Obst schnib­beln für Grund­schul­kin­der

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON MA­RI­ON LISKEN-PRUSS

Lied­berg nimmt am Schulobst­pro­gramm des Lan­des teil. Das funk­tio­niert aber nur mit Un­ter­stüt­zung der El­tern.

LIED­BERG Diens­tags ge­gen 8 Uhr in Lied­berg: Ein Land­wirt aus Schel­sen stoppt an der Ge­mein­schafts­grund­schu­le (GGS). Er lie­fert Obst und Ge­mü­se an. Gur­ken, Äp­fel und Ho­nig­me­lo­nen sind es die­ses Mal. Je nach Sai­son kön­nen es auch Kohl­ra­bi, Pa­pri­ka, Ap­fel­si­nen, oder Erd­bee­ren sein. Bir­git Ka­si­mir­ski, de­ren Sohn die GGS Lied­berg be­sucht, macht drei Ra­tio­nen dar­aus. Zwei wer­den für die nächs­ten bei­den Ta­ge auf­be­wahrt, die drit­te di­rekt ver­ar­bei­tet. Mit ei­ner wei­te­ren Mut­ter schält und teilt sie die Gur­ken, vier­telt die Äp­fel und schnei­det Schiff­chen aus den Me­lo­nen. Dann kommt al­les in Frisch­hal­te­bo­xen. Die wer­den spä­ter von den Schü­lern, die „Obst­dienst“ha­ben, in die Klas­sen ge­bracht, wo die Kin­der ge­mein­sam früh­stü­cken, be­vor sie in die gro­ße Pau­se ge­hen. Seit 2014 nimmt die Grund­schu­le am EU-Schulob­stund -ge­mü­se­pro­gramm teil, dass das Um­welt­mi­nis­te­ri­um in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Schul­mi­nis­te­ri­um seit 2009 in Nord­rhein-West­fa­len an­bie­tet. Bir­git Ka­si­mir­ski hat das Pro­gramm, das für die Schu­len kos­ten­frei ist, ge­mein­sam mit ei­ner an­de­ren Mut­ter in Lied­berg ein­ge­führt. Ziel des Pro­jekts ist es, die Kin­der für ei­ne ge­sun­de Er­näh­rung zu sen­si­bi­li­sie­ren. Da­mit ein­her geht ein päd­ago­gi­sches Rah­men­pro­gramm, das ih­nen Kennt­nis­se rund um die Er­näh­rung ver­mit­teln soll. In Lied­berg stand zu­letzt das The­ma „Milch“auf dem St­un­den­plan. „Un­se­re Kin­der wis­sen, dass die Milch nicht aus der Tü­te kommt“, sagt Schul­lei­ter Pe­ter Wal­ter. Die zu­sätz­li­che Por­ti­on Äp­fel oder Kohl­ra­bi kom­me bei den Kids gut an, ist er über­zeugt. Be­son­ders freut es ihn, dass auch Kin­der da­von pro­fi­tie­ren, bei de­nen zu­hau­se nicht re­gel­mä­ßig fri­sches Obst oder Ge­mü­se auf dem Spei­se­plan ste­hen. Mitt­wochs und don­ners­tags geht es dann wei­ter: Wie­der kom­men zwei Müt­ter oder Vä­ter mor­gens in die Schu­le, um Obst und Ge­mü­se für die Kin­der klein zu schnei­den. Ins­ge­samt ha­ben sich 16 Müt­ter und Vä­ter ge­mel­det, man­che kom­men ein­mal im Mo­nat, man­che je­de Wo­che, wo­bei ihr Ein­satz nicht mal ei­ne hal­be St­un­de dau­ert. „Die GGS lebt da­von, dass El­tern und Schu­le ko­ope­rie­ren. Die Ge­mein­schaft kommt den Kin­dern zu­gu­te“, be­tont die Pfleg­schafts­vor­sit­zen­de Bea­te Lam­bertz. Doch mit En­de des Schul­jah­res, wenn die Viert­kläss­ler die GGS ver­las­sen, wer­den we­ni­ger El­tern im Ein­satz sein. „Wir hof­fen, dass wir ei­ni­ge El­tern der neu­en Erst­kläss­ler für un­ser Pro­jekt be­geis­tern kön­nen“, sagt sie. Was sich Ka­si­mir­ski und Lam­bertz auch vor­stel­len kön­nen: Dass Groß­el­tern mit­hel­fen, oder Nach­barn, die kei­ne Kin­der oder En­kel an der GGS ha­ben. Ei­nes ist ih­nen wich­tig: Dass das Pro­jekt ei­ne Zu­kunft hat.

FOTOS (2): HPR

Drei­mal pro Wo­che gibt’s Obst als Zwi­schens­nack: Die Grund­schü­ler freu­en sich schon auf das fri­sche Obst. Sie be­tei­li­gen sich auch am Ver­teil­dienst.

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