Wo Mu­sik den Läu­fern Bei­ne macht

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON DIRK RICHERDT

Al­lein­stel­lungs­merk­mal des heu­ti­gen Santan­der-Ma­ra­thons ist die Mu­sik, die an vier gro­ßen Tor­bö­gen ge­spielt wird.

Wenn sich heu­te Nach­mit­tag am Ge­ro­wei­her mehr als 3000 Läu­fer an den Start zum ers­ten Santan­derMa­ra­thon be­ge­ben, kön­nen sie das be­schwingt tän­zelnd tun. Wahl­wei­se auch en­er­gisch aus­schrei­tend. Den pas­sen­den Rhyth­mus lie­fern ih­nen da­zu auf je­den Fall DJs an vier Quick­s­pots und ei­nem zen­tra­len Hots­pot, die je­der Läu­fer, je­de Läu­fe­rin auf der 10,5-Ki­lo­me­ter-Run­de pas­sie­ren wird. Mu­sik, pas­sen­der­wei­se mit be­son­ders flot­tem oder mar­kan­tem Rhyth­mus, prägt dem Santan­der- Ma­ra­thon den be­son­de­ren Stem­pel auf. Das gilt für die Ma­ra­tho­nis, wel­che die Run­de rund um und durch die Ci­ty vier­mal ab­lau­fen müs­sen, eben­so für die Halb­ma­ra­thon-Ren­ner oder die ZehnKi­lo­me­ter-Läu­fer.

Dass Mu­sik, in gro­ßer Ge­mein­schaft er­lebt, nach­hal­ti­ge Ein­drü­cke macht, weiß in Glad­bach wohl kei­ner bes­ser als Micha­el (Mi­cky) Hil­gers. Der Ge­schäfts­füh­rer des Spar­kas­sen­parks holt mit gro­ßem Er­folg Stars der Rock-Pop-Sze­ne nach Mön­chen­glad­bach. Als Or­ga­ni­sa­tor des Santan­der Ma­ra­thons kann Hil­gers auf ent­spre­chen­de Er­fah­rung und vie­le Kon­tak­te zu­rück­grei­fen. „Mit Mu­sik schaf­fen wir ei­ne en­ge­re Ver­bin­dung zwi­schen den ak­ti­ven Teil­neh­mern der Lauf­wett­be­wer­be am 3. Ju­ni und den Be­su­chern“, sagt er. Sport, zu­mal ganz be­son­ders der Lauf­sport, ge­he ei­ne Sym­bio­se mit Mu­sik ein. „Wenn ich jog­ge, tra­ge ich gern ei­nen Kopf­hö­rer und hö­re mei­ne Lieb­lings­ti­tel“, er­klärt Hil­gers. Er weiß, dass Mu­sik in die Bei­ne geht. „Und Mu­sik sorgt für ein be­son­ders schö­nes Am­bi­en­te.“

Zu­sam­men mit sei­nem Mit­ar­bei­ter Oli­ver Leo­nards, der frü­her das Horst-Fes­ti­val auf dem Platz der Re­pu­blik mit or­ga­ni­sier­te, ent­warf Mi­cky Hil­gers das Kon­zept der so ge­nann­ten Quick­s­pots. „Auf vier Büh­nen ent­lang der Lauf­stre­cke wer­den DJs auf­le­gen, da­bei be­rück­sich­ti­gen wir die Viel­falt der Ge­schmä­cker der Be­su­cher und ha­ben da­her das Re­per­toire in Zeit­zo­nen ge­glie­dert“, er­läu­tert Hil­gers. Der mu­si­ka­li­sche Nuk­le­us liegt klar beim Hots­pot Ka­pu­zi­ner­platz. Dort wer­den ne­ben Lo­kal­ma­ta­dor Mar­win („Die Nacht“) das pro­mi­nen­te Elec­troDuo „Jun­ge Jun­ge“und der Dresd­ner DJ ESKEI83 (Se­bas­ti­an Kö­nig) das Pu­bli­kum be­schal­len und un­ter­hal­ten. „Zu hö­ren gibt es vor al­lem Main­stream-Stü­cke, eben das, was die Leu­te ger­ne hö­ren“, er­klärt Hil­gers.

