Zwei Kö­ni­ge fie­bern dem gro­ßen Fest ent­ge­gen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES -

Mit Axel Manns (47) steht zu Un­ges Pengs­te ein er­fah­re­ner Kö­nig an der Spit­ze der St.-Se­bas­tia­nus-Bru­der­schaft Kor­schen­broich. Be­reits als 25-Jäh­ri­ger stand er als Ma­jes­tät der St.-Kat­ha­ri­na-Jung­ge­sel­len-Bru­der­schaft im Blick­punkt des Tra­di­ti­ons­fes­tes. Schon da­mals stand für ihn fest: „Das möch­te ich wie­der­ho­len.“Ur­sprüng­lich woll­te er 25 Jah­re ab­war­ten. Doch im ver­gan­ge­nen Herbst kam dann al­les an­ders: Axel Manns hol­te mit dem 164. Schuss den höl­zer­nen Vo­gel von der Stan­ge und fie­bert seit­her den Pfingst­ta­gen ent­ge­gen. Auch wenn der selbst­stän­di­ge Si­cher­heits­fach­mann nach au­ßen hin cool und ab­ge­klärt wirkt: Das Kö­nigs­spiel geht ihm un­ter die Haut.

Und so strahl­te Axel Manns ges­tern Vor­mit­tag beim in­of­fi­zi­el­len Fest­auf­takt – dem Mai­en­schla­gen im Staats­forst bei Schief­bahn – mit der Son­ne um die Wet­te: „Der Start war schon per­fekt. So kann es jetzt wei­ter­ge­hen.“Ganz spon­tan hat er dann auch ei­nen Mai­baum für sei­ne Le­bens­part­ne­rin und Kö­ni­gin Ul­ri­ke Mai­er (49) ge­schla­gen. Der Mai wird heu­te von ihm ge­schmückt und selbst auf­ge­stellt. „Das soll ei­ne Über­ra­schung wer­den“, be­tont Axel Manns. „Ich fin­de es ein­fach Klas­se, dass ich so ei­ne tol­le Frau an mei­ner Sei­te ha­be, die mit­zieht und mir die Re­gent­schaft er­mög­licht.“Die­se spon­ta­ne Lie­bes­er­klä­rung will der Se­bas­tia­ner-Kö­nig als „ho­he Wert­schät­zung“für sei­ne Ul­ri­ke ver­stan­den wis­sen.

Heu­te macht Axel Manns dort wei­ter, wo er ges­tern Abend beim tra­di­tio­nel­len Sil­ber­putz sein Kö­nigs­sil­ber ent­ge­gen­neh­men konn­ten – näm­lich in sei­nem Wach­lo­kal bei Sch­mit­ten (Lin­den­hof). Dort kommt er mit sei­nen Schüt­zen­freun­den zu­sam­men. Da dür­fen sei­ne Mi­nis­ter Ans­gar Kirch­berg und Her­bert Ru­ckes eben­so we­nig feh­len, wie der Kö­nigs­club, der ihm als Kö­nigs­zug ak­tiv zur Sei­te steht.

Al­le Vor­be­rei­tun­gen sind ab­ge­schlos­sen: Selbst die prunk­vol­le Re­si­denz an der Ga­b­rie­le-Mün­terStra­ße in Neers­broich er­strahlt in kö­nig­li­chem Glanz. „Jetzt kann’s wirk­lich los­ge­hen“, sagt Manns, der schon den Kö­nigs­pa­ra­den am Sonn­tag und Mon­tag ent­ge­gen­fie­bert. Ruth Wied­ner-Ru­no

Als Patrick Stef­fens ge­mein­sam mit fünf Freun­den 2007 den Zug „Lot loo­pe“grün­de­te, stand für ihn fest: „Ei­nes Ta­ges muss ich Kö­nig wer­den.“Den Traum hat sich der 24-Jäh­ri­ge beim Kö­nigs­vo­gel­schuss im Herbst mit dem 46. Schuss er­füllt – und das in ei­nem „ul­ti­ma­ti­ven Un­ges-Pengs­te-Jahr“, in das auch sei­ne Teil­nah­me an der be­rühm­ten Steu­ben­pa­ra­de im New Yor­ker Stadt­teil Man­hat­tan fällt. „Das passt in die­sem Jahr per­fekt zu­sam­men“, sagt Patrick Stef­fens, der zu den Schüt­zen zählt, die das Schüt­zen­jahr mit dem Aus­flug in die USA im Sep­tem­ber ab­run­den wol­len.

Doch der Sep­tem­ber ist aus sei­ner Sicht noch in wei­ter Fer­ne. Was jetzt zählt, sind die letz­ten Vor­be­rei­tun­gen aufs Fest, das der In­stal­la­teur wohl nie ver­ges­sen wird. „In die­sen Ta­gen mer­ke ich, was Freund­schaft und Bru­der­schaft wirk­lich be­deu­tet.“Er ha­be enorm viel Un­ter­stüt­zung er­fah­ren – ge­ra­de beim Bau der Kö­nigs­re­si­denz am Kuh­len­hof, die er mit bis zu 30 Hel­fern mit viel Lie­be zum De­tail auf­ge­baut hat. Das Er­geb­nis kann sich se­hen las­sen: Zwei gro­ße und vier klei­ne Tür­me zählt die Burg, die Mit­glie­der und Freun­de des Zugs „Lot loo­pe“ganz tra­di­tio­nell mit gelb-wei­ßen Ro­sen und grü­nen Zwei­gen ver­ziert ha­ben. Das war viel Ar­beit – und so rich­tig rea­li­siert hat Patrick Stef­fens es auch noch nicht, dass er jetzt im Mit­tel­punkt von Un­ges Pengs­te ste­hen wird. „Die Pa­ra­den dürf­ten die Hö­he­punk­te wer­den. Da freue ich mich sehr drauf“, sagt Stef­fens, der von sei­ner gu­ten Freun­din Ni­na Bo­de­wein be­glei­tet wird. Auch die 23Jäh­ri­ge freut sich aufs Fest und die Eh­ren, die ih­nen von den Schüt­zen bei­der Bru­der­schaf­ten er­wie­sen wer­den. Was das Schüt­zen­we­sen für Patrick Stef­fens be­deu­tet? „Zu­sam­men­halt“, ant­wor­tet er prompt. Die Schüt­zen sei­en nicht nur Ka­me­ra­den, son­dern Freun­de – ge­ra­de im Zug. Und die­ser Freun­des­kreis er­wei­tert sich ste­tig: „Als wir an­ge­fan­gen ha­ben, wa­ren wir zu sechst und kann­ten uns über­wie­gend aus der Schu­le. Heu­te zählt un­ser Zug schon 16 Schüt­zen.“Ganz oh­ne Er­fah­run­gen stürzt sich der Jung­ge­sel­le aber kei­nes­falls ins Kö­nig­s­amt: Sein Va­ter war im Jahr 1995 be­reits ei­ner der Mi­nis­ter des da­ma­li­gen Kö­nigs. Chris­ti­an Kand­zor­ra

Ab mor­gen dreht sich bei Un­ges Pengs­te al­les um zwei Kö­ni­ge: Das ma­jes­tä­ti­sche Spiel geht Axel Manns und Patrick Stef­fens un­ter die Haut. Wir stel­len die bei­den

Kor­schen­broi­cher vor.

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