„Wir müs­sen Ath­le­ten för­dern und hier hal­ten“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT LOKAL -

Der Prä­si­dent und der Ge­schäfts­füh­rer des Stadt­sport­bun­des spre­chen über die an­ste­hen­den Groß­er­eig­nis­se wie Ma­ra­thon, Tour de Fran­ce und Big Air, neue Ver­ei­ne, Fu­sio­nen und ei­nen neu­en Pos­ten – den Be­auf­trag­ten für Leis­tungs­sport.

Der Ma­ra­thon am Sams­tag, die zwei­te Etap­pe der Tour de Fran­ce am 2. Ju­li und das Big Air An­fang De­zem­ber – wie pro­fi­tiert Mön­chen­glad­bach von die­sen Ver­an­stal­tun­gen? ROMBEY Aus Stadt­mar­ke­ting-Grün­den sind das al­les gu­te Sa­chen. Na­tür­lich fra­gen ei­ni­ge: So ein schnel­les Er­eig­nis wie die Tour de Fran­ce – was nützt das? Aber wenn 20 Mi­nu­ten der Tour aus Mön­chen­glad­bach in al­le Welt über­tra­gen wer­den, ist das un­ter Mar­ke­ting-Ge­sichts­punk­ten un­ver­zicht­bar, un­be­zahl­bar. Die Stadt kann sich mit schö­nen Bil­dern prä­sen­tie­ren und sich ver­mark­ten. Al­lein aus dem Grund ist das ein wich­ti­ges Er­eig­nis. Aber bringt es nach­hal­tig et­was? ROMBEY Wenn wir beim Rad­sport blei­ben: Durch die Tour kann die Rad­sport­be­geis­te­rung ge­weckt wer­den. Mön­chen­glad­bach soll stär­ker zu ei­ner Fahr­rad­stadt aus­ge­baut wer­den. Im Mo­ment ste­hen wir nach der neu­es­ten Um­fra­ge auf dem letz­ten Platz bei der Fahr­rad­freund­lich­keit der Stadt. Mit so ei­nem Er­eig­nis kann man aber den Blick auf das Fahr­rad auch als Fort­be­we­gungs­mit­tel len­ken. Was den Sport an­geht: Der Rad­sport­ver­ein Mö­we kommt da­bei groß raus, weil er auf der Stre­cke sein jähr­li­ches Rad­ren­nen aus­rich­ten wird, was sonst in Lür­rip ja fast un­ter Aus­schluss der Öf­fent­lich­keit statt­fin­det. Das ist schon mal ein gro­ßer Er­folg. Wenn man auch Bo­rus­si­as Spie­le als Zug­pferd an­sieht – ist es wich­tig, im­mer wie­der sol­che Groß­er­eig­nis­se in die Stadt zu be­kom­men? ROMBEY Das Big Air zum Bei­spiel wird auch ein Me­die­ner­eig­nis. Wir sind zwar ab­so­lut kei­ne Win­ter­sport­stadt, aber zum Bei­spiel die Roll­brett-Uni­on, die es jetzt ge­ra­de ein­mal ein hal­bes Jahr gibt, hat da 2016 ih­re Pre­mie­re ge­fei­ert. TILL­MANNS Die Roll­brett-Uni­on hat beim Big Air letz­tes Jahr ei­nen gu­ten Auf­schlag und ei­nen gu­ten Zu­lauf ge­habt. Die konn­te sich da pri­ma prä­sen­tie­ren, hat di­rekt vie­le neue An­mel­dun­gen be­kom­men, ob­wohl sie erst we­ni­ge Ta­ge vor­her ge­grün­det wur­de. Sie hat den Flow su­per mit­neh­men kön­nen und nun ei­ne ei­ge­ne Hal­le be­kom­men. Oh­ne dass das In­ter­es­se da wä­re, hät­te sie das si­cher nicht ge­schafft.

