So kämp­fen Stadt und Bo­rus­sia um die EM 2024

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KRUSCHEL ERKLÄRT’S - VON KARS­TEN KELLERMANN

Am Frei­tag wird die Kam­pa­gne für die Be­wer­bung als Aus­tra­gungs­ort des Fuß­ball­tur­niers vor­ge­stellt. Vie­le Pro­mi­nen­te ma­chen mit.

Mön­chen­glad­bach und Bo­rus­sia ha­ben sich als Aus­tra­gungs­ort für Spie­le der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft 2024 be­wor­ben, so das Tur­nier an Deutsch­land und nicht an die Tür­kei ver­ge­ben wird. „Wir sind be­reit, für die­se tol­le Sa­che zu kämp­fen und al­les zu ge­ben, was wir ha­ben“, stellt Ober­bür­ger­meis­ter Hans-Wil­helm Rei­ners klar. Glad­bach wird für die EM in die Of­fen­si­ve ge­hen. Es gibt ei­ne Un­ter­schrif­ten­ak­ti­on, um zu zei­gen, dass die Bürger der Stadt hin­ter der Be­wer­bung ste­hen. Das ist aber nur ein Teil der Kam­pa­gne, die Stadt und Klub star­ten, um die EM-Be­wer­bung zu un­ter­stüt­zen. Am Frei­tag wird das Konzept bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz vor­ge­stellt. Glad­bach will sich da­bei als „Farb­tup­fer im Rei­gen der EM-Städ­te“prä­sen­tie­ren, wie Rei­ners sagt.

Schon 2006, als die WM in Deutsch­land war, wä­re Glad­bach gern ein Gast­ge­ber ge­we­sen, doch da­mals klapp­te es nicht. Nun soll das an­ders wer­den. „Dies­mal wird der Traum wahr wer­den“, gibt sich Rei­ners im In­ter­view mit dem „Foh­len­echo“op­ti­mis­tisch. 2006 war der Bo­rus­sia-Park ge­ra­de zwei Jah­re alt und Glad­bach in Sa­chen Spor­tGroß­er­eig­nis­se ein na­he­zu un­be­schrie­be­nes Blatt. Das hat sich seit­her ge­än­dert. „Die Stadt hat ge­zeigt, dass sie ein tol­ler Gast­ge­ber für sport­li­che Groß­ver­an­stal­tun­gen ist: bei der Ho­ckey-WM 2006, der Ho­ckey-Cham­pi­ons-Tro­phy 2010, bei der Frau­en­fuß­ball-WM 2011, beim Big-Air-Fes­ti­val 2016 und na­tür­lich bei den Spie­len von Bo­rus­sia, ob in der Bun­des­li­ga oder im Eu­ro­pa­po­kal“, sagt Rei­ners.

Da­bei soll und muss ins­be­son­de­re die Kar­te „Fuß­ball­stadt“aus­ge­spielt wer­den. „Mit dem Bo­rus­si­aPark in Mön­chen­glad­bach könn­te man Eu­ro­pa zei­gen, wie fuß­ball­ver­rückt Deutsch­land ist. Dass Fuß­ball nicht nur ein Sport für die Mil­lio­nen­städ­te und Wirt­schafts­zen­tren ist, son­dern über­all in Eu­ro­pa Träu­me er­fül­len kann“, sagt Bo­rus­si­as Prä­si­dent Rolf Kö­nigs im „Foh­len­echo“mit Blick auf Mit­be­wer­ber wie Düs­sel­dorf oder Köln. Glad­bach de­fi­niert sich durch­aus be­wusst als Un­der­dog und will sich bei der Be­wer­bung auf das be­ru­fen, was es ist, will sich nicht ver­stel­len, son­dern ge­ra­de aus dem, was ver­meint­lich ein Nach­teil sein könn­te, ei­nen Vor­teil ma­chen. „Wir sind kei­ne Lan­des­haupt­stadt und kei­ne Wirt­schafts­me­tro­po­le, aber wir ha­ben et­was zu bie­ten: Auf­bruch-Stim­mung und ein sym­pa­thi­sches Image“, sagt Rei­ners.

1974 sind die Bo­rus­sen Ber­ti Vogts, Jupp Heynckes, Rainer Bon- hof, Herbert Wim­mer und Wolf­gang Kleff Welt­meis­ter ge­wor­den. Da­mals war Glad­bach wie 2006 kein Spiel­ort. 50 Jah­re spä­ter will Glad­bach da­bei sein, und die Welt­meis­ter sind si­cher­lich ein Teil des Kon­zepts. Bon­hof war schon im April beim In­fo-Tag des DFB mit in Frank­furt. Es wird Image­fil­me ge­ben mit Pro­mi­nen­ten, die aus Glad­bach kom­men, nicht nur mit Fuß­bal­lern, son­dern mit be­kann­ten Men­schen aus al­len Le­bens­be­rei­chen. Vie­le von ih­nen, wie die Au­to­rin Re­bec­ca Ga­b­lé, ver­ste­hen sich oh­ne­hin als Bot­schaf­ter ih­rer Hei­mat­stadt. „Ich wür­de mich rie­sig freu­en, wenn un­ser Bo­rus­sia-Park Gast­ge­ber der Fuß­ball-EM 2024 wer­den wür­de“, sag­te Ga­b­lé im Fe­bru­ar un­se­rer Re­dak­ti­on.

Ur­sprüng­lich en­de­te die Be­wer­bungs­frist am 12. Ju­ni, doch der DFB hat die De­ad­line auf den 10. Ju­li ver­scho­ben, nach­dem Be­wer­ber Dort­mund Be­den­ken an­ge­mel­det hat­te, nicht „die Kat­ze im Sack“kau­fen zu wol­len. Am mor­gi­gen Mitt­woch ist ein wei­te­rer In­fo-Ter­min in der DFB-Zen­tra­le in Frank­furt. Ver­mut­lich wer­den letzt­lich drei Städ­te aus NRW zu den zehn Aus­tra­gungs­Or­ten ge­hö­ren. Nach­dem Kai­sers­lau­tern die Be­wer­bung zu­rück­ge­zo­gen hat, gibt es ins­ge­samt 14 Be­wer­ber. Bei ei­ner Um­fra­ge ei­nes Markt­for­schungs­in­sti­tu­tes lag Glad­bach auf Platz sie­ben un­ter al­len In­ter­es­sen­ten. Die Stadt und Bo­rus­sia wol­len al­les da­für tun, dass Mön­chen­glad­bach auch am 15. Sep­tem­ber zu den Top Ten ge­hört, wenn der DFB die Spiel­or­te fest­legt.

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