Pro­zess um Lu­ca (5): Le­bens­lan­ge Stra­fe ge­for­dert

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Staats­an­walt Stefan Lin­gens ging ges­tern in sei­nem Plä­doy­er vor dem Mön­chen­glad­ba­cher Schwur­ge­richt auf das schreck­li­che Ver­bre­chen ein, das dem 27-jäh­ri­gen An­ge­klag­ten zur Last ge­legt wird. Tot­schlag und ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung wird dem Vier­sener, der zur Tat­zeit am 23. Ok­to­ber 2016 mit der mit­an­ge­klag­ten Mut­ter ei­nes fünf­jäh­ri­gen Jun­gen zu­sam­men leb­te, vor­ge­wor­fen. Mit dem Satz: „Das sa­dis­ti­sche Lei­den des Op­fers war der Ge­nuss des Tä­ters“, kenn­zeich­ne­te Lin­gens die Tat des 27-Jäh­ri­gen. Der Staats­an­walt for­der­te für den An­ge­klag­ten, der bis­her noch nie vor Ge­richt ge­stan­den hat­te, ei­ne le­bens­lan­ge Haft­stra­fe.

In der Ok­to­ber­nacht 2016 soll der An­ge­klag­te den fünf­jäh­ri­gen Sohn sei­ner mit­an­ge­klag­ten Le­bens­ge­fähr­tin so bru­tal ge­gen Kopf und Bauch ge­schla­gen ha­ben, dass das Kind ein Schä­del-Hirn-Traum und ei­nen Milz­riss er­litt. Die An­ge­klag­ten hat­ten die Nacht im Wohn­zim­mer ver­bracht. Am Mor­gen hat­te der Mann den leb­lo­sen Jun­gen im Kin­der­zim­mer ge­fun­den. Rechts­me­di­zi­ner hat­ten im Pro­zess be­rich­tet, dass das Kind mehr­mals mit Miss­hand­lungs­spu­ren und auch mit ei­ner Brand­ver­let­zung auf­ge­fal­len sei. Doch die An­ge­klag­ten hat­ten im­mer be­haup­tet, der Jun­ge sei ge­stürzt. Ein Gut­ach­ter hat­te den 27-Jäh­ri­gen als Sa­dis­ten be­zeich­net, der sich mit grau­sa­men Hand­lun­gen Lust­ge­winn ver­schafft ha­be. Des­sen Ver­tei­di­ger mein­te je­doch, es sei nicht si­cher, ob sein Man­dant der Tä­ter sei.

Für die 24-jäh­ri­ge Mut­ter des Jun­gen hat­te Lin­gens we­gen Miss­hand­lung von Schutz­be­foh­le­nen durch Un­ter­las­sen ei­ne Haft­stra­fe von drei Jah­ren ge­for­dert. Als im­mer wie­der Miss­hand­lungs­spu­ren an dem Fünf­jäh­ri­gen be­kannt wur­den, er­hiel­ten die An­ge­klag­ten Kon­takt­ver- bot. Doch die Mut­ter des Jun­gen hat­te sich dar­über hin­weg­ge­setzt. Sie ha­be ge­glaubt, dass von dem An­ge­klag­ten kei­ne Ge­fahr aus­ge­he.

Im No­t­ruf vom Ok­to­ber­mor­gen 2016, der ges­tern im Ge­richt vor­ge­spielt wur­de, war die sich über­schla­gen­de hys­te­ri­sche Stim­me der Mut­ter des to­ten Jun­gen zu hö­ren. Der im Pro­zess schwei­gen­de An­ge­klag­te war in dem No­t­ruf nicht zu hö­ren. Am 13. Ju­ni will das Schwur­ge­richt die Ur­tei­le ver­kün­den.

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