Wolf­gang Rombey Das ist al­so ein eher neu­er Ver­ein in­ner­halb des Stadt­sport­bun­des. Was sa­gen Sie da­zu? TILL­MANNS Ich per­sön­lich freue mich tie­risch über die­sen Ver­ein. Skate­boar­der sind ja ei­gent­lich als In­di­vi­dua­lis­ten un­ter­wegs, auf die wir sonst nicht so ei­nen Zu­griff ha­ben – oh­ne das ne­ga­tiv zu mei­nen. Die Sze­ne wird für uns jetzt greif­ba­rer durch die­sen Ver­ein, und ich hof­fe sehr, dass es sich nicht um ei­ne tem­po­rä­re Ge­schich­te han­delt. Dass sie viel drauf ha­ben, ha­ben sie ge­zeigt, sie brin­gen su­per viel En­ga­ge­ment mit. Skate­boar­den wird ab 2020 Olym­pi­sche Sport­art sein, und wenn man sagt, dass Mön­chen­glad­bach ei­ne Sport­stadt ist, dann ist es doch schön, wenn auch an­de­re Sport­ar­ten ins Ram­pen­licht rü­cken. ROMBEY In der kur­zen Zeit ei­nes hal­ben Jah­res hat die Roll­brett-Uni­on mehr als 90 Mit­glie­der ge­sam­melt. TILL­MANNS Wenn man die heu­te an­ruft, sind sie da weit drü­ber. Was braucht es, da­mit Ver­ei­ne von Groß­er­eig­nis­sen pro­fi­tie­ren kön­nen? TILL­MANNS Es braucht Ver­ei­ne, die das zu nut­zen wis­sen und da­bei zei­gen, dass sie sel­ber ein ak­ti­ves An­ge­bot ha­ben. Mö­we weiß das bei der Tour zu nut­zen, die Roll­brett-Uni­on beim Big Air. Zu­ge­ge­ben: Bei Ma­ra­thon und Tri­ath­lon wird es schwie­ri­ger, sich als Ver­ein zu prä­sen­tie­ren. ROMBEY Es ist auch schwie­rig bei Ver­an­stal­tun­gen, die von Agen­tu­ren durch­ge­führt wer­den. Die kom­men dann zu uns und sa­gen, sie bräuch­ten Vol­un­te­ers. Für uns ist es aber schwie­rig, sol­che eh­ren­amt­li­chen Hel­fer zu fin­den. Das ist ein Pro­blem, wo wir die Er­war­tungs­hal­tung der Ver­an­stal­ter oft nicht er­fül­len kön­nen. Ge­ne­rell sind sol­che Ver­an­stal­tun­gen aber wich­tig, um das In­ter­es­se am Sport zu we­cken, zum Bei­spiel bei de­nen, die das sonst nur aus dem Fern­se­hen ken­nen. Die kön­nen dann se­hen, dass das kei­ne ir­rea­le Welt ist. Das kann auch für man­che der Im­puls sein, bei so­was in Zu­kunft mit­zu­ma­chen. Die Stadt bie­tet ja nicht nur Groß­er­eig­nis­se. Wie sieht es in der sons­ti­gen sport­li­chen In­fra­struk­tur aus? ROMBEY Ins­ge­samt sind jetzt 13 Kun­st­ra­sen­plät­ze fer­tig und drei im Bau. Das war ei­ne gro­ße An­stren­gung der Stadt und der Ver­ei­ne, die teil­wei­se sel­ber 100.000 Eu­ro auf­ge­bracht ha­ben. Für den Fuß­ball­Sport ist das ei­ne sehr gu­te Ent­wick­lung. Au­ßer­dem ist im Grenz­land­sta­di­on die Lauf­bahn ge­macht wor­den. Wir ha­ben jüngst mit ei­nem Ver­tre­ter des Olym­pia Stütz­punk­tes Rhein-Ruhr zu­sam­men­ge­ses­sen, und der hat uns be­stä­tigt, dass die Leicht­ath­le­tik hier mit LAZ und LGM so­wie dem