Roll­stuhl­fah­rer kri­ti­sie­ren „Aus­gren­zung“bei Tour de Fran­ce

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KINO - VON ANDREAS GRUHN

Das Kon­zept zur Tour de Fran­ce in Mön­chen­glad­bach, wo­nach Roll­stüh­le ent­lang der Bis­marck­stra­ße am Tour­sonn­tag ver­bo­ten sind, hat für Ir­ri­ta­tio­nen ge­sorgt. Am Tag nach der Pres­se­kon­fe­renz wur­de in so­zia­len Netz­wer­ken viel dar­über dis­ku­tiert. Be­trof­fe­ne mel­de­ten sich bei un­se­rer Re­dak­ti­on mit dem Hin­weis, dass ein ge­ne­rel­les Ver­bot nicht be­son­ders in­klu­si­ons­freund­lich sei. Für Roll­stuhl­fah­rer gibt es nur ei­nen ei­ge­nen Be­reich di­rekt vor der Kai­ser-Fried­rich-Hal­le. „Ich wür­de ger­ne mit mei­nen Freun­den zu­sam­men den Sprint se­hen, das geht aber nicht“, sag­te ein Roll­stuhl­fah­rer, der na­ment­lich nicht ge­nannt wer­den möch­te. Al­bert Sturm, Be­trei­ber der Mön­chen­glad­ba­cher Kon­takt­stel­le des Bun­des­ver­ban­des Selbst­hil­fe Kör­per­be­hin­der­ter und selbst Roll­stuhl­fah­rer, sag­te: „Wir se­hen es als Dis­kri­mi­nie­rung, wenn Roll­stuhl­fah­rer kom­plett aus­ge­grenzt wer­den. Wir wä­ren ger­ne mit ein­ge­bun­den wor­den in die Pla­nung.“Auf der rech­ten Stra­ßen­sei­te (Blick­rich­tung Kai­serF­ried­rich-Hal­le) sind Rol­la­to­ren und Kin­der­wa­gen an­ders als Roll­stüh­le er­laubt. Auf der ge­gen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te nicht, dort sind nur Fuß­gän­ger zu­ge­las­sen.

Die Stadt wies dar­auf­hin, dass bei­de Sei­ten der Bis­marck­stra­ße aus Si­cher­heits­grün­den in Ab­spra­che mit der Po­li­zei für Roll­stüh­le ge­sperrt sind. „Wir er­war­ten an Bis­marck­stra­ße und Ra­then­au­stra­ße 20.000 Men­schen. In die­ser Mas­se be­steht für Roll­stuhl­fah­rer ei­ne kla­re Ge­fahr“, sag­te Stadt­spre­cher Wolfgang Speen. „Wir ha­ben für die Ver­är­ge­rung wirk­lich Ver­ständ­nis, aber die Si­cher­heit al­ler muss ge­währ­leis­tet sein.“

Vor der Kai­ser-Fried­rich-Hal­le wird Platz für bis zu 25 Roll­stuhl­fah­rer sein. Bei ent­spre­chen­dem Be­darf kön­ne die­se Flä­che auch noch ver­grö­ßert wer­den. Dort soll es auch bar­rie­re­freie Sa­ni­tär­an­la­gen ge­ben, eben­so wie hin­ter der Kai­ser-Fried­rich-Hal­le. Roll­stuhl­fah­rer, die ei­nen Platz in dem Be­reich wün­schen und auch ei­nen Park­platz brau­chen, müs­sen sich vor­her an­mel­den un­ter le­na.pasch­manns@mgmg.de oder per Te­le­fon un­ter 02161252406 (9-16 Uhr).

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