weit weg­zieht, blei­ben we­nig Bin­dun­gen“, sag­te Heinz Siel­mann 1977: „Ich ha­be kei­ne Ver­wand­ten in Mön­chen­glad­bach und nur we­ni­ge Er­in­ne­run­gen.“

Die aber hat­te Em­mi Ne­u­mann. Die 78-Jäh­ri­ge fass­te sich ein Herz, als Heinz Siel­mann vor der Preis­ver­lei­hung zur Aus­stel­lung sei­ner Wer­ke bei Kar­stadt kam: Sie ging hin, drück­te ihm ei­nen Brief in die Hand und ver­schwand. Kar­stadt mach­te die Adres­se Em­mi Ne­u­manns aus- fin­dig, und so kam es noch zu ei­nem Wie­der­se­hen Heinz Siel­manns mit sei­nem Kin­der­mäd­chen.

„Die Siel­manns wohn­ten da­mals am Hin­den­burg­wall, der heu­ti­gen Bruck­ne­ral­lee. Ich ha­be zwei auf­ge­weck­te Kn­a­ben ver­sorgt, ging mit ih­nen spa­zie­ren, oft hu­cke­pack“, er­zähl­te Em­mi Ne­u­mann. „Heinz war ein gu­ter Mu­si­ker und ein Na­tur­freund. Sonn­tags mach­te er sich oft mit Ruck­sack und Fi­scher­netz auf den Weg und brach­te meist ei­nen gan­zen Rück­sack Fi­sche mit nach Hau­se, die dann ein­ge­macht wur­den.“

FO­TO: HEINZ-SIEL­MANN-STIF­TUNG

Film­pro­duk­ti­on „Im Spech­t­re­vier“

FO­TO: WER­NER TRESSAT

Das ist sie, die Gol­de­ne Blu­me von Rhe­ydt.

FO­TOS (2): STADT­AR­CHIV

1987: 20 Jah­re Gol­de­ne Blu­me von Rhe­ydt mit (von links) Graf Lenn­art Ber­na­dot­te af Wis­borg (Preisträger 1967), Heinz Siel­mann (1977), Han­ne­lo­re Schmidt (1987) und Prof. Dr. Ger­hard Ol­schowy (1985)

FO­TO: HEINZ-SIEL­MANN-STIF­TUNG

Heinz Siel­mann mit Fern­glas: ein Hei­mat­bild aus der Zeit von „Vö­gel über Haff und Wie­sen“.

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