Grenz­land­sta­di­on ein gro­ßes Plus ist. Des­we­gen wol­len wir dem Trä­ger­ver­ein des OSP Rhein-Ruhr bei­tre­ten, um Un­ter­stüt­zungs­leis­tun­gen für un­se­re Ver­ei­ne ab­ru­fen zu kön­nen. Bei den Au­ßen­sport­an­la­gen ist auf je­den Fall un­heim­lich viel pas­siert. Wie steht es um die Sport­hal­len? ROMBEY Ich ha­be sel­ber ja im Sport­aus­schuss mo­niert, dass auch mehr für die Hal­len ge­tan wer­den muss. Dar­auf­hin ha­be ich von der Ver­wal­tung ei­ne Vor­la­ge er­hal­ten, auf der zu er­ken­nen ist, dass hier in den letz­ten zehn Jah­ren 15 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert wor­den sind und 2017/18 wei­te­re 1,3 Mil­lio­nen vor­ge­se­hen sind. Da hat sich al­so deut­lich was ver­bes­sert. In­so­fern muss ich der Stadt ein Kom­pli­ment ma­chen. TILL­MANNS Das stimmt, die Sport­ver­wal­tung ist sehr krea­tiv auf ih­ren We­gen, wie sie Mit­tel ein­wirbt. Für den Um­bau der Rad­renn­bahn wur­den et­wa Mit­tel aus dem In­te­gra­ti­ons­topf mit da­zu ge­nom­men. Bei den Hal­len be­steht si­cher wei­ter­hin Ver­bes­se­rungs­be­darf, die Turn­ge­rä­te sind zum Bei­spiel stel­len­wei­se in kei­nem gu­ten Zu­stand. Da muss was pas­sie­ren, aber das wird es auch. Und bei den Au­ßen­an­la­gen ist wirk­lich viel er­le­digt wor­den. Müss­ten Ver­ei­ne ei­ne ähn­li­che Krea­ti­vi­tät wie die Stadt auf­brin­gen? TILL­MANNS Was Rä­um­lich­kei­ten an­geht, wür­de ich mir teil­wei­se wirk­lich mehr Krea­ti­vi­tät sei­tens der Ver­ei­ne wün­schen. In an­de­ren Ge­mein­den gibt es das. Da macht Bä­cker Schmitz zu, und ein Ver­ein kann die Rä­um­lich­kei­ten dort für Yo­ga oder Pi­la­tes nut­zen. Da­für wol­len die Ver­ei­ne gar kei­ne städ­ti­schen Turn­hal­len, son­dern eher ei­nen klei­ne­ren Ort, an dem es warm und sau­ber ist. Es ist na­tür­lich auch viel ver­langt, zu ei­nem Eh­ren­amt­ler in ei­nem Sport­ver­ein zu ge­hen und zu sa­gen: Da vor­ne steht ei­ne Im­mo­bi­lie leer, guck mal, ob ihr die nicht für ei­nen sechs­stel­li­gen Be­trag her­rich­ten und dann nut­zen könnt. Da bin­det man ei­nem wirk­lich viel ans Bein. Aber die­se Bei­spie­le gibt es, und es funk­tio­niert. Den Mut da­zu muss man aber erst­mal mit­brin­gen. Zu­mal es noch das Pro­blem gibt, dass Glad­bach vie­le klei­ne Ver­ei­ne hat . . . ROMBEY Rich­tig. Wir ha­ben un­heim­lich vie­le Ver­ei­ne mit we­ni­gen Mit­glie­dern – rund 100 mit un­ter 100 Mit­glie­dern und nur sechs mit über 1000. Auf Sit­zun­gen des Lan­des­sport­bun­des wer­den uns im­mer wie­der Bei­spie­le vor­ge­führt von gro­ßen Ver­ei­nen, wie sie ge­wis­se Sa­chen an­ge­hen. Die­se Struk­tur ha­ben wir in Mön­chen­glad­bach nicht. Das ist ein Pro­blem. Der Al­ters­schnitt der Ver­ei­ne