Lie­fer­pro­ble­me bei Be­pan­then

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT - VON SU­SAN­NE GENATH UND FLO­RI­AN RIN­KE

Bay­er spricht von „kurz­zei­ti­ger Lie­fer­un­fä­hig­keit“. Die Rea­li­tät sieht an­ders aus.

LE­VER­KU­SEN Wenn Kun­den die Be­pan­then Au­gen- und Na­sen­sal­be in der Apo­the­ke kau­fen wol­len, be­kom­men sie mo­men­tan vie­ler­orts die glei­che Ant­wort: sor­ry, aus­ver­kauft. „Wir kön­nen die Sal­be schon seit Wo­chen nicht mehr im Groß­han­del be­stel­len“, klagt ei­ne Apo­the­ke­rin in Le­ver­ku­sen-Op­la­den.

Ein Spre­cher des Her­stel­lers Bay­er spricht da­von, dass es „vor­über­ge­hend zu ei­ner kurz­zei­ti­gen Lie­fer­un­fä­hig­keit kom­men“kann. Ein Groß­händ­ler be­rich­tet al­ler­dings, der Le­ver­ku­se­ner Phar­ma­kon­zern ha­be die Sal­be seit Fe­bru­ar nicht mehr ge­lie­fert, an­de­re be­kom­men nur ei­nen Teil ih­rer Be­stel­lung. Es han­de­le sich um ein all­ge­mei­nes Markt­pro­blem, heißt es bei ei­nem Phar­ma-Groß­händ­ler. Dass es zu Lie­fer­eng­päs­sen bei Me­di­ka­men­ten kom­me, sei ge­ne­rell nicht un­ge­wöhn­lich, sagt ein Groß­händ­ler, al­ler­dings eher bei ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Me­di­ka­men­ten. „In die­sem Fall wun­dert es mich schon, weil es ja ein Al­ler­welts­ar­ti­kel ist.“

Be­pan­then/Be­panthol ge­hört mit der Kopf­schmerz­ta­blet­te As­pi­rin zu den be­kann­tes­ten re­zept­frei­en Me­di­ka­men­ten von Bay­er. Der Um­satz war zu­letzt stark ge­stie­gen: Lag er 2013 noch bei 321 Mil­lio­nen Eu­ro, wa­ren es im ver­gan­ge­nen Jahr be­reits 362 Mil­lio­nen Eu­ro.

Ein Bay­er-Spre­cher sag­te: „Auf­grund pro­duk­ti­ons­tech­ni­scher Grün­de sind meh­re­re Pro­duk­te von Be­pan­then und Be­panthol nur ein­ge­schränkt lie­fer­fä­hig.“Die Ur­sa­che des Übels sei ein neu­er Sal­ben- und Cre­me-Mi­xer, des­sen Ein­rich­tung Schwie­rig­kei­ten be­rei­te. Dar­über hin­aus funk­tio­nie­re die Ab­fül­lung nicht rich­tig. In den ver­gan­ge­nen Wo­chen ha­be man da­her nicht die be­nö­tig­te Men­ge her­stel­len kön­nen. Zur Hö­he des Pro­duk­ti­ons­rück­gangs wol­le man sich je­doch nicht äu­ßern. Man ar­bei­te mit Hoch­druck dar­an, die vol­le Lie­fer­fä­hig­keit wie­der her­zu­stel­len, sag­te ein Spre­cher.

Laut Klaus Schae­fer, Spre­cher der Apo­the­ker in Le­ver­ku­sen, ist die Au­gen- und Na­sen­sal­be bei Au­gen­ver­let­zun­gen ein Mit­tel ers­ter Wahl. Di­rek­te Al­ter­na­ti­ven ge­be es nicht. „Ich hat­te jetzt erst ei­nen Hand­wer­ker, der sich durch ei­nen Splitter die Horn­haut im Au­ge ver­letzt hat­te“, er­zählt er. „Wenn wir die Sal­be nicht da ge­habt hät­ten, wä­re es für den Mann schlecht ge­we­sen.“

FO­TO: BAY­ER

Be­pan­then Na­sen- und Au­gen-Sal­be wird knapp.

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