Der Hots­pot auf dem „Ka­pu“ist Mit­te und An­ker­grund des mu­si­ka­li­schen Rund­we­ges. Der be­ginnt für die Läu­fer und Zu­schau­er knapp zwei Ki­lo­me­ter nach dem Start an der Spei­cker Stra­ße auf dem Santan­der­platz di­rekt vor der Zen­tra­le des Haupt­spon­sors Santan­der Bank. Dort wer­den pro­mi­nen­te Chart­brea­ker der 1990er- und 2000er-Jah­re aus den Laut­spre­cher­bo­xen er­tö­nen. „Va­mos a la pla­ya“wird die Läu­fer eben­so we­nig zu ei­nem ge­müt­li­chen Strand­spa­zier­gang ab­brem­sen, wie Jen­ni­fer Lopez‘ Hit „Let’s get loud“sie zu vor­zei­ti­gen Ju­bel­ru­fen ani­mie­ren soll­te.

Ein paar Lauf­ki­lo­me­ter wei­ter, am Quick­s­pot Al­te Ul­me vor dem gleich­na­mi­gen Re­stau­rant in Wind­berg, geht es mu­sik­ge­schicht­lich weit zu­rück in die Fif­ties und Six­ties. Soul ist Trumpf, wenn dort zum Bei­spiel „In­ven­to­ry on heart­a­ches“von Bob Col­lins and the Fa­bu­lous Fi­ve aus North Ca­ro­li­na oder „The­re’s a man“von Jo­ey Ir­ving zu hö­ren sein wer­den. Ein Ra­ri­tä­ten­ka­bi­nett für Ken­ner die­ser sehr spe­zi­el­len Mu­sik­sze­ne.

Hand­fes­ter und me­lo­di­scher Po­wer­rock der Sech­zi­ger und Sieb­zi­ger Doors - Break on through Black Sab­bath - Pa­ra­no­id Led Zep­pe­lin - Who­le lot­ta lo­ve Queen - Don’t stop me now

The Po­li­ce - So lo­nely Wild Cher­ry - Play that fun­ky mu

sic loud K.C. and the Sunshi­ne Band -

That’s the way I li­ke it Jack­son 5 - Bla­me it on the boo­gie steht am Quick­s­pot „Schil­ler­platz“auf dem Pro­gramm. „Break on through“von den Doors, „Pa­ra­no­id“von Black Sab­bath, „Don’t stop me now“oder „Who­le lot­ta lo­ve“von Led Zep­pe­lin wer­den vie­le Ver­tre­ter der Ge­ne­ra­ti­on Ü 50 und Ü 60 in ver­zück­ter Nost­al­gie schwel­gen las­sen. Hits der Acht­zi­ger wie­der­um, dar­un­ter „Bil­lie Je­an“von Micha­el Jack­son, „Ho­li­day“von Ma­don­nas 1983 er­schie­ne­nem De­büt­al­bum oder „Flash­dance“von Ire­ne Ca­ra, sol­len den Quick­s­pot vor dem Minto klang­lich ver­sü­ßen.

Als per­sön­li­ches sport­li­ches Wett­be­werbs­mot­to dür­fen Läu­fer hier den Song „Ta­ke on me“der nor­we­gi­schen Rock­for­ma­ti­on A-ha ge­gen­über ih­ren un­mit­tel­ba­ren „Kon­kur­ren­ten“auf der Stre­cke ver­ste­hen. Der Ti­tel be­deu­tet: „Nimm es mit mir auf!“Toi-toi-toi für ein Ren­nen mit viel Mu­sik – aber oh­ne Kopf­hö­rer. Micha­el Jack­son - Bil­lie Je­an Eu­ryth­mics - Sweet dreams

Prin­ce - Kiss Ma­don­na - Ho­li­day A-ha - Ta­ke on me Ire­ne Ca­ra - Flash­dance

QU­EL­LE: VER­AN­STAL­TER, GRA­FIK: DPA

Im Ge­gen­satz zum Vor­jahr, als ei­ne Halb­ma­ra­thon-Stre­cke (21,1 Ki­lo­me­ter) auch durch ei­ni­ge Au­ßen­be­zir­ke führ­te, wird die­ses Mal al­les in der In­nen­stadt kon­zen­triert. Der Rund­kurs führt durch die Ci­ty und da vor al­lem durch das Grün­der­zeit­vier­tel. Start- und Ziel sind am Ge­ro­wei­her (Spei­cker Stra­ße), die Kör­ner­stra­ße und der Ha­mer­weg sind die öst­lichs­ten und west­lichs­ten Punk­te auf der Rou­te.

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