wird hö­her, und die Be­völ­ke­rungs­grup­pen, die wir so­zu­sa­gen in Re­ser­ve ha­ben, Mi­gran­ten und Hartz-IV-Emp­fän­ger, ha­ben oft die größ­ten Be­we­gungs­de­fi­zi­te. Da ha­ben wir als Stadt­sport­bund auch ei­ne ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung. Sport ist ei­ne in­te­gra­ti­ve Kraft, im Fuß­ball sieht man das. Sind bei so vie­len klei­nen Ver­ei­nen nicht Fu­sio­nen an­ge­bracht? TILL­MANNS Wick­ra­th­hahn und Wick­ra­th­berg, die sich ei­ne An­la­ge tei­len, ha­ben das gut vor­ge­lebt. Aber im Ta­ges­ge­schäft ist das mit Fu­sio­nen nicht so ein­fach. Das schei­tert dann zum Bei­spiel schon dar­an, wie der neue Ver­ein hei­ßen soll oder an per­sön­li­chen Din­gen, weil kei­ner der bei­den Prä­si­den­ten sei­ne Po­si­ti­on auf­ge­ben will. Das ist dann un­se­re Auf­ga­be, das als Me­dia­tor hin­zu­krie­gen. Das ist aber nicht im­mer ganz ein­fach. Muss man nicht Ei­tel­kei­ten au­ßen vor­las­sen und Kräf­te bün­deln? TILL­MANNS Wir sind der fes­ten Über­zeu­gung, dass Fu­sio­nen ein ad­äqua­tes Mit­tel für die Zu­kunft sein kön­nen. Man muss sich als Ver­ein doch nur die ei­ge­ne Ent­wick­lung an­gu­cken. Wenn ich ei­ne Ju­gend­ab­tei­lung zu­ma­che, muss mir klar sein, dass der nächs­te Schritt ist, den Ver­ein zu­zu­ma­chen. Wenn ich se­he, dass die Mit­glie­der­zah­len zu­rück­ge­hen und die Ju­gend­zah­len auch, dann muss es zu­min­dest mal ein Ge­dan­ken­kon­strukt sein, sich mit ei­nem an­de­ren Ver­ein an ei­nen Tisch zu set­zen und zu sa­gen: Wir lie­ben un­se­ren Sport so sehr, und den für uns zu er­hal­ten, muss un­ser Ziel sein. Im Tisch­ten­nis tut sich in der Be­zie­hung ak­tu­ell viel, da wer­den vie­le Ge­sprä­che ge­führt. Tisch­ten­nis boomt ja auch nicht ge­ra­de in Mön­chen­glad­bach. . . TILL­MANNS Tisch­ten­nis kann at­trak­tiv sein, man muss es aber auch ver­kau­fen kön­nen. ROMBEY Ein Pro­blem ist doch: Wir ha­ben kei­ne Vor­bil­der mehr. Tisch­ten­nis leb­te doch auch von Vor­bil­dern wie Jörg Roß­kopf und Steffen Fetz­ner. Da­nach hat es ei­nen Ein­bruch ge­ge­ben, wie auch im Ten­nis nach Bo­ris Be­cker und St­ef­fi Graf. Es fehlt oft an Vor­bil­dern. Wenn Deutsch­land bei Olym­pi­schen Spie­len gut ab­schnei­det, ist der Zu­lauf in den Ver­ei­nen auch da. Al­so braucht es für den Er­folg von lo­ka­len Ver­ei­nen er­folg­rei­che Groß­tur­nie­re für Deutsch­land? TILL­MANNS Es ist ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus Leucht­turm­pro­jek­ten, er­folg­rei­chen Jah­ren und der not­wen­di­gen Struk­tur. Wenn du die nicht hast, bringt dir auch al­les an­de­re nichts. Wenn du in man­chen Sport­ar­ten gar kei­ne Ver­eins­land­schaft hast und den El­tern er­klä­ren musst, dass