Fens­ter­sprung fürs Selbst­ver­trau­en

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Als Zei­chen der Wert­schät­zung und als Her­aus­for­de­rung bot die VHS Teil­neh­mern des Zwei­ten Bil­dungs­we­ges ein St­unt­man-Trai­ning an.

Beim Blick von un­ten auf die Fens­ter­rei­he im zwei­ten Stock des VHSGe­bäu­des dürf­ten die We­nigs­ten Lust ver­spü­ren, aus die­ser Hö­he toll­kühn hin­ab zu sprin­gen. Und den­noch wag­ten ges­tern et­li­che jun­ge Leu­te den Sprung und über­wan­den da­für im Ver­trau­en auf die Grup­pe be­herzt Ängs­te – na­tür­lich bes­tens vor­be­rei­tet und un­ter Be­ach­tung not­wen­di­ger Si­cher­heits­maß­nah­men. Die St­unt­ein­la­ge hat­te die Volks­hoch­schu­le an­ge­bo­ten, um Teil­neh­mern des Zwei­ten Bil­dungs­we­ges Mut zu ma­chen, sich zu be­wei­sen.

„Je­der, der den Zwei­ten Bil­dungs­weg wählt, hat Grün­de, war­um es beim ers­ten Mal nicht ge­klappt hat. Wir wol­len un­se­ren Teil­neh­mern durch das An­ge­bot un­se­re Wert- schät­zung zei­gen und sie ein­la­den, et­was Au­ßer­ge­wöhn­li­ches aus­zu­pro­bie­ren. Es geht hier auch um so­zia­le Kom­pe­ten­zen im Team und die Er­fah­rung, wie man sich neu­en Auf­ga­ben stellt. Es geht um Selbst­ver­trau­en und Ver­trau­en in die Grup­pe“, er­klär­te Co­rin­na Peschke von der Volks­hoch­schu­le.

Sie hofft, dass die Teil­neh­mer den beim Stunt ge­schöpf­ten Mut spä­ter bei Be­wer­bun­gen im Be­rufs­le­ben ak­ti­vie­ren kön­nen. Fach­be­reichs­lei­ter Frank Fü­ser zeig­te sich eben­so von den po­si­ti­ven Aus­wir­kun­gen über­zeugt: „Ent­schei­dend ist für mich, dass das Gan­ze nicht nur spek­ta­ku­lär ist, son­dern ei­nen ernst­haf­ten Hin­ter­grund hat. Auf die­se Art kön­nen die jun­gen Er­wach­se­nen gut mit­ge­nom­men wer­den“, so Fü­ser.

Für die not­wen­di­gen Vor­aus­set- zun­gen sorg­te Hol­ger Schu­ma­cher. Der war frü­her St­unt­man für die RTL-Fern­seh­se­rie „Alarm für Co­bra 11“und ar­bei­tet in­zwi­schen als Ri­si­ko­coach in den Be­rei­chen Ar­beits­si­cher­heit und Per­so­nal­ent­wick­lung. „Man muss ler­nen, mit den Ri­si­ken um­zu­ge­hen, die sich in Be­ruf und Pri­vat­le­ben im­mer wie­der neu er­ge­ben. Für vie­le ist es ein Pro­blem, sich mit Din­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen, die sie nicht ken­nen“, er­klär­te Hol­ger Schu­ma­cher, der auf den Lern­ef­fekt durch Selbst­über­win­dung und Ver­trau­en setzt.

Von den bei­den Grup­pen mit ins­ge­samt 18 Teil­neh­mern zwi­schen 18 bis 30 Jah­ren war er sehr an­ge­tan. Mit sei­ner Hil­fe war zu­nächst aus Pa­let­ten ei­ne Ram­pe ge­baut wor­den, be­fahr­bar für ein Au­to. Die team­bil­den­de Übung na­mens „Säu­re­teich“setz­te auf die Vor­stel­lungs- kraft der Pro­ban­den, die mit vier Plat­ten ei­nen ima­gi­nä­ren Säu­re­teich über­win­den muss­ten. Da­zu gab es reich­lich Dis­kus­sio­nen und viel Ge­läch­ter.

Be­sag­ter Sprung war dann der Hö­he­punkt. Auf der Wie­se wur­de die Sprung­tech­nik ge­übt, um zum Bei­spiel Na­cken­ver­stau­chun­gen zu ver­mei­den. Die Grup­pe blies gro­ße Kis­sen auf, um den Sprung aus dem ers­ten Stock der Volks­hoch­schu­le ab­zu­fe­dern. Ganz Mu­ti­ge setz­ten bei der Sprung­hö­he noch ei­ne Eta­ge mehr oben­drauf.

Ha­mi­dou Bal­de, ein ru­hi­ger jun­ger Mann, zeig­te sich über­zeugt, auch in Zu­kunft durch­aus von dem Er­leb­nis pro­fi­tie­ren zu kön­nen. Der 29-Jäh­ri­ge lob­te die Um­sicht des St­unt­mans und die Mög­lich­keit, auch selbst Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen.

FOTO: ISA­BEL­LA RAUPOLD

Hol­ger Schu­ma­cher (rechts) über­wacht die Sprün­ge aus dem Fens­ter, Ste­phan Heintz springt.

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