Staus sorg­ten für Är­ger beim Ma­ra­thon

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON DIE­TER WE­BER

An­woh­ner er­reich­ten ih­re Häu­ser nicht mehr, auf Aus­fahrt­stra­ßen gab es lan­ge Staus, Scha­den­er­satz wird ge­for­dert. Das wa­ren die Schat­ten­sei­ten des Santan­der-Ma­ra­thons. Ver­an­stal­ter Mi­cky Hil­gers will Kon­se­quen­zen für 2018 zie­hen.

Auf der Ho­hen­zol­lern­stra­ße knub­bel­te es sich: Auf meh­re­ren hun­dert Me­tern stau­te sich der Ver­kehr. Wer es ge­schafft hat­te, sich mit dem Au­to in ei­ne Ne­ben­stra­ße zu ret­ten, mach­te die Er­fah­rung, dass nach ei­ni­gen hun­dert Me­tern der ver­meint­li­che Aus­weg ei­ne Sack­gas­se war. Und wer abends nach 22 Uhr in die Bis­marck­stra­ße ein­bie­gen woll­te, stand vor Ab­sperr­git­tern, da noch Läu­fer un­ter­wegs wa­ren: Der Santan­der-Ma­ra­thon mit dem weit-

Mi­cky Hil­gers ge­hend in­ner­städ­ti­schen 10,5-Ki­lo­me­ter-Rund­kurs sorg­te am Sams­tag rings um die In­nen­stadt zeit­wei­se für ei­nen Ver­kehrs­kol­laps – und für ei­ne ent­spre­chen­de Kri­tik. Die geht so weit, dass Ge­schäfts­in­ha­ber ju­ris­tisch prü­fen las­sen wol­len, ob sie Scha­den­er­satz vom Ver­an­stal­ter for­dern kön­nen, weil sie und die po­ten­zi­el­len Kun­den das Ge­schäft nicht mehr er­rei­chen konn­ten.

Die­se Kri­tik er­reich­te auch Ver­an­stal­ter Mi­cky Hil­gers vom Ho­ckey­park. „Wir wer­den uns in der Ma­nö­ver­kri­tik mit den Hin­wei­sen und mög­li­chen Schwach­stel­len be­schäf­ti­gen und Kon­se­quen­zen für das nächs­te Jahr zie­hen“, sagt Hil­gers. Er macht aber auch deut­lich, dass es in­ten­si­ve Vor­be­rei­tun­gen gab, um die Stre­cke be­kannt zu ma­chen und Aus­we­ge auf­zu­zei­gen: „Wir ha­ben Tau­sen­de Fly­er ver­teilt: Je­der Haus­halt an der Rund­stre­cke hat den sechs­sei­ti­gen Falt­plan mit Grafiken zur Stre­cke und zu den Um­lei­tun­gen be­kom­men. Rund 800 Pla­ka­te in der In­nen­stadt wie­sen auf den Ver­lauf der Stre­cke hin. Wir ha­ben Zu- und Aus­fahr­ten zu In­nen­stadt­Park­häu­sern so­wie den Kran­ken- häu­sern ent­wi­ckelt. Und Um­lei­tungs­schil­der an den wich­ti­gen Aus­fahrt­stra­ßen auf­hän­gen las­sen.“

Ei­ne Wo­che vor der Ver­an­stal­tung und am Ver­an­stal­tungs­tag sei au­ßer­dem ei­ne mit meh­re­ren Mit­ar­bei­tern be­setz­te Hot­li­ne ge­schal­tet ge­we­sen, die bei Pro­ble­men wei­ter­hel­fen soll­te. Auch ei­ne In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung ha­be es im Vor­feld ge­ge­ben: Aber zu die­ser sei nie- mand ge­kom­men. 700 Hel­fer, dar­un­ter vie­le so ge­nann­te Ver­kehrs­ka­det­ten, wa­ren im Ein­satz. Hil­gers: „Die Stre­cke ist von der Po­li­zei und von der Stadt ge­neh­migt wor­den. Wir ha­ben nach un­se­rer Mei­nung al­les ge­tan, um al­le Be­trof­fe­nen um­fas­send zu in­for­mie­ren.“

Bei der Ma­nö­ver­kri­tik wird auch dis­ku­tiert, ob der Ma­ra­thon wei­ter­hin an ei­nem Sams­tag oder künf­tig an ei­nem Sonn­tag statt­fin­den soll. Hil­gers: „Un­ser Konzept sieht so aus, dass wir Lau­fen mit Mu­sik und abend­li­cher Par­ty ver­bin­den wol­len. Und wir wol­len über die­se Aus­rich­tung Men­schen in die Stadt ho­len. Ob wir das er­rei­chen, wenn wir auf den Sonn­tag aus­wei­chen, wa­ge ich zu be­zwei­feln.“Ein Aus­wei­chen in ein we­nig fre­quen­tier­tes Ge­biet kommt für ihn nicht in Fra­ge. Hil­gers: „Wir wol­len kei­nen Lauf ir­gend­wo auf dem Land, son­dern mit der Ver­an­stal­tung die In­nen­stadt be­le­ben. Ich glau­be, dies ist uns auch ge­lun­gen. Ich bin selbst ge­lau­fen. Auf der Hin­den­burg­stra­ße zwi­schen Bis­marck­stra­ße und Ka­pu­zi­ner­platz war es prop­pen­voll.“

Be­reits im Vor­jahr hat­te es im Vor­feld des Santan­der-Ma­ra­thons – die Ver­an­stal­tung muss­te sei­ner­zeit we­gen ei­nes dro­hen­den Un­wet­ters kurz­fris­tig ab­ge­sagt wer­den – Kri­tik an der Stre­cken­füh­rung ge­ge­ben. Da­mals führ­te ei­ne Halb­ma­ra­thonRou­te (21,1 Ki­lo­me­ter) durch Au­ßen­be­zir­ke. An­woh­ner vor al­lem aus Hardt hat­ten sich im Vor­jahr dar­über be­schwert, dass über St­un­den ih­re Häu­ser nicht er­reich­bar wa­ren und sie ih­re Fahr­zeu­ge nicht an der Stra­ße ab­stel­len konn­ten.

„Wir wol­len kei­nen Lauf auf dem Land, son­dern die In­nen­stadt be­le­ben“

Ver­an­stal­ter Santan­der-Ma­ra­thon

RP-FO­TO: HANS-PE­TER REICHARTZ

So sah es am Sams­tag wäh­rend der Ma­ra­thon-Ver­an­stal­tung auf der Flieth­stra­ße aus: Es hat­ten sich lan­ge Staus ge­bil­det. Auf der Ho­hen­zol­lern­stra­ße und auf der Kal­den­kir­che­ner Stra­ße sah es ähn­lich aus.

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