ihr Kind, um sein Ta­lent zu för­dern, nun nach Es­sen oder Le­ver­ku­sen fah­ren muss, ist das schon ei­ne Sack­gas­se. ROMBEY Des­we­gen wol­len wir jetzt auch den Pos­ten ei­nes Be­auf­trag­ten für den Leis­tungs­sport schaf­fen. Wir sind mit ei­nem re­nom­mier­ten Sport­wis­sen­schaft­ler, der seit 20 Jah­ren in dem Be­reich Trai­nings­ana­ly­se ar­bei­tet, im Ge­spräch. TILL­MANNS Von ihm ver­spre­chen wir uns, dass er Trai­ner und Aus­bil­der auf ei­ne hö­he­re Ebe­ne führt. Das muss un­ser Ziel sein. Wenn wir eben von feh­len­den Vor­bil­dern ge­re­det ha­ben – auch die Trai­ner in Sport­ver­ei­nen kön­nen ein Vor­bild sein. Wenn wir das be­feu­ern kön­nen, ha­ben wir ge­won­nen. In­wie­weit hilft da­bei der neue Pos­ten des Leis­tungs­sport­be­auf­trag­ten? ROMBEY Un­se­re Auf­ga­be ist es, den Ver­ei­nen Hil­fe­stel­lun­gen bei ih­ren Auf­ga­ben zu ge­ben. Mit ei­nem Be­auf­trag­ten für Leis­tungs­sport wol­len wir dem Leis­tungs­sport ei­ne zu­sätz­li­che Mög­lich­keit zur Be­ra­tung an die Hand ge­ben. Da­für ha­ben wir ei­ne qua­li­fi­zier­te Per­son ge­fun­den, die bei den letz­ten vier Olym­pi­schen Spie­len als Be­treu­er da­bei war. Das ist ein Ge­winn für uns. Wir wol­len aber nicht den Ver­bän­den das Was­ser ab­gra­ben. TILL­MANNS Wo­bei der Ver­band im Re­gel­fall oh­ne­hin nicht in Mön­chen­glad­bach vor Ort ist. Und der Sport­ler, der sich hier her­vor­hebt, lan­det so­wie­so ir­gend­wann beim Ver­band. Aber wir kön­nen das Gan­ze von un­ten be­feu­ern. ROMBEY Da­zu ge­hört, dass wir die An­ge­bo­te mit den zwei Sport­schu­len und dem Teil-In­ter­nat er­wei­tern wol­len. Ei­ne Sport­stadt lebt nicht nur von gro­ßen Ver­an­stal­tun­gen. Wir müs­sen ver­su­chen, Ath­le­ten zu för­dern und sie hier zu hal­ten. Zum Stadt­sport­bund sel­ber. Es wird ge­prüft, auf dem Cam­pus in Rhe­ydt ein Haus des Sports ein­zu­bin­den, in das Sie zie­hen kön­nen. Geht das vor­an? ROMBEY Wir hof­fen, dass das rea­li­siert wird. Wir kön­nen uns vor­stel­len, dort ein Haus des Sports zu eta­blie­ren. Die Stadt will das prü­fen, und wir wür­den es ger­ne über­neh­men. Das wä­re ein gu­ter Stand­ort. TILL­MANNS Wenn du die Sport­an­la­gen vor der Tür hast, hast du ganz an­de­re Mög­lich­kei­ten. ROMBEY Zu­dem zieht die GWSG zum 1. Ja­nu­ar 2018 aus un­se­ren Ge­bäu­de am Ber­li­ner Platz aus. Wir könn­ten den Ver­ei­nen dann an­bie­ten, un­se­re In­fra­struk­tur hier zu nut­zen. Zum Bei­spiel mit ei­nem An­sprech­part­ner für zwei Ver­ei­ne, die kei­ne Fu­si­on ein­ge­hen wol­len? TILL­MANNS Ja, dann könn­te man sa­gen, sie tei­len sich ei­ne Ver­wal­tungs­kraft. Dann könn­ten die­se Ver­ei­ne hier so­gar Ge­schäfts­zei­ten an­bie­ten.

