Pro­zess we­gen Face­book-Posts ge­platzt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

DÜS­SEL­DORF (wuk) We­gen Face­book-Posts ei­nes Schöf­fen­rich­ters über Mi­gra­ti­ons­the­men ist ein Pro­zess um ei­ne an­geb­li­che Ver­ge­wal­ti­gung beim Düs­sel­dor­fer Land­ge­richt ges­tern ge­platzt. Der 66-jäh­ri­ge Lai­en­rich­ter hat­te un­ter sei­nem Pro­fil di­ver­se An­sich­ten von Thi­lo Sar­ra­zin und US-Prä­si­dent Do­nald Trump gut ge­hei­ßen. Weil er par­al­lel da­zu im Straf­pro­zess ge­gen ei­nen 39-Jäh­ri­gen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund mit am Rich­ter­tisch saß, hat­ten der An­ge­klag­te und sein An­walt ihn we­gen Ver­sto­ßes ge­gen das Zu­rück­hal­tungs­ge­bot per Be­fan­gen­heits­an­trag ab­ge­lehnt. In ei­ner dienst­li­chen Äu­ße­rung be­stä­tig­te der Lai­en­rich­ter, er ha­be „Angst vor ei­ner Über­frem­dung mei­ner Hei­mat Deutsch­land“, spe­zi­ell „we­gen des nicht kon­trol­lier­ten Zu­zugs von frem­den Per­so­nen“. Nicht we­gen ein­zel­ner Posts, son­dern nach Wer­tung der „Ge­samt­schau“hat das Ge­richt dem Be­fan­gen­heits­an­trag ges­tern ent­spro­chen. Der Pro­zess ist ge­schei­tert und muss in neu­er Be­set­zung neu be­gin­nen.

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