In­ter­kul­tu­rel­les Früh­stück mit po­li­ti­schen Zu­ta­ten

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Bei­na­he so viel­fäl­tig, wie ku­li­na­ri­sche Vor­lie­ben sind, war das Büf­fet zum In­ter­kul­tu­rel­len Früh­stück be­stückt. Denn vie­le Gäs­te in der Ju­gend­frei­zeit­stät­te von St. Micha­el wa­ren nicht mit lee­ren Hän­den zum ge­mein­sa­men Es­sen und Fei­ern ge­kom­men, son­dern steu­er­ten ih­ren Bei­trag für ei­ne ap­pe­tit­li­che Aus­wahl bei. So fing der Ge­dan­ken­aus­tausch beim Kos­ten der Spei­sen an.

Eva Va­ßen, Lei­te­rin der Ju­gend­frei­zeit­stät­te, hat­te zum drit­ten Mal in Fol­ge das In­ter­kul­tu­rel­le Früh­stück or­ga­ni­siert. Das ers­te Früh­stück war in ei­ner Ge­gen­re­ak­ti­on aus der Not ge­bo­ren ge­we­sen, da sich Ver­tre­ter der Par­tei Pro NRW vor dem Flücht­lings­heim an der Aa­che­ner Stra­ße zur De­mons­tra­ti­on ge­gen ge­flüch­te­te Men­schen ge­trof­fen hat­ten. In­zwi­schen hat Va­ßen die Ur­sprungs­idee er­wei­tert. Will­kom­men war nun je­der, und ent­spre­chend in­ter­na­tio­nal be­setzt war die Gäs­te­schar mit Men­schen, die in Mön­chen­glad­bach auf­ge­wach­sen sind, ei­ne Hei­mat ge­fun­den ha­ben oder zu fin­den hof­fen.

Be­geis­tert von Va­ßens Idee hat­te die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr be­reits zum ers­ten Früh­stück ihr Mit­wir­ken an­ge­bo­ten und war auch die­ses Mal da­bei, um sich vor­zu­stel­len und das Un­ter­hal­tungs­an­ge­bot zu un­ter­stüt­zen. Das vom „Kul­tur­ruck­sack“ge­för­der­te Pro­jekt „Ver­zier dein Re- vier“rich­te­te sich an Kin­der und Ju­gend­li­che, die Graf­fi­ti sprü­hen konn­ten.

Un­ter den Gäs­ten tum­mel­te sich po­li­ti­sche Pro­mi­nenz der Stadt, dar­un­ter Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wilhelm Rei­ners, Be­zirks­vor­ste­her Ar­no Oel­lers (CDU) und Le­na Zings­heim (Bünd­nis 90/Die Grü­nen). An­ni­ka Hähn­lein und Da­rio Leuch­ten­berg vom Stadt­ju­gend­ring ba­ten zum Po­lit­talk, um lo­ka­le Politik er­fahr­bar zu ma­chen. Auch sie setz­ten auf Viel­falt. Die­se ver­an­schau­lich­ten sie mit ei­ner Zet­tel­samm­lung im Bon­bon­glas. Für je­weils nur ei­ne Ant­wort wur­den dar­aus Fra­gen nach dem Zu­falls­prin­zip ge­zo­gen und im wie­der­keh­ren­den Tur­nus ent­lang der Sitz­rei­he frei­ge­ge­ben. Da war Erns­tes und Hei­te­res mit per­sön­li­cher No­te da­bei. Die Be­su­cher er­fuh­ren zum Bei­spiel, dass ge­füll­te Avo­ca­dos ei­ne Lieb­lings­spei­se von Gü­lis­tan Yük­sel sind und die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te ger­ne mehr Zeit zum Le­sen hät­te. Rats­herr Bern­hard St­ein (CDU) ver­riet, wie er im ju­gend­li­chen Al­ter un­ter dem Ein­druck der Deut­schen Ein­heit sein In­ter­es­se für po­li­ti­sche Ar­beit ent­deck­te. Se­bas­ti­an Mer­kens (Die Lin­ke) sprach sich mit Ver­weis auf Chan­cen­gleich­heit für ein kos­ten­lo­ses Bil­dungs­an­ge­bot aus. Stefan Dahl­manns (FDP) plä­dier­te für ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz und die dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft.

FO­TO: REICHARTZ

Zum In­ter­kul­tu­rel­len Früh­stück in der Ju­gend­frei­zeit­stät­te St. Micha­el gab es nicht nur in­ter­na­tio­na­le Spei­sen, son­dern auch Lo­kal­po­li­tik.

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