„Ei­ne Sport­stadt lebt nicht nur von gro­ßen

Ver­an­stal­tun­gen“

Zu­sam­men­fas­send könn­te man sa­gen: In Glad­bach fin­den ei­ni­ge Groß­ver­an­stal­tun­gen statt – die Be­wer­bung zur EM 2024 steht da ja auch noch an –, der Stadt­sport­bund stellt sich brei­ter auf, es kom­men neue Ver­ei­ne da­zu. Ins­ge­samt ist al­so et­was in Be­we­gung im Glad­ba­cher Sport. TILL­MANNS Ja, aber man muss auch sa­gen: Die An­stren­gun­gen, das Le­vel zu hal­ten, wer­den auch im­mer grö­ßer. Ge­s­amt ge­se­hen ha­ben wir ei­nen Zu­wachs an Mit­glie­dern, aber rech­net man Bo­rus­sia raus, ist es we­ni­ger. Sport­ver­ei­ne müs­sen ver­stärkt mit kom­mer­zi­el­len An­bie­tern kon­kur­rie­ren – da wä­re es zum Bei­spiel schön, wenn mehr Ver­ei­ne et­wa Re­ha-Sport an­bie­ten könn­ten und da­für zer­ti­fi­ziert wä­ren. Au­ßer­dem wer­den mit dem Of­fe­nen Ganz­tag an Schu­len auch Chan­cen er­öff­net, sich dort zu en­ga­gie­ren. Aber das ist kein ein­fa­ches Ge­schäft, weil Übungs­lei­ter feh­len und letz­ten En­des mit der we­ni­ger wer­den­den Frei­zeit der Kin­der die Kon­kur­renz mit an­de­ren An­ge­bo­ten grö­ßer wird. ROMBEY An­de­rer­seits ist der Trend zur Ganz­tags­schu­le in Deutsch­land nicht mehr auf­zu­hal­ten, weil im­mer öf­ter bei­de El­tern be­rufs­tä­tig sind. In­so­fern bin ich froh, dass wir von der Stadt be­auf­tragt wur­den, die Be­we­gungs­ab­ge­bo­te in der OGA­TA zu ko­or­di­nie­ren. Wir kön­nen mit gu­ten An­ge­bo­ten An­rei­ze schaf­fen, Sport im Ver­ein wei­ter­zu­ma­chen.

Prä­si­dent Stadt­sport­bund

Zum Ab­schluss: Wel­che Schul­no­te ge­ben Sie der Sport­stadt Mön­chen­glad­bach? ROMBEY Wir ver­tei­len kei­ne Schul­no­ten. Wir sind Be­ra­ter und Un­ter­stüt­zer – kei­ne Bes­ser­wis­ser. GE­ORG AMEND UND KARS­TEN KELLERMANN FÜHR­TEN DAS GE­SPRÄCH.

FO­TO: GE­ORG AMEND

Stadt­sport­bund-Ge­schäfts­füh­rer Axel Till­manns (links) und Prä­si­dent Wolf­gang Rombey se­hen die Sport­stadt Mön­chen­glad­bach gut auf­ge­stellt, wis­sen aber auch um die Be­deu­tung kom­men­der Auf­ga­ben.

FO­TO: JKN (AR­CHIV)

Im Grenz­land­sta­di­on ist die Lauf­bahn er­neu­ert wor­den.

FO­TO: IKR (AR­CHIV)

Die Roll­brett-Uni­on hat mit dem Roll­markt ei­ne ei­ge­ne Hal­le.

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